Stille, Entzündungen

Stille Entzündungen: Elf Getränke fördern chronische Krankheiten

02.06.2026 - 19:05:48 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt direkte Verbindungen zwischen Ernährungsgewohnheiten, stillen Entzündungen und Volkskrankheiten auf.

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Chronische Entzündungen ohne spürbare Symptome gelten als Treiber vieler Volkskrankheiten.

Müdigkeit, Gelenkschmerzen, hartnäckiges Übergewicht – was viele als normale Alterserscheinung abtun, könnte auf eine „stille Entzündung" hinweisen. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen auch als „Silent Inflammation" oder „Inflammaging". Immer mehr Studien belegen: Die Art, wie wir uns ernähren, hat direkten Einfluss auf die Entzündungsprozesse im Körper.

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Bauchfett als Risikofaktor

Besonders gefährdet sind Menschen mit starkem Übergewicht in der Körpermitte. Bei Frauen gilt ein Taillenumfang von über 88 Zentimetern als kritisch, bei Männern die Marke von 102 Zentimetern. „Zucker, Alkohol und Rauchen sind die größten Entzündungstreiber", erklären Experten. Die gute Nachricht: Eine gezielte Ernährungsumstellung kann gegensteuern.

Empfohlen werden Lebensmittel mit hohem Anteil an Antioxidantien sowie den Vitaminen A, C und E. Auch die Mineralstoffe Selen und Zink spielen eine wichtige Rolle. Sekundäre Pflanzenstoffe aus Knoblauch, Zwiebeln und frischen Kräutern entfalten ebenfalls entzündungshemmende Wirkung. Besonders wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Makrele, Hering, Raps- und Leinöl vorkommen.

Elf Getränke im Visier der Forschung

Eine aktuelle Analyse hat elf Getränkesorten identifiziert, die stille Entzündungen begünstigen können. Dazu zählen Softdrinks, Energydrinks, gesüßte Kaffeegetränke, Fruchtsäfte, Smoothies und alkoholische Getränke. Besonders Fruchtzucker aus Säften steht in der Kritik: Er treibt die Blutfettwerte in die Höhe, fördert Insulinresistenz und begünstigt die Fettleber.

Doch auch Zuckerersatzstoffe sind nicht unproblematisch. Eine Metastudie aus dem Jahr 2025 ergab ein um 42 Prozent erhöhtes Alzheimer-Risiko durch bestimmte Süßstoffe. Als entzündungshemmende Alternativen empfehlen Fachleute Wasser, Grüntee, schwarzen Kaffee, Kräutertees und Kefir.

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Das Mikrobiom und der Alterungsprozess

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena hat im Mai 2026 eine Studie im Fachblatt PLoS Biology veröffentlicht, die neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Darmflora und chronischen Entzündungen liefert. Demnach ist nicht die Veränderung der Darmbakterien selbst das Problem, sondern die nachlassende Immunüberwachung im Alter.

Verliert das Immunsystem die Fähigkeit, bestimmte Mikroorganismen zu kontrollieren, gerät das Gleichgewicht der Darmflora aus den fugen – die Folge ist eine chronische Entzündung, das sogenannte „Inflammaging". Ein gesundes Immunsystem begrenzt normalerweise das Wachstum übermäßig schneller mikrobieller Konkurrenten.

Streit um verarbeitete Lebensmittel

Die Deabtte um hochverarbeitete Lebensmittel hat durch eine Studie im BMJ Oncology Anfang Juni 2026 neue Nahrung erhalten. Die Forscher werteten Krebsregisterdaten aus England zwischen 2001 und 2019 aus und stellten fest: Die Krebsraten bei 20- bis 49-Jährigen stiegen bei elf verschiedenen Krebsarten. Zwar nahm auch die Fettleibigkeit zu, doch allein erklärt dieser Faktor den Trend nicht.

Wissenschaftler vermuten, dass der Konsum von Fertigprodukten, zuckerhaltigen Getränken und Umweltgifte eine Rolle spielen. Allerdings kritisieren einige Experten die pauschale Verurteilung von verarbeiteten Lebensmitteln. Die Definition aus dem Jahr 2019 sei unpräzise. Organisationen wie „Healthy Eating Research" plädieren dafür, stärker auf den Nährstoffgehalt zu achten – etwa auf Salz-, Zucker- und Fettgrenzen. Joghurt oder Vollkornbrot könnten durchaus „gute" verarbeitete Lebensmittel sein.

Rapsöl gegen Social-Media-Mythen

In den sozialen Medien kursieren Behauptungen, Rapsöl sei entzündungsfördernd oder krebserregend. Ernährungsmediziner wie Matthias Riedl und Hans Hauner widersprechen entschieden: Rapsöl habe ein günstiges Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 sowie einen hohen Vitamin-E-Gehalt. Moderne Züchtungen seien unbedenklich. Das Öl bleibe eine hochwertige Wahl für die Küche – oft sogar stabiler als Olivenöl.

Junge Erwachsene zunehmend betroffen

Medizinische Berichte vom Juni 2026 zeigen einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr 20- bis 30-Jährige haben erhöhte Harnsäurewerte. Ursache sind Ernährungsgewohnheiten mit viel Fast Food, Innereien, rotem Fleisch und fruchtzuckerhaltigen Getränken. Unbehandelt drohen Gichtanfälle und Nierenschäden.

Eine französische Beobachtungsstudie (Nutrinet-Santé) untersuchte zudem den Zusammenhang zwischen Konservierungsstoffen und Stoffwechselerkrankungen. Die Ergebnisse zeigen Verbindungen zu Bluthochdruck und Diabetes. Forscher der Berliner Charité weisen jedoch darauf hin, dass es sich um Zusammenhänge, nicht um direkte Ursachen handelt – Konservierungsstoffe finden sich häufig in insgesamt ungesunden Lebensmitteln.

Streit um Ernährungsempfehlungen

Fachgesellschaften geraten zunehmend unter Druck. Eine Stellungnahme der FEBPH vom Juni 2026 kritisiert die jahrelange „Low-Fat"-Empfehlung. Der Ersatz von Fetten durch raffinierte Kohlenhydrate habe zur Zunahme von Typ-2-Diabetes und Fettleber beigetragen. Auch die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Eierkonsum (März 2024) werden hinterfragt: Sie basierten eher auf ökologischen als auf medizinischen Erkenntnissen. Moderate Eieraufnahme zeige in Studien kein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.

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