Südkorea: 5,36 Billionen Dollar auf Blockchain ab Februar 2027
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde FSC (Financial Services Commission) hat einen strategischen Fahrplan zur umfassenden Integration der Blockchain-Technologie in die nationale Finanzinfrastruktur veröffentlicht.
Wie die Behörde Anfang September 2026 bekannt gab, sieht das Vorhaben eine schrittweise Tokenisierung von Wertpapieren vor. Ziel ist es, ein Marktvolumen von insgesamt 5,36 Billionen US-Dollar auf die Blockchain zu migrieren. Der Startschuss für die erste Phase des Projekts ist für den 4. Februar 2027 geplant.
Struktur des Fahrplans und erste Phase ab 2027
Der von der FSC vorgestellte Plan gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Phasen. In der ersten Phase, die Anfang Februar 2027 eingeleitet wird, konzentriert sich die Regulierung auf spezifische Anlageklassen.
Dazu gehören institutionelle Geldmarktfonds (MMFs), Privatanleihen sowie nicht börsennotierte Aktien, die über Treuhandstrukturen verwaltet werden. Zudem sollen Bruchteils-Investmentpapiere in dieser ersten Stufe für den Handel in tokenisierter Form zugelassen werden.
Für die nachfolgenden Phasen hat die Aufsichtsbehörde noch keine konkreten Termine festgelegt, da deren Umsetzung von weiteren gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängt. In Phase 2 soll der Geltungsbereich auf öffentliche Wertpapiere ausgeweitet werden.
Die dritte Phase sieht schließlich die Abwicklung von Transaktionen mittels Stablecoins vor. Die Realisierung dieser letzten Stufe sei laut FSC jedoch unmittelbar an die Verabschiedung der sogenannten DABA-Gesetzgebung (Digital Asset Basic Act) geknüpft.
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Anlegerschutz und Kapitalanforderungen für Emittenten
Um die Stabilität des neuen Marktes zu gewährleisten, hat die Finanzaufsicht strikte Obergrenzen für Investitionen sowie hohe Anforderungen an die Marktteilnehmer definiert. Für Bruchteilspapiere gilt eine Einzelzeichnungsgrenze von 30 Millionen Won (entspricht etwa 22.000 US-Dollar) oder alternativ maximal 5 % des gesamten Emissionsvolumens pro Zeichnung.
Privatanleger, die am außerbörslichen Handel mit tokenisierten Wertpapieren teilnehmen möchten, unterliegen einer jährlichen Gesamtobergrenze von 100 Millionen Won (ca. 74.000 US-Dollar).
Auch auf der Anbieterseite setzt die FSC auf strenge Kriterien. Unternehmen, die als Emittenten auftreten möchten, müssen über ein Eigenkapital von mindestens 3 Millionen US-Dollar verfügen. Für die Rolle der Kontoführer, die die Emissionen technisch und administrativ begleiten, ist ein Kapitalnachweis von 4 Milliarden Won erforderlich.
Aufbau der technischen Infrastruktur und Kooperationen
Parallel zu den regulatorischen Weichenstellungen schreitet der Aufbau der technischen Basis voran. Samsung SDS wurde damit beauftragt, die Plattform für das tokenisierte Wertpapierregister der staatlichen Wertpapierverwahrung Korea Securities Depository (KSD) zu entwickeln.
Zeitgleich arbeitet der IT-Dienstleister Koscom an der Handelsplattform KoSTO. Berichten zufolge haben bereits 12 Unternehmen entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet, um sich an dieses Ökosystem anzuschließen.
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Die KSD bereitet zudem eine Infrastruktur vor, die eine Anbindung an verschiedene Blockchain-Protokolle ermöglicht. Hierzu zählen unter anderem Hyperledger Besu, Hyperledger Fabric und Avalanche. In diesem Zusammenhang hat Hanwha Investment & Securities in den vergangenen Tagen die Fertigstellung einer eigenen Plattform für Token-Wertpapiere auf Basis der Avalanche-Blockchain gemeldet.
Infolge dieser Entwicklungen verzeichnete die Kryptowährung AVAX zeitweise einen Kursanstieg von 8 %, obwohl das Protokoll im offiziellen Fahrplan der Finanzaufsicht nicht namentlich als bevorzugte Technologie genannt wird.
