Straßenbeleuchtung, Städte

Straßenbeleuchtung: Städte sparen mit LED 162.000 kWh pro Jahr

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Städte modernisieren Straßenbeleuchtung mit LED und IoT-Steuerung. Neue Gesetze und Förderreformen erhöhen den Druck auf Kommunen.

LED-Umbau und smarte Steuerung: Kommunen treiben die Modernisierung der Straßenbeleuchtung voran
Moderne LED-Straßenbeleuchtung in einer städtischen Umgebung in der Dämmerung zur Veranschaulichung der Energieeffizienz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung wird zum Motor kommunaler Klimaschutzstrategien. Immer mehr Städte setzen auf LED-Technik und vernetzte Steuerungssysteme.

Städte zeigen, wie Energiesparen geht

Die Stadt Kehl hat 1.100 Leuchten modernisiert. Rund 580.000 Euro investierte die Kommune, unterstützt durch eine 25-prozentige Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative. Die LED-Quote liegt nun bei 82 Prozent. Jährlich spart die Stadt 162.000 Kilowattstunden Strom und reduziert den CO2-Ausstoß um 1.411 Tonnen. Insektenfreundliche Lichtfarben zwischen 2200 Kelvin im Außenbereich und 3000 Kelvin innerorts kommen dabei zum Einsatz.

Kleinere Kommunen ziehen nach. Elsterwerda rüstete bis Ende Dezember 2025 insgesamt 33 Leuchten an der Bundesstraße 101 um. Pro Lampe und Tag sinkt der Energieverbrauch um 23 Kilowattstunden – das macht rund 8.500 Kilowattstunden Ersparnis pro Jahr. Auch die Gemeinde Wutach schloss im Juli 2026 ihre flächendeckende Umstellung ab.

Selbst historische Bauwerke profitieren von der Technik. Die Luzerner Kapellbrücke, eine der ältesten Holzbrücken Europas, leuchtet nun mit 418 spezialisierten LED-Leuchten. Moderne Treiber und LED-Streifen sparen hier rund 13,5 Prozent Energie – und erfüllen zugleich die Anforderungen des Denkmalschutzes.

Smarte Steuerung: Licht nach Bedarf

Der reine Leuchtmitteltausch ist nur der Anfang. Intelligente Steuerungssysteme gewinnen an Bedeutung. Die Schweizer Gemeinde Ostermundigen testet am 3. und 4. August 2026 eine sensorbasierte Lichtsteuerung an der Bern- und Grubenstrasse. Ziel: Die Beleuchtung bedarfsgerecht regulieren, Energie sparen und Lichtemissionen minimieren.

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Spezialisierte Anbieter für IoT-Steuerungen (Internet of Things) drängen auf den Markt. Ein deutsches Unternehmen, das bereits über 30 Kommunen betreut, plant die bundesweite Einführung einer vernetzten Steuerungslösung. Solche Systeme verwalten Beleuchtungsnetze zentral und reagieren flexibel auf Verkehrsaufkommen oder Umgebungsbedingungen.

Auch für private und gewerbliche Außenbeleuchtung gibt es Neuigkeiten: Ende Juli 2026 wurde eine Anwendung vorgestellt, die künstliche Intelligenz, Augmented Reality und LiDAR-Technologie kombiniert. Die Software erfasst und organisiert Leuchten automatisch. Der Marktstart ist für Ende 2026 geplant.

Neue Gesetze erhöhen den Druck

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Die rechtlichen Rahmenbedingungen verschärfen die Anforderungen. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GModG) senkt die Schwelle für die Pflicht zur Gebäudeautomatisierung von 290 auf 70 Kilowatt – bis Ende 2029. Bestehende Gebäude müssen bis 2030 beziehungsweise 2033 modernisiert werden. Ab 2028 gilt: Alle neuen öffentlichen Gebäude werden emissionsfrei betrieben, für andere Neubauten startet diese Pflicht 2030.

Die Förderlandschaft verändert sich ebenfalls. Die Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) schließt neue Anträge für reine Innenbeleuchtungssysteme aus. Die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) verlangt stattdessen die Integration der Beleuchtung in Gebäude-Energiemanagementsysteme (BEMS). Smarte Lichtlösungen, die sich in diese Systeme einbinden lassen, werden künftig entscheidend für die Energieeffizienzklassen von Gebäuden sein.

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