Substanz, AMPK-Aktivierung

Substanz 991: AMPK-Aktivierung verlängert die Lebensspanne im Tierversuch um 25 %

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Substanz 991 verlängerte die Lebensspanne von Versuchstieren; klinische Studien berichten Fortschritte bei mehreren Muskelerkrankungen.

AMPK-Forschung und Muskelerkrankungen: Neue Studien liefern Daten
Laborausstattung mit gläsernen Petrischalen in einer sterilen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die medizinische Forschung erzielt gegenwärtig signifikante Fortschritte bei der Identifizierung von Wirkstoffen, die sowohl den Alterungsprozess verlangsamen als auch schwere Muskelerkrankungen therapieren könnten. Im Zentrum aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen steht die Aktivierung spezifischer Proteine, die den zellulären Stoffwechsel und die Regeneration maßgeblich beeinflussen.

Experimentelle Substanz 991 verlängert Lebensspanne in Tierversuchen

Wissenschaftler der Queen Mary University of London, des Francis Crick Institute und der Universität Lyon untersuchten die Wirkung der experimentellen Substanz 991. In einer in der Fachzeitschrift Aging Cell veröffentlichten Studie, die primär vom britischen Medical Research Council (MRC) finanziert wurde, konnte nachgewiesen werden, dass dieser Wirkstoff die Lebensspanne von Hefen, Fadenwürmern und Fruchtfliegen um bis zu 25 % verlängert.

Die Wirkung der Substanz basiert auf der direkten Aktivierung des Proteins AMPK (Adenosinmonophosphat-aktivierte Proteinkinase). Dr. Helena Cochemé vom MRC betonte, dass damit erstmals der Nachweis gelungen sei, dass eine direkte AMPK-Aktivierung durch ein Medikament lebensverlängernd wirke. Dennoch dämpften die beteiligten Forscher die Erwartungen an eine schnelle Anwendung beim Menschen.

Laut Professor Filipe Cabreiro sei die Anti-Aging-Forschung noch weit von klinischen Studien an menschlichen Probanden entfernt, zumal Altern derzeit regulatorisch nicht als Krankheit eingestuft werde. Als nächster wissenschaftlicher Schritt ist die Erprobung von Substanz 991 an Mäusen geplant.

Regulatorische Durchbrüche bei der Behandlung myotoner Dystrophie

Parallel zu den Erkenntnissen der Grundlagenforschung verzeichnet die klinische Entwicklung von Therapien für neuromuskuläre Erkrankungen wichtige Etappenziele. Das Unternehmen Dyne Therapeutics gab Ende September 2026 bekannt, dass für den Wirkstoffkandidaten Z-Basivarsen (DYNE-101) bedeutende regulatorische Statuserleichterungen erreicht wurden.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte den Status als „Breakthrough Therapy“, „Orphan Drug“ und „Fast Track“. Zudem liegen entsprechende Orphan-Designierungen der EMA für die EU sowie des japanischen Gesundheitsministeriums vor.

Grundlage für diese Einstufungen sind die 12-Monats-Daten der Phase-1/2-Studie ACHIEVE zur Behandlung der myotonen Dystrophie Typ 1 (DM1). In einer gepoolten Analyse von 25 bis 26 Teilnehmern, die unterschiedliche Dosierungen erhielten, zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Muskelfunktion.

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Die Nachricht klingt verheißungsvoll: Eine experimentelle Substanz verlängerte im Labor die Lebensspanne von Hefen, Fadenwürmern und Fruchtfliegen um bis zu 25 % — über die direkte Aktivierung des Proteins AMPK. Doch was heißt das für Sie persönlich, und welche Schritte sind heute wirklich belegt? Unser kostenloser Leitfaden ordnet die AMPK-Forschung ein und zeigt Ihnen, welche Hebel für Ihre Gesundheitsspanne zählen. Jetzt kostenlosen Longevity-Leitfaden anfordern

Während sich die vHOT-Zeit (Video Hand Opening Time) in der Placebogruppe um 0,4 Sekunden verschlechterte, verbesserten sich die mit Z-Basivarsen behandelten Patienten nach sechs Monaten um 3,2 Sekunden gegenüber dem Ausgangswert von 8,2 Sekunden.

Nach 12 Monaten verzeichneten die Probanden zudem eine Steigerung der Muskelkraft um 4,5 % und eine Verbesserung des Myotonic Dystrophy Health Index um 25,2 %. Dyne Therapeutics plant die Einreichung des Zulassungsantrags für das dritte Quartal 2027.

Neue Daten zur Therapie der Duchenne-Muskeldystrophie

Auch im Bereich der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) wurden im Rahmen des WMS-Kongresses Ende September neue Studienergebnisse präsentiert. Sarepta Therapeutics legte Daten für die Gentherapie ELEVIDYS vor. Bei ambulanten Patienten im Alter von 8 bis 12 Jahren konnte über zwei Jahre eine Verbesserung im NSAA-Score um 3,32 Punkte gegenüber einer externen Kontrollkohorte beobachtet werden. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Übelkeit und Erbrechen.

Italfarmaco präsentierte zudem Langzeitdaten zum oralen HDAC-Inhibitor Givinostat. In einer 24-Monats-Analyse der EPIDYS-Studie wurde ein mittlerer Rückgang der Muskelfunktion (PUL 2.0) von nur –2,26 Punkten gemessen, während das statistische Modell für eine unbehandelte Kohorte einen Rückgang von –8,55 Punkten vorhersagte.

Erweiterung der klinischen Pipeline und metabolische Grundlagen

Die Forschungslandschaft wird durch weitere Akteure ergänzt. Satellos Bioscience schloss die Rekrutierung für die Phase-2-Studie BASECAMP ab, in der der Wirkstoff Forazapadin an 7- bis 10-jährigen Jungen getestet wird. Secretome Therapeutics startete zeitgleich die Phase-2-Studie THRIVE-2 für den Kandidaten STM-01, der auf entzündungshemmende Faktoren aus neonatalen kardialen Vorläuferzellen setzt.

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Viele Anti-Aging-Versprechen klingen gut und halten keiner Prüfung stand. Der aktuelle AMPK-Forschungsstand zeigt: Die vielversprechendsten Ergebnisse stammen bislang aus Tierversuchen — klinische Studien am Menschen stehen noch aus. Wer sich dennoch informieren will, braucht eine klare Checkliste, um seriöse Studien von Marketing zu unterscheiden. Genau das liefert Ihnen unser kostenloser Leitfaden. Checkliste für seriöse Anti-Aging-Studien sichern

Ergänzend dazu liefert die Medizinische Universität Graz neue Erkenntnisse zum Stoffwechsel. Eine in Science Advances veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass der LAMTOR/Ragulator-Komplex in der Leber die Aktivität von mTORC1 steuert.

Eine Fehlregulation dieses Prozesses verschiebt das Verhältnis von Gallensäuren deutlich, was die Entstehung von Lebererkrankungen begünstigen kann. Interessanterweise wurden bei über Hundertjährigen auffällige Konzentrationen bestimmter nicht-12-hydroxylierter Gallensäuren festgestellt, was die enge Verknüpfung zwischen Stoffwechselregulation und gesundem Altern unterstreicht.

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