Streaming-Konten, Millionen

Streaming-Konten: 12 Millionen Accounts im Darknet nach WM-Boom

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 16:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle nutzen die WM-Nachfrage für massiven Streaming-Account-Diebstahl. Der Schwarzmarkt wird auf 200 Millionen Euro geschätzt.

WM-Streaming-Boom: Millionen gestohlener Konten im Darknet
Schattenhafte Figuren zwischen leuchtendem Code und Datenströmen, die gestohlene Konten im Darknet darstellen, mit einem Hauch von Fußballstadion. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr als zwölf Millionen gestohlene Streaming-Konten kursieren derzeit im Darknet – ausgelöst durch die globale Nachfrage nach WM-Übertragungen.

Das Sicherheitsunternehmen HUMAN Security hat einen regelrechten Boom illegaler Streaming-Zugänge dokumentiert. Insgesamt sind Accounts von zehn verschiedenen Plattformen betroffen. Der Schwarzmarkt dafür wird auf umgerechnet rund 200 Millionen Euro geschätzt.

Rekordverdächtiger Datenklau während der Gruppenphase

Besonders aktiv waren die Cyberkriminellen während der WM-Vorrunde. Am 27. Juni 2026 veröffentlichten die Täter einen Rekordfundus: 802.000 kompromittierte Konten an einem einzigen Tag. Der potenzielle Erlös für diese Daten: knapp 13,5 Millionen Euro.

Die gestohlenen Zugänge werden im Schnitt für etwa fünf Euro pro Stück gehandelt. Zum Vergleich: Ein legales Monatsabo kostet zwischen 27 und 45 Euro. Um Käufer zu locken, bieten die Händler in Darknet-Foren oft zusätzliche Anreize – darunter Garantien für den Zugang, hinterlegte Zahlungskarten und sogar Treuepunkte der gekaperten Accounts.

So gelangen die Kriminellen an die Daten

Die Angreifer setzen auf zwei Hauptmethoden: Credential-Stuffing und Schadsoftware. Beim Credential-Stuffing nutzen sie Passwörter aus früheren Datenlecks, um sich Zugang zu Streaming-Profilen zu verschaffen.

Sicherheitsforscher entdeckten zudem manipulierte Android-Streaming-Apps, die mit den Banking-Trojanern Massiv und Perseus infiziert waren. Diese Apps zielen auf Kryptowährungs-Wallets ab – ebenfalls durch die Wiederverwendung von Passwörtern über verschiedene Plattformen hinweg.

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Das FBI warnt außerdem vor gefälschten FIFA-Webseiten und Livestreaming-Seiten, die mit minimalen Rechtschreibfehlern in den Domainnamen arbeiten, um Passwörter und Kreditkartendaten abzugreifen.

Behörden schlagen zurück

Die Strafverfolgungsbehörden verstärken ihre Maßnahmen gegen die Piraterie-Netzwerke. Das US-Justizministerium beschlagnahmte am 29. Juni 2026 rund 400 illegale Streaming-Domains. Die griechische Polizei zerschlug einen IPTV-Pirateriering, der seit 2017 operierte und 86.000 Nutzer in 13 Ländern versorgte. Die Organisation wusch über eine Million Euro durch Dutzende ausländische Bankkonten – der geschätzte Schaden für legale Anbieter liegt bei 50 Millionen Euro.

Die Reaktionen der Streaming-Branche fallen unterschiedlich aus. Fubo setzt auf Geolokalisierungs-Überwachung, um unbefugte Zugriffen zu erkennen und zu blockieren. Große Anbieter wie Fox Sports, NBC Sports, Telemundo, YouTube TV und DirecTV sowie die FIFA selbst haben sich zu den Sicherheitserkenntnissen bislang nicht geäußert.

Wachsende Gefahr für kleine Unternehmen

Die Ausbeutung von Großereignissen fällt mit einem Anstieg von Zugangsangeboten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zusammen. Laut Daten von Kaspersky entfielen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 60 Prozent der Zugangsangebote in Darknet-Foren auf KMU. Broker verkaufen dort Einstiegspunkte für Ransomware und Datendiebstahl.

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In einem separaten Fall nahmen US-Bundesbehörden einen 21-Jährigen in Florida fest. Er soll über infizierte Spiele auf der Steam-Plattform Schadsoftware verbreitet haben. 8.000 Nutzer waren betroffen, der Diebstahl von Kryptowährungen belief sich auf mindestens 200.000 Euro.

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