Sturnus, Android

Sturnus auf Android: Schadsoftware liest WhatsApp-, Telegram- und Signal-Chats

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sturnus umgeht den Schutz verschlüsselter Messenger, stiehlt Zugangsdaten und ermöglicht Angreifern die Fernsteuerung infizierter Android-Geräte.
Ein minimalistischer, dunkel beleuchteter Flur mit geometrischen Schatten auf einem Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

Eine neu identifizierte Schadsoftware für das Android-Betriebssystem bedroht die Sicherheit verschlüsselter Kommunikation. Der Schädling namens Sturnus gefährdet etablierte Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram und Signal. Laut einem Bericht vom 27. Oktober 2026 setzt das Schadprogramm an einer zentralen Stelle des Betriebssystems an und macht die kryptografischen Schutzmechanismen der Anwendungen wirkungslos.

Bedienungshilfen als Einfallstor für Chat-Überwachung

Um die Schutzmaßnahmen der Messenger-Dienste zu umgehen, missbraucht Sturnus die Berechtigung für Bedienungshilfen unter Android. Über diese Schnittstelle erlangt die Schadsoftware Zugriff auf die Darstellung der Benutzeroberfläche und kopiert alle sichtbaren Bildschirmnachrichten.

Da der Schädling den Text direkt vom Display abliest, greift die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Messenger nicht mehr, da diese lediglich die Datenübertragung absichert, nicht aber die Darstellung auf dem infizierten Endgerät.

Die abgefangenen Unterhaltungen sichert die Malware in einer Hintergrunddatei. Diese Daten werden anschließend unbemerkt im Hintergrund an die beteiligten Angreifer übermittelt.

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Manipulation von Bank-Apps und weitreichende Fernsteuerung

Neben der Erfassung privater Nachrichten zielt das Programm auf sensible Finanzdaten ab. Sturnus erkennt im laufenden Betrieb, wenn Nutzer auf ihrem Gerät eine Banking-App starten. In diesem Moment blendet der Schädling gefälschte Login-Masken über die Originalanwendung ein. Tragen Betroffene dort ihre Daten ein, fließen Kundennummern, Passwörter und Bestätigungsdaten direkt an die Kriminellen ab.

Über diese Spionagefunktionen hinaus ermöglicht die Schadsoftware eine vollständige Fernsteuerung des kompromittierten Smartphones. Die Täter können den Bildschirm des Geräts aus der Ferne sperren, eigenmächtig Überweisungen anstoßen und eingehende SMS-Codes für Sicherheitsabfragen abfangen und auslesen.

Um Gegenmaßnahmen zu verhindern, besitzt Sturnus zudem Mechanismen, mit denen auf dem Endgerät aktive Sicherheitssoftware gezielt deaktiviert werden kann.

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Empfehlungen zum Schutz vor einer Infektion

Angesichts der Risiken raten Sicherheitsexperten dringend dazu, keine manuellen Installationsdateien im APK-Format außerhalb der offiziellen Vertriebskanäle zu beziehen. Die Installation von Software aus Drittquellen gilt als primärer Infektionsweg für derartige Schädlinge.

Nutzer sollten den Bezug von Programmen auf die regulären App-Stores beschränken und besonders wachsam sein, wenn Anwendungen Zugriffsrechte auf die Bedienungshilfen des Betriebssystems einfordern.

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