Stromsteuer: ADAC und Handwerk fordern 81-Euro-Entlastung pro Haushalt
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Belastung durch Energie- und Kraftstoffpreise wächst. Wirtschaftsverbände und Sozialorganisationen fordern mehr Entlastung – doch die bisherigen Maßnahmen greifen zu kurz.
ADAC und Handwerksverband drängen auf eine drastische Senkung der Stromsteuer. Eine Reduzierung auf das europäische Mindestmaß würde einen durchschnittlichen Haushalt um etwa 81 Euro pro Jahr entlasten. Als Reaktion auf die Preisrisiken durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sei das längst überfällig, argumentieren die Verbände.
Bundeszuschuss verfehlt Wirkung
Zu Beginn des Jahres flossen 6,5 Milliarden Euro zur Dämpfung der Übertragungsnetzentgelte. Die erhoffte Entlastung von rund 100 Euro pro Haushalt erreichen die meisten Verbraucher jedoch nicht.
Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt: Im Schnitt lag die tatsächliche Ersparnis zuletzt bei nur 56 Euro. Die regionalen Unterschiede sind enorm. Haushalte in Mainz sparen über 100 Euro, in Rostock weniger als 20 Euro jährlich.
VdK: Gießkannenprinzip benachteiligt Geringverdiener
Der Sozialverband VdK Deutschland kritisiert die Entlastungspolitik als unzureichend für einkommensschwache Gruppen. Pauschale Steuersenkungen begünstigten überproportional Menschen mit höheren Einkommen, warnt Präsidentin Verena Bentele. Haushalte mit wenig Geld könnten die steigenden Kosten für Heizen und Mobilität kaum noch tragen.
Wer sich mit steigenden Kosten für Energie und Instandhaltung befasst, sollte auch bei der Immobilienverwaltung kein Geld verschenken. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie als Vermieter alle zulässigen Betriebskosten rechtssicher abrechnen und Rückzahlungen sichern. Betriebskostenabrechnung 2026: So holen Vermieter jeden zulässigen Euro zurück
Der Verband fordert sozial gestaffelte Direktzahlungen statt Gießkannenprinzip. Im Fokus: Pflegekräfte, Menschen mit Behinderungen und Bewohner ländlicher Räume.
Die CO2-Preise zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne verteuern fossile Brennstoffe erneut. Private Haushalte zahlen bis zu 3,2 Cent mehr pro Liter Kraftstoff und 0,22 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Ohne gezielte Förderung für Wärmepumpen oder Elektromobilität drohe vielen die dauerhafte Kostenfalle.
Klimageld: Technik steht, Auszahlung nicht
Das Bundesfinanzministerium hat die technischen Voraussetzungen für Direktzahlungen längst geschaffen. Für 2026 ist eine Auszahlung des Klimageldes dennoch nicht vorgesehen.
Während die politische Entlastung auf sich warten lässt, können Vermieter durch eine korrekte Kostenaufstellung ihre eigene finanzielle Situation stabilisieren. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, welche oft vergessenen Positionen Sie rechtssicher auf Ihre Mieter umlegen dürfen. Diese „sonstigen Betriebskosten“ vergessen die meisten Vermieter im Mietvertrag – jetzt gratis nachlesen
Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung fließen stattdessen in industrielle Investitionen und den Ausbau erneuerbarer Energien. Verbraucherschützer fordern, das Geld unbürokratisch an die Bürger zurückzugeben – auch um die Akzeptanz für klimapolitische Maßnahmen zu sichern.
Der Strompreis für Haushalte lag Mitte des Jahres bei durchschnittlich 37 Cent pro Kilowattstunde. Steuern, Abgaben und Netzentgelte machen rund 60 Prozent davon aus. Trotz stabiler Großhandelspreise bleiben die Endkundenpreise auf kritischem Niveau.
Sozialorganisationen verlangen zudem eine Anpassung der Grundsicherung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die letzte Erhöhung liegt über zwei Jahre zurück. Angesichts der Preisentwicklung bei Energie und Lebensmitteln wächst die Armutsgefährdung, besonders bei Seniorinnen und Senioren. Eine strukturelle Reform des Sozialstaats soll künftig schneller und treffsicherer reagieren.
