Stiff-Person-Syndrom: Seltene Autoimmunerkrankung mit chronischen Schmerzen
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 03:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Céline Dion stand mit ihrem Comeback-Konzert in der Plenitude Arena in Nanterre bei Paris erstmals seit sechs Jahren wieder für ein vollständiges Konzert auf der Bühne.
Der Auftritt, der laut Berichten vom 12. September 2026 um 19:30 Uhr begann und mit dem Song „On Ne Change Pas" um 20:49 Uhr eröffnet wurde, markiert einen bedeutenden Moment in der Krankengeschichte der Sängerin – und lenkt zugleich den Blick auf das Stiff-Person-Syndrom (SPS), an dem sie leidet.
Eine seltene Diagnose wird öffentlich
Dion machte ihre SPS-Diagnose im Dezember 2022 öffentlich. Die Erkrankung war demnach bereits 2022 diagnostiziert worden, nachdem 2020 ein erster Krankheitsschub aufgetreten war. Ihr letztes vollständiges Konzert im Rahmen der Courage World Tour hatte sie im März 2020 gegeben; die Tour wurde später, 2023, endgültig abgebrochen.
Das Stiff-Person-Syndrom ist eine neurologische Autoimmunerkrankung, die Muskelsteifheit, schmerzhafte Krämpfe, chronische Schmerzen und Angstzustände auslösen kann.
Eine Heilung existiert nicht, Behandlungen können jedoch die Symptome lindern. Prof. Bettina Balint vom Universitätsspital Zürich zufolge betrifft SPS etwa eine Person pro Million, wobei die Diagnosestellung im Schnitt sechs Jahre dauert.
Johns Hopkins Medicine beziffert die Häufigkeit ähnlich, mit ein bis zwei Betroffenen pro Million. Nach Angaben zu Dions Fall sind in Großbritannien rund 70 und in den USA rund 330 Menschen betroffen, wobei Frauen doppelt so häufig erkranken wie Männer.
Monatelange Vorbereitung für die Rückkehr
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Für ihr Comeback trainierte Dion nach eigenen Angaben mit 90-minütigen Pilates-Einheiten dreimal wöchentlich sowie zweimal wöchentlich Ballett und Barre-Training. Seit der Diagnose 2022 durchläuft sie zudem Physiotherapie, Stimmtherapie und Immuntherapie.
Eine 2024 erschienene Dokumentation, „I Am: Céline Dion", die bei Prime Video veröffentlicht wurde, beschreibt laut Insidern eine ständige, konsequente Arbeit an ihrer Genesung. Bereits 2024 war sie bei der Eröffnung der Olympischen Spiele aufgetreten.
Die Residency in Paris
Das Konzert in Nanterre ist Teil einer 26-Termin-Residency: 16 bereits ausverkaufte Shows laufen von September bis zum 17. Oktober 2026, weitere zehn Termine folgen im Mai 2027. Für die 26 Konzerte werden insgesamt über 900.000 Zuschauer erwartet, rund 30.000 Fans pro Abend. Die Nachfrage nach Tickets war enorm: Rund 9 Millionen Menschen versuchten, Karten zu bekommen.
Die Show soll voraussichtlich über zwei Stunden dauern, mit einer weitgehend frankophonen Setlist, die Titel auf Französisch und Englisch umfasst, darunter Songs aus dem Album „D'eux" von Jean-Jacques Goldman. Auf der Bühne wirken 18 Musiker und Choristen mit, musikalische Leitung hat Scott Price, für die Szenografie zeichnet Willo Perron verantwortlich.
Die Gästeliste bleibt offiziell geheim, wobei Namen wie Ycare, Andrea Bocelli und Lara Fabian kursieren. Vor ihrem Hotel Royal Monceau in Paris versammelten sich täglich Fans, ein Bodyguard half ihr dabei, ihnen zuzuwinken.
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Forschung und öffentliche Aufmerksamkeit
Dions Stiftung spendete 2024 2 Millionen US-Dollar für die Erforschung autoimmuner neurologischer Erkrankungen. Fachleute wie Prof. Balint sehen in der öffentlichen Diagnose der Sängerin, die in vier Jahrzehnten rund 260 Millionen Alben verkauft hat, einen Faktor, der das Interesse an SPS steigert und möglicherweise zusätzliche Forschungsgelder mobilisieren könnte – für eine Krankheit, die aufgrund ihrer Seltenheit bislang wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhielt.
