Sturzgefahr im Herbst: Muskelabbau durch Angst verstärkt das Risiko
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 11:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere Ratgeber informieren über die deutlich erhöhte Sturzgefahr durch feuchtes Herbstlaub auf Gehwegen und geben gezielte Empfehlungen zur Prävention. Nasses Laub entwickelt auf asphaltierten oder gepflasterten Flächen eine Wirkung wie Schmierseife und steigert das Unfallrisiko signifikant, warnt Frank Hildebrand, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).
Besonders für ältere Menschen birgt ein Ausgleiten ernste Gefahren: Zu den typischen und folgenschweren Verletzungsmustern zählen Oberschenkelhalsbrüche sowie schwere Kopfverletzungen.
Der Teufelskreis aus Sturzangst und Bewegungsmangel
Ein zentraler Risikofaktor liegt oft in der falschen Reaktion auf die witterungsbedingte Unsicherheit. Wer aus Furcht vor Stürzen Aktivitäten im Freien meidet und sich weniger bewegt, setzt eine Negativspirale in Gang.
Carl Neuerburg von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) weist darauf hin, dass Inaktivität zum Abbau von Muskelkraft und Gleichgewichtssinn führt. Dieser Verlust an körperlicher Stabilität erhöht das langfristige Sturzrisiko letztlich deutlich, anstatt es zu senken.
Fachleute raten daher ausdrücklich zu kontinuierlicher körperlicher Betätigung. Regelmäßige Spaziergänge, gezieltes Krafttraining sowie Übungen für Gleichgewicht und Koordination stärken den Bewegungsapparat. Für Wege im Freien empfiehlt sich rutschhemmendes Schuhwerk, das Einplanen von mehr Zeit, die konsequente Nutzung von Handläufen sowie die Wahl gut beleuchteter Strecken.
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Zudem bieten Gehhilfen wie Stöcke oder Rollatoren zusätzliche Stabilität. Sollte es dennoch wiederholt zu Stürzen kommen, ist eine medizinische Ursachenforschung ratsam, die insbesondere Sehprobleme oder medikamentöse Einflüsse beleuchtet.
Medizinische Risikobewertung und Wohnraumanalyse
Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt eine jährliche Befragung älterer Patienten nach vorangegangenen Stürzen. Eine strukturierte Risikobewertung gilt als angezeigt, sobald Gangunsicherheiten, Sturzangst oder mindestens ein Sturz in den vorangegangenen zwölf Monaten vorliegen.
Sturzrisiken unterteilen sich dabei in intrinsische Aspekte wie Alter und Vorerkrankungen, extrinsische Faktoren wie schlechte Beleuchtung und glatte Böden sowie verhaltensbasierte Ursachen.
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Hausärzte und Orthopäden haben die Möglichkeit, bei akuter Sturzgefährdung eine ergotherapeutische Wohnraumanalyse zu verordnen. Diese erfolgt per Heilmittelverordnung mit dem Vermerk „Umfeldberatung“.
Ein Ergotherapeut nimmt dabei pro Behandlungsfall einen Hausbesuch von 120 Minuten inklusive Vor- und Nachbereitung mit Betroffenen und Angehörigen vor; bei langfristigem Heilmittelbedarf kann dies einmal pro Quartal wiederholt werden.
Finanzielle Förderungen für bauliche Wohnraumanpassungen lassen sich über die Pflegekasse, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie über Landesförderungen beantragen, wobei kommunale Wohnberatungsstellen Hilfestellung leisten.
Pflichten zur Laubbeseitigung im öffentlichen Raum
Neben der individuellen Vorsorge spielt die Räumung der Verkehrswege eine zentrale Rolle. Kommunale Stellen wie die Stadtbildpflege Kaiserslautern stufen nasses Herbstlaub als akute Gefahr für die Verkehrssicherheit ein, die unverzüglich beseitigt werden muss.
Anwohner sind in vielen Kommunen satzungsgemäß verpflichtet, Gehwege eigenverantwortlich von Laub freizuhalten – unabhängig davon, ob die Blätter von privaten, städtischen oder benachbarten Bäumen stammen.
In Kaiserslautern werden städtische Laubsäcke auf Wertstoffhöfen wie der Daennerstraße 17, Pfaffstraße 3 und Siegelbacher Straße 187 ausgegeben; gefüllte Säcke können ab dem 10. Oktober in Grünschnittcontainer entleert werden. Auf Wertstoffhöfen werden bis zu 0,5 Kubikmeter Laub kostenfrei angenommen.
Der Städtische Regiebetrieb (SRB) in Salzgitter weist ergänzend darauf hin, dass Laub, Kastanien und Nüsse keinesfalls in Straßengullys gekehrt werden dürfen. Für die Entsorgung stehen dort spezielle Laubsäcke für 2 Euro bereit, während die Entsorgungsanlage Diebesstieg Mengen bis zu 200 Kilogramm und einem Kubikmeter pauschal für 7 Euro annimmt.
