Steuererklärung ab Juli: 11,5 Millionen nutzen MeinElster+-App
28.06.2026 - 21:20:59 | boerse-global.de
Während Banken und Behörden neue digitale Dienste einführen, kämpfen Kritiker um Barrierefreiheit und Sicherheit.
Digitale Unterschrift für den Hauskauf
Seit dem 27. Juni testen sechs große deutsche Banken Pilotprojekte zur digitalen Identitätsprüfung bei Immobilienkäufen. Künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie sollen Eigentumsübertragungen künftig deutlich beschleunigen. Ein Schritt, der den notorisch langsamen deutschen Immobilienmarkt endlich digitalisieren könnte.
Parallel dazu startet der öffentliche Sektor durch: Ab dem 1. Juli können rund 11,5 Millionen Steuerzahler ihre Einkommensteuererklärung per Klick in der MeinElster+-App erledigen. Der Haken: Der Dienst gilt zunächst nur für kinderlose Singles und Rentner mit einfachen Einkommensverhältnissen. Wer hohe Werbungskosten oder Spenden geltend machen will, muss weiterhin den klassischen Weg gehen.
Behindertenrecht: Reform stößt auf Widerstand
Die Digitalisierungswelle offenabr eklatante Lücken im deutschen Behindertenrecht. Ein im Februar vorgelegter Entwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) sorgt für heftige Kontroversen. Fast 162.000 Menschen unterzeichneten eine Petition gegen den Vorschlag. Die Kritik: Die Reform verhindere Diskriminierung nicht wirksam und bleibe zahnlos.
Der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt sich seit Mai mit einem richtungsweisenden Fall: Eine blinde Frau wurde die Aufnahme in eine Rehabilitationsklinik verweigert. Das Urteil könnte klären, wie weit das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) im Gesundheitswesen greift – mit direkten Folgen für digitale Gesundheitsdienste.
Sicherheit: Passkeys erobern den Markt
Während Behörden ihre Dienste digitalisieren, stehen viele Steuerzahler vor technischen Hürden bei der Online-Abgabe. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie das Steuerportal MeinElster effektiv nutzen und Ihre Erklärungen schneller und rechtssicher abwickeln. So erledigen Sie Ihre Steuererklärung mit MeinElster schneller als je zuvor
Während immer mehr Dienste online gehen, verändern sich auch die Sicherheitsstandards. Rund 15 Milliarden Benutzerkonten unterstützen inzwischen Passkeys – eine Technologie, die laut Google-Daten deutlich schneller und zuverlässiger ist als klassische Passwörter.
Die technische Basis wird ebenfalls sicherer:
- Quantensichere Verschlüsselung: Der Anteil der TLS-Verbindungen mit Post-Quantum-Kryptografie stieg von 29 Prozent Anfang 2025 auf 52 Prozent zum Jahresende.
- Globale Standards: Die USA schreiben seit Anfang 2025 phishing-resistente Authentifizierung vor. Großbritannien zog im April 2026 nach und machte Mehrfaktor-Authentifizierung zur Pflicht.
- Infrastruktur-Leitlinien: Die US-Behörde CISA veröffentlichte am 26. Juni neue Richtlinien für Secure Access Service Edge (SASE)-Implementierungen.
Doch der digitale Fortschritt lockt auch Kriminelle an. Mitte Juni erschütterte eine Phishing-Welle PayPal-Nutzer: Betrüger gaben sich als Sicherheitsüberprüfung gemäß der Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) aus. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnte am 19. Juni vor betrügerischen Mails, die Kontodaten und Passwörter abgreifen.
Angesichts immer raffinierterer Phishing-Wellen reicht ein einfaches Passwort heute oft nicht mehr aus, um private Daten wirksam zu schützen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie die neue Passkey-Technologie Hackerangriffe verhindert und Ihren digitalen Alltag sicherer macht. Was steckt hinter Passkeys – der Technologie, die Passwörter für immer ablösen soll?
Bayern investiert in die digitale Zukunft
Auf Länderebene nimmt die Digitalisierung Fahrt auf. Bayerns Förderlinie BayVFP hat für 2024 vier Schwerpunkte festgelegt: Künstliche Intelligenz, Kommunikationsnetze und Cybersicherheit. Die Antragsfrist für Kooperationsprojekte mit mindestens einem Unternehmenspartner endete am 16. April.
Doch der Glasfaserausbau läuft nicht überall reibungslos. In Lippborg etwa beschwerten sich Anwohner über Haustürgeschäfte, bei denen bestehende Verträge gekündigt wurden, bevor neue Anschlüsse funktionierten. Die örtlichen Behörden ermitteln in mehreren Fällen wegen Betrugsverdachts.
