Studium, Zulassungsbeschränkung

Studium 2026/ 27: Nur noch 31,6% mit Zulassungsbeschränkung

23.06.2026 - 19:54:00 | boerse-global.de

Studienbewerber nutzen immer häufiger KI für ihre Unterlagen. Hochschulen setzen auf Detektoren und Beratung, um Authentizität zu sichern.

KI-Bewerbungen: Hochschulen reagieren mit neuen Regeln
Studium - Nahaufnahme von Händen, die auf einer Laptoptastatur tippen, mit digitalem Textfluss auf dem Bildschirm, der KI-Nutzung andeutet. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Hochschulen reagieren mit neuen Beratungsangeboten und strengeren Regeln. Der Wandel betrifft sowohl Motivationsschreiben als auch die administrative Auswahl.

Authentische Bewerbungen trotz KI

Für das Wintersemester 2026/27 rücken Motivationsschreiben in den Fokus. Eine Untersuchung von rund 370.000 Essays zeigt: KI macht Texte sprachlich raffinierter, aber weniger individuell. Zulassungsexperten raten daher, KI nicht als Ghostwriter zu nutzen, sondern als Korrekturinstanz für eigene Entwürfe.

Erfolgreiche Bewerber erstellen oft zehn bis zwanzig Textfassungen. Die KI hilft dann, ein bereits geschärftes Profil weiter zu präzisieren. Die persönliche Stimme sollte sie jedoch nicht ersetzen.

Anzeige

Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet. Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI für Ihre Texte und im Alltag souverän nutzen können – ganz ohne Vorkenntnisse. Kostenlosen PDF-Ratgeber jetzt herunterladen

Detektoren prüfen auf KI-Nutzung

Um die Eigenständigkeit zu sichern, kommen vermehrt technische Hilfsmittel zum Einsatz. Anbieter wie Lynote verarbeiten monatlich über 500.000 Prüfungen. Ihre KI-Detektoren sollen mit 99 Prozent Genauigkeit zwischen menschlichen, KI-generierten oder paraphrasierten Sätzen unterscheiden.

An Schweizer Hochschulen zeigt sich ein differenziertes Bild: Eine Umfrage unter 31 Institutionen ergab offiziell niedrige Fallzahlen. Die Pädagogische Hochschule Luzern meldete 27 Fälle seit 2023, die ZHAW 17. Experten vermuten jedoch eine hohe Dunkelziffer. Elf der befragten Hochschulen setzen KI-Detektoren ein – Kritiker weisen auf deren mangelnde Zuverlässigkeit hin.

Grundsätzlich ist KI an Schweizer Hochschulen erlaubt, unterliegt aber einer strikten Transparenzpflicht.

EU AI Act als regulatorische Hürde

Zukünftig könnten rechtliche Rahmenbedingungen den Einsatz automatisierter Systeme einschränken. Der EU AI Act stuft Systeme zur Bewertung von Lernergebnissen als Hochrisiko-Anwendungen ein. Die strengen Regulierungen treten voraussichtlich am 2. Dezember 2027 in Kraft. Aktuell gibt es keine Systeme mit der notwendigen CE-Kennzeichnung für diesen Zweck.

Anzeige

Die neuen Regeln der EU-KI-Verordnung stellen Bildungseinrichtungen und Unternehmen vor große Herausforderungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und welche Pflichten jetzt auf Sie zukommen. Leitfaden zum EU AI Act kostenlos sichern

KI hilft bei der Studienwahl

Neben der Bewerbung selbst wird KI zur Orientierung eingesetzt. Die Universität Osnabrück stellte im Juni 2026 einen KI-Studiengangsfinder vor. Das Tool stellt bis zu zehn Fragen und schlägt drei bis fünf passende Fachrichtungen vor. Die Universität betont: Die Anwendung dient der Inspiration und ersetzt keine klassische Studienberatung.

International treiben Bildungseinrichtungen die Automatisierung voran. Die Xi'an Jiaotong-Liverpool University berichtet von einer Reduktion der manuellen Verwaltungsarbeit um 45 Prozent durch KI. Die University of Sydney veröffentlichte im Juni 2026 ihre KI-Plattform Cogniti auf einem globalen Marktplatz.

Weniger NC-Studiengänge in Deutschland

Flankiert werden diese Trends von einer Entspannung auf dem deutschen Studienplatzmarkt. Eine Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) für das Wintersemester 2026/27 zeigt: Nur noch 31,6 Prozent aller Studienangebote sind zulassungsbeschränkt. Vor sechs Jahren lag der Wert noch bei über 40 Prozent.

Besonders deutlich ist der Rückgang bei Bachelorstudiengängen. Deren NC-Quote sank innerhalb von zehn Jahren von 47,6 auf 28,7 Prozent. Regionale Unterschiede bleiben bestehen: In Berlin ist weiterhin mehr als jeder zweite Studiengang zugangsbeschränkt, in Thüringen liegt der Anteil unter 20 Prozent.

de | wissenschaft | 69612739 |