Studentenfutter, Mischungen

Studentenfutter: Sechs von 29 Mischungen fallen mit Pestiziden durch

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Foodwatch kritisiert Ashwagandha-Werbung, während Öko-Test Schadstoffe findet und Rückrufe vor Salmonellen sowie Viren warnen.

Lebensmittelsicherheit 2026: Warnungen, Rückrufe und neue Risiken
Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform und Glasbehälter auf einem Labortisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Transparenz von Inhaltsstoffen und die Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln stehen im Spätsommer 2026 verstärkt im Fokus der Verbraucherschutzorganisationen.

Besonders deutlich wurde dies durch eine konzertierte Aktion der Organisation foodwatch am 25. August 2026. Die Verbraucherschützer mahnten die Unternehmen ESN, More Nutrition sowie Naturally You, die Marke der Influencerin Pamela Reif, aufgrund irreführender Werbeversprechen für Ashwagandha-Produkte ab.

Die Kontroverse um Ashwagandha und regulatorische Defizite

Die Abmahnungen richten sich gegen die Art und Weise, wie die betroffenen Unternehmen die Wirkung der Pflanze Ashwagandha bewerben. Während die Anbieter häufig mit gesundheitsbezogenen Versprechen werben, mahnen Fachleute zur Vorsicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte bereits am 25. August 2026 vor potenziellen Nebenwirkungen der Substanz.

Im internationalen Vergleich zeigt sich eine deutliche Diskrepanz in der Regulierung. Während Dänemark die Substanz bereits im Jahr 2023 verbot und Polen verbindliche Höchstmengen für entsprechende Präparate festsetzte, hat Deutschland bisher keine vergleichbaren Maßnahmen ergriffen. Diese regulatorische Lücke wird von Verbraucherschützern kritisch betrachtet, insbesondere da die Vermarktung über soziale Medien eine junge Zielgruppe erreicht.

Systematische Manipulation und das Phänomen der „Skimpflation“

Der aktuelle Konflikt um Ashwagandha ist kein Einzelfall, sondern spiegelt laut Experten eine tieferliegende Problematik in der Lebensmittelindustrie wider. Chris Methmann, Chef von foodwatch, thematisiert diese Mechanismen in seinem im August 2026 erschienenen Buch „Bad Food“. In dem 352 Seiten umfassenden Werk beschreibt Methmann, wie die Industrie gezielt Ängste schüre und Konsumenten durch manipulative Marketingstrategien beeinflusse.

Ein Beispiel für intransparente Produktveränderungen, oft als „Skimpflation“ bezeichnet, wurde am 25. August 2026 am Beispiel der „Erdnuss Schnitten“ von Aldi dokumentiert. Anstelle echter Schokolade enthält das Produkt ein Imitat namens ChoViva, das aus Pflanzenfett und Sonnenblumenkernen besteht.

Die Verbraucherzentrale kritisierte in diesem Zusammenhang eine unzureichende Kennzeichnung, die es dem Käufer erschwere, die Rezepturänderung auf den ersten Blick zu erkennen. Der Hersteller, die F. A. Crux GmbH & Co. KG, gab dazu bislang keine Stellungnahme ab.

Belastungen durch Pestizide und bedenkliche Inhaltsstoffe

Neben Marketingaspekten rücken auch stoffliche Belastungen in den Fokus. Im August 2026 veröffentlichte Öko-Test Ergebnisse einer Untersuchung von 29 Studentenfutter-Mischungen. Dabei fielen sechs Produkte mit den Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.

Die Prüfer fanden Rückstände von Pestiziden, Mineralölbestandteilen und in einem Fall sogar krebserregende MOAH sowie Bakterien. Dennoch gab es auch positive Beispiele: Sechs Mischungen, darunter Eigenmarken von Tegut (2,40 Euro pro 200g), Kaufland (2,35 Euro) und Penny (1,99 Euro), erhielten die Bewertung „sehr gut“.

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Weitere Risiken gehen von Verpackungsmaterialien aus. Eine Untersuchung von 52 Dosenlebensmitteln durch Öko-Test im September 2026 zeigte, dass 42 Produkte hoch oder sehr hoch mit Bisphenol A (BPA) belastet waren.

In einer untersuchten Portion Ravioli lag der Wert 800-mal über dem TDI-Grenzwert der EFSA. Obwohl ein EU-Verbot für BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien bereits seit Januar 2025 besteht, gelten für Außenlacke Übergangsfristen bis Januar 2028.

Forschungsergebnisse zu Inhaltsstoffen und Lebensmittelsicherheit

Auch die wissenschaftliche Bewertung einzelner Inhaltsstoffe wird präzisiert. Ein Review im Fachjournal „Nature Metabolism“ vom 26. August 2026 durch Richard Johnson verdeutlichte die Risiken von Fructose.

Laut der Untersuchung wird Fructose in der Leber deutlich leichter in Fett umgewandelt als Glucose, was das Risiko für metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes erhöhe. Johnson betonte, dass Fructose nicht lediglich als eine weitere Kalorie zu betrachten sei.

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Ähnlich kritisch wird der Hype um Curcumin bewertet. Berichten vom 25. August 2026 zufolge wurden zahlreiche Studien zu diesem Wirkstoff aufgrund methodischer Mängel zurückgezogen. Humanstudien der Universität Amsterdam stellten zudem eine geringe Bioverfügbarkeit fest. Das BfR warnte in diesem Kontext vor Leberschäden, insbesondere bei Präparaten mit hoher Dosierung oder dem Zusatz von Piperin zur Wirkungsverstärkung.

Aktuelle Sicherheitsrisiken zeigten sich zudem bei konkreten Warenrückrufen. So wurde die Nudossi Haselnuss-Nougat-Crème (36 % Haselnussanteil, ohne Palmöl) wegen Salmonellenbelastung zurückgerufen.

Betroffen sind Chargen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 01.08. und 30.09.2026. Parallel dazu kam es am 25. August 2026 zu Rückrufen von Tiefkühlbeeren bei großen Handelsketten wie Aldi, Lidl und Rewe aufgrund von Hepatitis-A- und Noroviren. Experten raten hierbei grundsätzlich zum Erhitzen der Früchte auf mindestens 90 Grad Celsius.

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