Stellantis, Millionen

Stellantis ruft 1,1 Millionen Fahrzeuge zurück: Rückfahrkamera-Fehler

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stellantis startet weltweiten Rückruf von über 1,1 Millionen Fahrzeugen wegen fehlerhafter Rückfahrkamera-Software. Die Aktie fällt auf ein neues Allzeittief.

Stellantis ruft über 1,1 Millionen Autos wegen Kamera-Softwarefehler zurück
Innenraum eines modernen SUVs mit Fokus auf das Infotainment-Display des Armaturenbretts bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Automobilkonzern Stellantis hat am 17. August 2026 einen umfangreichen Rückruf für weltweit mehr als 1,1 Millionen Fahrzeuge angekündigt. Grund für die Maßnahme ist ein Fehler in der Radio-Software, der die Funktion der Rückfahrkamera beeinträchtigen kann.

Betroffen sind zahlreiche Modelle der Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Ram. Nach Unternehmensangaben sind im Zusammenhang mit diesem Defekt bislang keine Unfälle oder Verletzungen bekannt geworden.

Umfang und betroffene Fahrzeugmodelle

Die technische Störung betrifft eine breite Palette von Fahrzeugen der Modelljahre 2026 und 2027. In den Vereinigten Staaten beläuft sich die Zahl der betroffenen Einheiten laut verschiedenen Berichten auf etwa 848.511 bis 917.000 Fahrzeuge.

Außerhalb des US-Marktes sind weitere rund 100.000 Fahrzeuge betroffen, darunter 82.869 in Kanada und 7.969 in Mexiko. Weitere 15.736 Einheiten entfallen auf sonstige internationale Märkte.

Die Liste der betroffenen Modelle umfasst unter anderem den Chrysler Pacifica und den Chrysler Voyager aus den Produktionsjahren 2026 und 2027 sowie den Dodge Charger. Im Segment der SUVs und Geländewagen sind die 2026er-Modelle des Jeep Cherokee, Compass, Gladiator, Grand Cherokee, Grand Wagoneer und Wrangler betroffen.

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Zudem erstreckt sich der Rückruf auf die Pickup-Modelle Ram 1500 und 2500 sowie den Transporter Ram ProMaster. Die Aktion wird unter der internen Rückrufnummer 103686 geführt.

Technische Ursachen und softwarebasierte Fehlerbehebung

Als Ursache für den Ausfall oder die fehlerhafte Darstellung des Kamerabildes wurde die Radio-Software identifiziert. Diese ist Teil einer gemeinsamen Elektronikarchitektur, die markenübergreifend in den Fahrzeugen des Konzerns zum Einsatz kommt. Der Softwarefehler kann dazu führen, dass das Bild der Rückfahrkamera beim Einlegen des Rückwärtsgangs nicht oder nur verzögert angezeigt wird, was gegen geltende Sicherheitsstandards verstößt.

Stellantis plant, den Fehler durch ein sogenanntes Over-the-Air-Update (OTA) zu beheben. Dabei wird die korrigierte Software drahtlos direkt auf die Fahrzeuge übertragen, sodass ein Werkstattbesuch für die Halter in der Regel nicht erforderlich ist.

Dieser Vorfall markiert den vierten Rückruf von Stellantis im Jahr 2026, der im Zusammenhang mit Kamera-Software steht. Nach Daten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA machten Probleme mit der Kamera-Software im bisherigen Jahresverlauf rund 23 Prozent aller registrierten Rückrufe aus.

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Marktreaktion und sicherheitsrelevanter Hintergrund

Die Anleitung des Rückrufs von fast einer Million Fahrzeugen hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Aktie von Stellantis verzeichnete am 17. August 2026 einen deutlichen Kursrückgang und fiel auf ein neues Allzeittief. Analysten sehen in der Häufung softwarebasierter Rückrufe eine Herausforderung für die Qualitätskontrolle des Konzerns bei der Umstellung auf softwaredefinierte Fahrzeugarchitekturen.

Obwohl im aktuellen Fall keine Personenschäden gemeldet wurden, unterstreichen Daten der NHTSA die Relevanz funktionsfähiger Rückfahrsysteme. Den Behörden zufolge ereignen sich jährlich etwa 15.000 Verletzungen und 210 Todesfälle durch Unfälle beim Rückwärtsfahren.

Besonders gefährdet sind dabei Kinder unter fünf Jahren, die etwa 30 Prozent der Opfer in dieser Statistik ausmachen. Die korrekte Funktion der Rückfahrkamera gilt daher als wesentliches Sicherheitsmerkmal zur Vermeidung solcher Vorfälle.

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