Suchtmittel, Arbeitsplatz

Suchtmittel am Arbeitsplatz: Jeder vierte Arbeitnehmer kennt Fälle

Veröffentlicht am: 26.06.2026 um 14:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forsa-Umfrage zeigt: Jeder vierte Beschäftigte beobachtet Suchtmittelkonsum im Job. Verkehr und Logistik besonders betroffen.

Suchtmittel am Arbeitsplatz: Jeder Vierte kennt Fälle
Mitarbeiter in Büro und Lager, die an Gesundheits- und Sicherheitsaktivitäten teilnehmen, mit Fokus auf Prävention und Ergonomie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Besonders stark betroffen: Verkehr und Logistik mit 35 Prozent, gefolgt vom Sozialwesen (32 Prozent) und der öffentlichen Verwaltung (31 Prozent).

Alkohol ist mit 21 Prozent das am häufigsten wahrgenommene Problem, gefolgt von Cannabis, Nikotin sowie Medikamentenmissbrauch. Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, fordert verstärkte Präventionsarbeit. Der Grund: Nur 54 Prozent der Befragten kennen interne Regelungen, lediglich 28 Prozent berichten von einer offenen Gesprächskultur. In vielen Betrieben gibt es deutlichen Nachholbedarf bei Kommunikation und Sensibilisierung.

Hitzestress wird zum Dauerbrenner

Die steigende Belastung durch sommerliche Temperaturen rückt zunehmend in den Fokus. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert eine EU-weite Gesetzgebung für Höchstarbeitstemperaturen – inklusive bezahlter Kühlpausen und garantiertem Zugang zu Trinkwasser. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untermauert die Dringlichkeit: Rund 2,4 Milliarden Beschäftigte sind weltweit übermäßiger Hitze ausgesetzt, jährlich kommt es zu schätzungsweise 22,85 Millionen Arbeitsunfällen.

Experten der KörperManagement KG raten Unternehmen, Hitze als festen Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie zu betrachten. Konkrete Maßnahmen: eine gezielte Trinkkultur, aktive Pausen, leichte Ernährung und angepasste Arbeitsabläufe. Besonders gefährdete Gruppen wie ältere Mitarbeiter, chronisch Kranke oder Personen in körperlich belastenden Berufen brauchen dabei besondere Aufmerksamkeit.

Technische Innovationen für den Arbeitsschutz

Der Markt für Gesundheitslösungen entwickelt sich rasant. Das zeigt die Verleihung des Wittener Preises für Gesundheitsvisionäre am 18. Juni 2026. Den ersten Platz belegte ShoeCommerce mit einer 3D-Fußvermessungstechnologie für passgenaues Schuhwerk – ein relevanter Faktor für ergonomische Ausstattung in Lager und Produktion. Weitere ausgezeichnete Innovationen wie DermaPurge und Wellenpuls unterstreichen den Trend zu spezialisierten Arbeitsschutzlösungen.

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Auch kleinere Betriebe können BGM-Programme integrieren. Das Unternehmen debug Eventtechnik aus Münster zeigt, wie es geht: In Zusammenarbeit mit Strong Partners wurde ein Mix aus ergonomischen Hilfsmitteln, Rückenschulungen und aktiven Pausen implementiert – gefördert durch gesetzliche Rahmenbedingungen.

Krankenstand und demografischer Wandel

Der Gesundheitsbericht des Landes Nordrhein-Westfalen für 2022 zeigt deutliche Unterschiede: Während die Krankenstandsquote im Landesdurchschnitt bei 8,06 Prozent lag, wiesen Beamte mit 6,75 Prozent eine deutlich geringere Quote auf als Tarifbeschäftigte mit 8,33 Prozent. Bundesweit fehlten Tarifbeschäftigte durchschnittlich 23,97 Tage, Beamte 21,63 Tage.

Der Fachkräftemangel rückt zudem die Generation Ü60 in den Fokus. Der ehemalige VW-Betriebsrat Mathias Möreke fordert eine vorausschauende Arbeitsplatzgestaltung. Ältere Arbeitnehmer verfügen oft über hohe Loyalität und wertvolle Erfahrung – ergonomische Anpassungen und transparente Auswahlverfahren sollen einer potenziellen Altersdiskriminierung entgegenwirken.

Zertifizierungen für gesunde Arbeitsstrukturen

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Neben physischen Maßnahmen gewinnt die strukturelle Verankerung von Familienfreundlichkeit an Bedeutung. Ende Juni 2026 wurden in Wien zahlreiche Unternehmen mit dem Staatspreis „Familie & Beruf“ ausgezeichnet, darunter die IT-Management & Coaching GmbH und die illwerke vkw AG. Die SSC-Services GmbH aus Böblingen erhielt bereits zum sechsten Mal das Zertifikat „audit berufundfamilie“. Geschäftsführer Matthias Stroezel betont die Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung bei der Gestaltung solcher Rahmenbedingungen.

Für Ausbildungsverantwortliche bot die IHK Magdeburg Ende Juni spezialisierte Workshops zur Gesprächsführung und Prävention im Bereich psychische Gesundheit an – mit dem Ziel, bereits zu Beginn des Berufslebens gesundheitsfördernde Strukturen zu etablieren.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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