Stressabbau, Demenzrisiko

Stressabbau: 4-7-11-Atemtechnik senkt Demenzrisiko nachweislich

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Zahl der Stresskranken steigt weiter: 6,2 Millionen Beschäftigte benötigten 2025 Medikamente. Experten setzen auf einfache Achtsamkeitsroutinen.

Stress am Arbeitsplatz: 6,2 Millionen Betroffene – diese Achtsamkeitsübungen helfen
Ein minimalistischer, aufgeräumter Schreibtisch in einem hellen Büro mit einer Pflanze und weichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Beschäftigte leiden unter beruflichem Stress – die Krankenkassen-Statistiken sind alarmierend. Rund 6,2 Millionen Erwerbspersonen erhielten im Jahr 2025 über 34 Millionen Arzneimittel-Rezepte. Das entspricht einem Anstieg von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Auswertung der Techniker Krankenkasse aus August 2026 zeigt.

Doch es gibt Hoffnung: Experten setzen zunehmend auf einfache Achtsamkeitsroutinen, die sich ohne großen Zeitaufwand in den Alltag integrieren lassen.

Atemtechniken gegen den Stress

Ein zentraler Baustein zur Stressreduktion ist die bewusste Steuerung der Atmung. Der Mediziner Dietrich Grönemeyer empfiehlt in einem aktuellen Ratgeber die sogenannte 4-7-11-Methode. Diese Atemtechnik beruhigt das Nervensystem, senkt nach Angaben des Arztes das Demenzrisiko und versetzt den Körper in einen Ruhemodus.

Die Arbeitnehmerkammer Bremen ergänzt mit Techniken für den Schreibtisch: bewusstes Durchatmen in Stresssituationen und interne Stoppsignale. Wird die Belastung zu hoch, soll man mental „Stopp“ sagen, um die Gedankenspirale zu unterbrechen. Auch positive Selbstgespräche und das Erlernen von „Nein“-Sagen gelten als wirksame Mittel gegen Überlastung im Büro.

Fünf Tiere gegen Verspannungen

Für Büroangestellte, die viel sitzen, empfehlen Fachleute Übungen aus dem traditionellen „Fünf-Tiere-Spiel“. Vier Bewegungsabläufe lassen sich in einer acht- bis zehnminütigen Mittagspause absolvieren:

  • Der Tiger: Öffnet die Schultern
  • Der Hirsch: Dreht sanft den Rücken und löst Verspannungen
  • Der Bär: Lockert die Hüften
  • Der Vogel: Ordnet und vertieft die Atmung

Jede Teilsequenz sollte ein bis zwei Minuten dauern, so die Empfehlung der Experten.

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Spaziergang ohne Handy

Der von der Ärztin Boticaria García propagierte „parasympathische Spaziergang“ setzt auf Bewegung in reizarmer Umgebung. Mehrmals pro Woche auf ruhigen Strecken, ausdrücklich ohne Smartphone – so lässt sich der Parasympathikus aktivieren. Das hilft nach Angaben der Expertin besonders in hormonellen Umbruchphasen wie der Menopause. Begleitung durch eine Vertrauensperson ist erlaubt, das Ziel bleibt aber die Stressbewältigung.

Wer es ruhiger mag, findet Orte der Stille wie das Ibmer Moor. Die AOK Ulm-Biberach bietet zudem am 6. August eine angeleitete Achtsamkeitsübung im Freien an.

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Kassen bezuschussen Kurse

Neben Eigenübungen setzen Experten auf strukturierte Programme. Achtsamkeitstrainerin Manuela Behrndt startet Ende August achtwöchige Kurse in Wittenberge und Perleberg. Ähnliche Formate wie „Entspannt in den Feierabend“ beginnen Mitte August in Homburg-Erbach.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen solche Präventionsangebote, sofern sie zertifizierte Standards erfüllen. Die Kursgebühren liegen zwischen 119 und 150 Euro. Ziel ist es, langfristige Strategien zu vermitteln und den Teufelskreis aus Stress und gesundheitlichen Folgeschäden zu durchbrechen.

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