Sterbebegleitung, Kurse

Sterbebegleitung: Neue Kurse ab März 2027 für Freiwillige

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 07:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Bildungsangebote stärken die Begleitung älterer Menschen, während Bund und Länder zusätzliche Pflegehilfen sowie Modellprojekte vorbereiten.

Lebensbegleitung im Alter: Neue Kurse und Pflegepläne
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Raum in einer Senioreneinrichtung mit einem Sessel und einer Blume auf einem Tisch. Illustration mit AI erstellt.

Die professionelle und ehrenamtliche Begleitung älterer Menschen in ihrer letzten Lebensphase rückt verstärkt in den Fokus der Aus- und Weiterbildung.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels entwickeln Bildungsträger wie die Kreisvolkshochschule (KVHS) Gießen spezifische Programme, um die Lebensbegleitung im Alter fachlich zu fundieren. Gleichzeitig bereitet der Gesetzgeber strukturelle Änderungen vor, um die pflegerische Versorgung durch neue Begleitungsformen zu ergänzen.

Regionale Qualifizierungsinitiativen für die Lebensbegleitung

Ein zentrales Angebot zur Qualifizierung stellt die Kreisvolkshochschule Gießen mit einem geplanten Bildungsurlaub zur Lebensbegleitung älterer Menschen bereit. Das Seminar soll vom 1. bis zum 5. März 2027 im VHS-Haus in Lich stattfinden.

Unter der Leitung von Juliane Lang, Kerstin Temme-Groth, Britta Thomé und Dana Lahham werden Grundlagen der Begleitung vermittelt. Der Kurs ist für eine Gruppengröße von 7 bis 12 Teilnehmenden ausgelegt und wird mit einer Gebühr von 25 Euro veranschlagt.

Parallel dazu etablieren sich standardisierte Fortbildungsformate wie die „DUO-Seniorenbegleitung“. Der Seniorenstützpunkt Celle bietet zusammen mit der Familienbildungsstätte (FABI) eine 30-stündige theoretische Qualifizierung an, die durch ein 20-stündiges Praktikum ergänzt wird.

Ein vergleichbares Programm startet die KVHS Holzminden Mitte September 2026. Dieser Kurs umfasst ebenfalls 30 Unterrichtsstunden Theorie sowie 20 Stunden Hospitation und schließt mit einem Zertifikat ab.

In den Niederlanden findet das Konzept der „Last Aid“-Kurse (Laatste Hulp) Anwendung. Für Ende Oktober 2026 sowie Januar 2027 sind in Nijkerk entsprechende kostenlose Informationsveranstaltungen geplant, die Bürgern Basiswissen zur Sterbebegleitung vermitteln.

Gesetzliche Neuregelungen und Modellvorhaben

Auf Bundesebene wird die rechtliche Basis für Unterstützungsleistungen im häuslichen Umfeld derzeit überarbeitet. Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sieht die Einführung einer sogenannten Pflegebegleitung zum 1. Januar 2028 vor, die im Paragrafen 7c des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI) verankert werden soll.

Anzeige

Wer sich professionell oder ehrenamtlich mit der Begleitung im Alter befasst, sollte auch die gesundheitlichen Risiken durch Medikation kennen. Dieser kostenlose Ratgeber informiert über potenziell gefährliche Wirkstoffe für Senioren und nennt sichere Alternativen. Kostenlosen Medikamenten-Ratgeber hier anfordern

Dieser Anspruch richtet sich an Pflegebedürftige aller Pflegegrade in häuslicher Pflege. Während ein Kabinettsbeschluss für September 2026 erwartet wird, sollen die konkreten Richtlinien zu den Qualifikationsanforderungen bis zum 30. Juni 2027 feststehen.

In Niedersachsen starteten Anfang September 2026 erste gemeinsame Modellvorhaben nach Paragraf 123 SGB XI in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Emsland. Das Land und die Pflegekassen stellen hierfür jährlich rund 4 Millionen Euro bereit.

Davon entfallen etwa 785.000 Euro auf die Grafschaft Bentheim und 946.000 Euro auf das Emsland. Die bis Ende 2028 befristeten Projekte setzen auf Casemanagement und digitale Strukturen, um über 36.000 Pflegebedürftige in der Region besser zu versorgen.

Fachspezifische Weiterbildung und hospizliche Unterstützung

Neben allgemeinen Begleitdiensten wächst der Bedarf an spezialisierten Fachkräften. Die AWO Nordhessen sucht für ihr Zentrum in Homberg examinierte Pflegefachkräfte mit der Zusatzqualifikation Praxisanleitung, wobei Bewerbungen bis Ende November 2026 möglich sind.

In Österreich setzt das Hilfswerk Niederösterreich auf ein Pflege-Lernzentrum in Krems, das in einer 40 Quadratmeter großen Lernwohnung Themen wie Palliativbetreuung und Sturzprävention praxisnah vermittelt.

Anzeige

Zur ganzheitlichen Betreuung gehört es auch, Anzeichen geistiger Veränderungen frühzeitig und diskret einordnen zu können. Dieser anonyme 7-Fragen-Selbsttest wurde mit Experten entwickelt und liefert in zwei Minuten eine erste Orientierung. Zum kostenlosen Demenz-Selbsttest

Die Relevanz der emotionalen Unterstützung unterstreichen Experten wie die Sterbebegleiterin Daniela Kiefer-Fischer. In Seminaren betont sie, dass Trauer keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion auf Verluste darstelle, die eine einfühlsame Begleitung erfordere. Unterstützt werden solche Dienste oft durch ehrenamtliches Engagement und Spenden, wie etwa beim ökumenischen Hospizdienst Leichlingen.

Wie intensiv die Angebote zur Erfüllung letzter Wünsche genutzt werden, zeigt die Bilanz des ASB-Wünschewagens in Hessen. Im laufenden Jahr 2026 wurden dort bereits 42 Anfragen verzeichnet, von denen 15 Fahrten realisiert werden konnten. Seit 2019 summieren sich die Anfragen für diesen kostenlosen Dienst auf insgesamt 431.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70041082 |