Steuerberatung, KI-System

Steuerberatung: KI-System spart über 90 Minuten pro Erklärung

02.06.2026 - 18:30:41 | boerse-global.de

Anwaltskanzleien und Beratungen setzen auf spezialisierte KI-Agenten. Neue Plattformen versprechen Effizienzgewinne und Genauigkeit bei Rechts- und Steueraufgaben.

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Führende Anwaltskanzleien, Steuerberatungen und Unternehmensberatungen setzen zunehmend auf spezialisierte KI-Systeme statt auf allgemeine Chatbots. Mehrere große Anbieter haben in dieser Woche Plattformen vorgestellt, die gezielt juristische und steuerliche Fachaufgaben übernehmen.

Juristische Spezialisten im Vormarsch

Anthropic hat sein „Claude for Legal"-Angebot am Montag umfassend erweitert. Die Plattform bietet nun mehr als 90 spezialisierte KI-Agenten für Rechtsabteilungen. Darunter finden sich Werkzeuge zur Prüfung von Lieferantenverträgen und zur Bearbeitung von Auskunftsersuchen betroffener Personen nach der DSGVO.

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„Die Quellenangabe und die menschliche Kontrolle stehen im Mittelpunkt dieser Arbeitsabläufe", betont Mark Pike, General Counsel bei Anthropic. Das System setzt auf das leistungsstarke Opus-4.8-Modell für höhere Ergebnisgenauigkeit.

Parallel dazu hat Lawmadi OS am heutigen Dienstag ein Multi-Agenten-System speziell für das koreanische Recht gestartet. 60 spezialisierte Agenten prüfen Zitate gegen offizielle Gesetzesdatenbanken. Die Besonderheit: Verweigert das System die Antwort, wenn Quellen nicht verifiziert werden können – ein sogenannter „Fail-Closed"-Ansatz.

Kanzleien investieren in eigene KI-Infrastruktur

Große Anwaltshäuser gehen in die Offensive. Kirkland & Ellis sucht seit Montag einen „AI Infrastructure Director" für die Verwaltung eigener GPU-Umgebungen. Das Projekt umfasst ein Budget von 500 Millionen Euro und ein 180-köpfiges Team. Das Ziel: eigene Open-Source-Modelle verfeern statt auf Drittanbieter zu setzen.

Fried Frank wiederum hat „FundAssist" vorgestellt – ein Multi-Agenten-System, das die Gründung von Private-Equity-Fonds beschleunigt. Es analysiert historische Transaktionsdaten und erstellt Dokumente in einer privaten Cloud-Umgebung.

Steuerberatung: KI spart über 90 Minuten pro Steuererklärung

Thomson Reuters hat am Montag „TaxAutomator" auf den Markt gebracht. Das System kombiniert ein Sprachmodell mit 13 Milliarden Parametern und eine klassische regelbasierte Engine. Für die US-Steuererklärung Schedule C meldet das Unternehmen eine Genauigkeit von 92 Prozent. Professionelle Steuerberater sollen pro Erklärung mehr als 90 Minuten sparen. Ein Blockchain-basiertes Audit-Logbuch sorgt für Transparenz.

Im Einkaufsbereich hat Zip – zuletzt mit rund zwei Milliarden Euro bewertet – fünf KI-„Superagenten" angekündigt. Sie decken Aufgaben in Rechts-, Finanz- und Kreditorenabteilungen ab. Eine integrierte Governance verhindert, dass Mitarbeiter sensible Verträge in private KI-Konten hochladen.

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass bis Ende 2026 rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen KI-Agenten enthalten werden.

Beratungsriesen setzen auf Massenadoption

Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften treiben die Integration voran. In Indien nutzen die „Big Four"-Firmen KI bereits intensiv in der Steuer praxis. Bei PwC India generieren 1.500 Mitarbeiter täglich rund 10.000 KI-Anfragen. Bei Deloitte India und EY India setzen mehr als die Hälfte beziehungsweise drei Viertel der Steuerfachleute KI-Tools ein.

PwC und Anthropic haben ihre globale Allianz am Montag ausgeweitet. PwC führt „Claude Code" und „Claude Cowork" ein, um technische Schulden in Unternehmenssystemen zu reduzieren. Das Unternehmen will 30.000 Mitarbeiter in den USA auf der Plattform zertifizieren. Interne Berichte zeigen Produktivitätssteigerungen von bis zu 70 Prozent.

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Während KI-Agenten die Produktivität massiv steigern, stellen neue Regulierungen wie der EU AI Act Unternehmen vor komplexe Compliance-Aufgaben. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Orchestrierung der Agentenflut

Um die wachsende Zahl spezialisierter KI-Agenten zu steuern, hat OutSystems am Dienstag seine „Agentic Systems Platform" vorgestellt. Die Infrastruktur enthält einen Kontextgraphen für Unternehmensdaten und orchestriert KI-Agenten. Gleichzeitig modernisiert sie veraltete COBOL- und Bankensysteme.

Markt zeigt beeindruckende Dynamik

Der Markt für juristische KI wächst rasant. Harvey AI erreichte im März eine Bewertung von rund zehn Milliarden Euro. 142.000 Anwälte in 1.500 Organisationen nutzen die Plattform für Vertragsentwürfe und Due-Diligence-Prüfungen. Der jährliche Wiederholungsumsatz lag im Januar bei rund 175 Millionen Euro. Interne Nutzer berichten von Einsparungen von mehr als 25 Stunden pro Monat.

Einige Kanzleien vermarkten ihre internen Werkzeuge nun auch extern. Osborne Clarke hat am Montag die Ausgründung seines KI-Tools „Curve" bekannt gegeben, das Rechtskosten für Mandanten senken soll. Ebenfalls am Montag startete Mission Increase mit „Mi Advisor" eine KI-Wachstumsplattform für Non-Profit-Führungskräfte. Das Ziel: bis 2030 10.000 weitere Organisationen erreichen.

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