Steuererklärung: Quishing und Smishing nehmen um 146 und 162% zu
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Finanzbehörden und Sicherheitsexperten schlagen Alarm.
Falsche Betriebsprüfungen per E-Mail
Das Finanzministerium Schleswig-Holstein warnt vor gefälschten Mails. Sie stammen angeblich von der Poststelle des Ministeriums und kündigen eine Außenprüfung an. Der Anhang: eine als PDF getarnte HTML-Datei.
Öffnen Empfänger die Datei, fordert sie zur Eingabe von Passwörtern auf. Das Ministerium stellt klar: Prüfungsanordnungen verschickt es grundsätzlich nicht per Mail. Dafür sind die Finanzämter zuständig. Betroffene sollen die Nachrichten löschen und bei bereits erfolgter Dateneingabe sofort ihre Zugangsdaten ändern.
ELSTER im Visier der Betrüger
Auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt Mitte Juli vor Phishing-Mails. Sie missbrauchen den Namen des offiziellen Steuerportals ELSTER. Die Täter fordern zur Aktualisierung eines angeblichen IMAP-Kontos auf. Vorwand: die am 31. Juli 2026 endende Frist für die Steuererklärung.
Woran erkennt man die Fakes? Unpersönliche Anreden und Absenderadressen, die auf spanische Standorte oder fehlerhafte Domains verweisen. Die Opfer landen auf gefälschten Webseiten, die ihre ELSTER-Zugangsdaten abgreifen.
Quishing und Smishing legen zu
Die aktuelle Welle passt zu globalen Trends. Laut Sicherheitsdienstleister Zimperium stiegen Quishing-Angriffe – Phishing mit QR-Codes – im ersten Quartal um 146 Prozent. Allein im März gab es weltweit rund 18,7 Millionen solcher Vorfälle. Jede neunte Phishing-Mail enthält inzwischen einen bösartigen QR-Code.
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Auch Smishing – Betrug per SMS – legte im zweiten Quartal um 162 Prozent zu. Die Täter nutzen gefälschte Bußgeldbescheide oder Verkehrsverstöße, um an Bankdaten zu kommen. Die Polizei Köln nahm Mitte Juli einen 24-Jährigen fest. Er soll als falscher Bankmitarbeiter einen mittleren fünfstelligen Schaden verursacht haben.
Haftung und Schutz: Was gilt?
Das FBI zerschlug das Netzwerk Outsider mit über 8.000 Domains – geschätzter Schaden: 1,9 Milliarden US-Dollar. In Deutschland plant die Bundesregierung einen 26-Punkte-Plan gegen Finanzkriminalität, inklusive Personalaufstockung bei Ermittlern.
Ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2025 stärkt Verbraucher: Banken haften bei Phishing-Schäden, wenn Kunden keine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird. Der belgische Kassationshof bestätigte Ende Juni: Die Beweislast für schuldhaftes Verhalten liegt bei der Bank.
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Kaspersky warnt zudem vor gefälschten E-SIM-Shops, die Mobilfunkanbieter imitieren. Die Devise: Dienstleistungen nur über verifizierte Apps oder durch direkte Eingabe der offiziellen Webadresse prüfen.
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