Studium-Stress, Studierenden

Studium-Stress: 35 Prozent der Studierenden burn-out-gefährdet

13.06.2026 - 06:30:54 | boerse-global.de

TK-Studie zeigt: 35 Prozent der Studierenden sind burn-out-gefährdet. Doppelbelastung und Finanzsorgen belasten massiv.

Studierenden-Stress: Jeder Dritte fühlt sich emotional erschöpft
Studium-Stress - Ein gestresster Student mit dem Kopf in den Händen, umgeben von Büchern, Laptop mit KI-Inhalten und einem Kalender. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Laut einer aktuellen Umfrage der Techniker Krankenkasse fühlt sich jeder dritte Studierende emotional erschöpft. 35 Prozent gelten demnach als burn-out-gefährdet – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2017, als es noch 24 Prozent waren.

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Doppelbelastung und Finanzsorgen als Haupttreiber

Die TK-Erhebung, durchgeführt von Forsa unter 1.000 Studierenden, zeigt die konkreten Stressfaktoren. 34 Prozent der Befragten leiden unter der Doppelbelastung von Studium und Job. Fast die Hälfte (49 Prozent) nennt Prüfungen als größten Stressauslöser. 41 Prozent berichten von häufigem Stress im Allgemeinen.

Finanzielle Sorgen treiben 24 Prozent der Studierenden um. Der angespannte Wohnungsmarkt verschärft die Lage: In Trier etwa protestierten studentische Vertretungen gegen den Wegfall von Wohnheimplätzen. Die Zahl sank dort von rund 1.600 auf voraussichtlich nur noch 900 Plätze für das kommende Wintersemester. Die Studierenden fordern eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale im BAföG.

KI verändert das wissenschaftliche Arbeiten

Künstliche Intelligenz verspricht Effizienzgewinne beim Zeitmanagement – bringt aber neue Probleme mit sich. Der Dozent Simeon Jäkh warnt vor wachsender Verunsicherung: Studierende fürchten, wegen ihres Schreibstils der unzulässigen KI-Nutzung verdächtigt zu werden. Typische Anzeichen für KI-Einsatz sind halluzinierte Quellenangaben oder zirkuläre Argumentationen.

Die Hochschulen reagieren mit gezielten Workshops. Die Universität Tübingen veranstaltet Ende Juni bis Anfang Juli 2026 die 18. Schreibwoche. Themen sind unter anderem Journaling, Perfektionismus, Zeitmanagement, Literaturverwaltung mit Zotero und der kritische Umgang mit KI.

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Strukturierte Organisation als Erfolgsfaktor

Dass gute Planung den Unterschied macht, zeigen individuelle Beispiele: In juristischen Staatsexamina erzielten Studierende mit 4.000 Karteikarten und regelmäßigen Probeklausuren Spitzenleistungen. Das spricht für langfristige Lernstrategien statt punktuellem „Bulimie-Lernen".

Auch institutionell ist der Zusammenhang messbar. Das CHE-Hochschulranking zeigt: Eine gute Studienorganisation steigert die Zufriedenheit massiv. Die Technische Hochschule Mittelhessen erreichte Spitzenwerte, besonders in den dualen Studiengängen Elektrotechnik und Maschinenbau. Betreuung und Organisation der Laborpraktika wurden hier besonders positiv bewertet.

Entlastungsangebote der Hochschulen

Die Hochschulen bauen niedrigschwellige Angebote gegen den Druck aus. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen bietet im Juni 2026 eine „Relax Zone" an – mit Musik und Bewegungsimpulsen als Ausgleich zum Prüfungsstress.

Auch die frühzeitige Studienorientierung rückt in den Fokus. Die Universität Paderborn informiert Mitte Juni 2026 digital über das Projekt „Studieren vor dem Abi". Ab der neunten Klasse können Schüler so erste Erfahrungen sammeln. Ziel ist, den Übergang zur Hochschule besser zu planen und langfristig die Abbruchquoten zu senken.

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