Südkorea-Offensive: SK hynix liefert HBM4 ab Q3 2026
08.06.2026 - 08:07:02 | boerse-global.de
Der US-Chipriese und der südkoreanische Mischkonzern wollen die Zukunft der Robotik und KI-Infrastruktur neu definieren.
NVIDIA-CEO Jensen Huang und LG-Chef Koo Kwang-mo haben heute in Seoul eine strategische Partnerschaft besiegelt. Ziel ist die Entwicklung sogenannter „KI-Fabriken" – hochmoderne Produktionsstätten, die auf Robotik, autonomes Fahren und leistungsfähige Rechenzentren spezialisiert sind. Für den deutschen Markt besonders relevant: Die Technologien könnten schon bald in europäischen Werken Einzug halten.
Robotik als Schlüsselindustrie
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Im Zentrum der Kooperation steht LGs Transformation zu einem „Physical AI"-Unternehmen. Konkret bedeutet das: LG Electronics entwickelt humanoide Roboter und Logistiksysteme auf Basis von NVIDIAs Plattformen Isaac Sim, GR00T und Cosmos. LG Innotek liefert die nötigen Hochleistungssensoren für die maschinelle Wahrnehmung.
Huang betonte, dass Südkorea bei Mechatronik und Fertigungstechnik weltweit führend sei – genau jene Disziplinen, die für die Robotik-Zukunft entscheidend sind. Mit der NVIDIA-DSX-Architektur will LG seine Marktführerschaft von Haushaltsgeräten und Fahrzeugen auf Industrieanlagen ausweiten.
Rechenzentren mit Eigenstrom-Versorgung
Ein Kernstück der Initiative: LG setzt nicht länger auf öffentliche Cloud-Dienste, sondern baut eigene Infrastruktur. LG CNS und LG Uplus entwickeln gemeinsam mit NVIDIA private KI-Rechenzentren auf DSX-Basis. Die Anlage soll sensible Trainingsdaten schützen – und gleichzeitig als zweite Einnahmequelle durch GPU-Cloud-Dienste dienen.
Die wachsenden Energie- und Kühlungsanforderungen solcher Anlagen sind enorm. LG Electronics arbeitet daher an Kühlungslösungen der nächsten Generation: von Kühlmittelverteilern über Kaltplatten bis hin zu Immersionssystemen. Parallel dazu liefert LG Energy Solution 800-Volt-Gleichstromlösungen und Batteriespeicher für den Dauerbetrieb.
Vom Auto bis zur Künstlichen Intelligenz
Auch die Mobilitätsbranche profitiert: LG und NVIDIA entwickeln Fahrerassistenzsysteme und softwaredefinierte Fahrzeuge auf Basis der DRIVE-Hyperion-Plattform. Gleichzeitig optimiert LG AI Research sein hauseigenes KI-Modell EXAONE mit NVIDIAs Blackwell-GPUs und den Frameworks NeMo sowie TensorRT-LLM.
Südkorea wird zum NVIDIA-Hotspot
Huangs Reise nach Seoul war Teil einer größeren Offensive. Bereits gestern und heute traf er mehrere Spitzenmanager der koreanischen Tech-Industrie:
- SK hynix sicherte sich eine mehrjährige Partnerschaft für KI-Fabriken und liefert ab dem dritten Quartal 2026 HBM4-Speicher für NVIDIAs nächsten Supercomputer „Vera Rubin".
- Naver kündigte den Bau einer Gigawatt-KI-Fabrik an – beginnend 2027 mit 55 Megawatt im Rechenzentrum GAK Sejong, Ausbau auf 200 Megawatt bis 2028.
- Samsung und Hyundai Motor verhandelten über Hochleistungsspeicher und Robotik-Einsätze in Smart Factories.
Mit diesen Allianzen macht NVIDIA Südkorea zum zentralen Knotenpunkt für Physical AI – jener Technologie, die Huang als „Motor der nächsten industriellen Revolution" bezeichnet.
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