Sturzprävention: Krankenkassen übernehmen Physiotherapie ab Juli
03.06.2026 - 16:22:12 | boerse-global.deSie erhalten die Mobilität, fördern die psychische Gesundheit und ersetzen zunehmend herkömmliche medizinische Maßnahmen.
Sturzprävention wird Kassenleistung
Ein Meilenstein für die Schweiz: Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) präventive physiotherapeutische Leistungen zur Abklärung von Sturzrisiken im Alter. Fachleute setzen dabei auf etablierte Programme wie „StoppSturz“ oder Konzepte der Rheumaliga.
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Für Fachkreise sind zwei Informationsveranstaltungen geplant: am 22. Juni und am 17. August 2026.
Kinästhetik gewinnt ebenfalls an Bedeutung. In Nürtingen findet am 8. Juni eine Informationsveranstaltung für pflegende Angehörige statt. Die Walter-Zink-Stiftung fördert das Projekt, das bewusste Bewegung zur körperlichen Entlastung im Pflegealltag vermittelt.
Weniger Fixierung, mehr Freiheit
Das Seniorendomizil Marienthal zeigt, wie es geht. Seit 2024 verfolgt die Einrichtung den sogenannten Werdenfelser Weg. Statt Sedativa und Rollstuhlgurten setzt Einrichtungsleiterin Doris Frammelsberger auf monatliche Tanzveranstaltungen, Aromapflege und Schutzhelme.
Die Bilanz: mehr Eigenständigkeit für Bewohner, zufriedenere Pflegeteams.
Auch die Gartentherapie boomt. Fachleute wie Ruth Wetzel und Angelika Ulrich belegen: Die Arbeit mit Pflanzen steigert das Wohlbefinden bei Demenz und Depressionen. Ein einfaches Beispiel: Lavendel-Ringe an Rollatoren wirken als sensorische Aktivierung.
Gemeinsam gegen Einsamkeit
Bundesweit verbinden Aktionswochen Bewegung mit sozialer Teilhabe. In Heidelberg beteiligen sich elf Seniorenzentren vom 22. bis 28. Juni an einer Aktionswoche gegen Einsamkeit. Das Programm: Gymnastik, Tanz, gemeinsame Mahlzeiten und Spiele.
Im hessischen Kreis Gießen startete am 2. Juni die Aktion „Sport im Park“. Mehrere Vereine bieten kostenfreie Angebote – von Seniorenspaziergängen bis zu Qigong. Die Zahlen aus dem Vorjahr sprechen für sich: 86 Vereine an 79 Standorten lockten mit über 600 Angeboten mehr als 6.000 Teilnehmer.
Fachkräfte am Limit – Fortbildung als Lösung
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Die Qualität der Angebote steht und fällt mit gut ausgebildetem Personal. Die LEB Niedersachsen startet am 9. Juni Fortbildungen für Betreuungskräfte. Die Themen: Sturzprophylaxe, Tanz, Resilienz und Aromapflege.
Der Bedarf ist enorm: Jährlich verzeichnet der Verband über 140.000 Teilnehmer in rund 8.000 Veranstaltungen.
Auch Brandenburg zieht nach. Kurse wie „Bewegung im Einklang“ oder sanfte Gymnastik richten sich gezielt an Einsteiger und Menschen in belastenden Pflegesituationen. Sie stärken den Körper – und bauen Stress ab. Für Betroffene und Pflegekräfte gleichermaßen.
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