Steißbeinschmerz in der Schwangerschaft: Vier Strategien lindern
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kokzygodynie – so der Fachbegriff – betrifft viele Schwangere, vor allem im zweiten und dritten Trimester. Hormonelle Umstellungen lockern das Bindegewebe im Becken, während das wachsende Kind zusätzlichen Druck aufbaut. Die gute Nachricht: Meist klingen die Schmerzen nach der Entbindung von selbst ab.
Warum das Steißbein so häufig schmerzt
Die Beschwerden entstehen durch ein Zusammenspiel aus hormonellen und mechanischen Faktoren. Der Körper lockert gezielt Bänder und Gewebe im Beckenbereich, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Gleichzeitig drückt das Baby zunehmend auf Beckenboden und umliegende Strukturen.
Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen am unteren Ende der Wirbelsäule – besonders beim Sitzen oder beim Aufstehen. Entscheidend ist, die Kokzygodynie früh von anderen Rückenbeschwerden abzugrenzen, um gezielt gegensteuern zu können.
Vier Strategien, die wirklich entlasten
Die Physiotherapie setzt auf einfache, aber effektive Maßnahmen:
Steißbeinschmerz in der Schwangerschaft muss nicht den Alltag bestimmen. Mit den vier Strategien aus unserem Leitfaden – aufrechtes Sitzen, Sitzkissen, Seitenschlaf und gezielte Übungen – lindern Sie die Beschwerden spürbar. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
- Haltungskorrektur: Aufrechtes Sitzen nimmt direkten Druck vom Steißbein.
- Sitzkissen: Spezielle Kissen mit Aussparung entlasten mechanisch.
- Seitenschlaf: Diese Position entspannt die Beckenstrukturen in der Nacht.
- Gezielte Übungen: Mobilisierung und Kräftigung erhöhen die Belastbarkeit.
Doch Bewegung allein reicht oft nicht. Fachgesellschaften wie die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) setzen deshalb verstärkt auf interdisziplinäre Konzepte. Seit Richard Crevenna im Mai 2025 die Präsidentschaft übernahm, treibt die Gesellschaft die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen voran – mit dem Ziel, Schmerzpatienten ganzheitlicher zu versorgen.
Mehr als nur der Beckenboden
Wenn das Steißbein bei jedem Aufstehen schmerzt, hilft die richtige Technik. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen Haltungskorrekturen und passenden Kissen den Druck auf das Steißbein reduzieren – für mehr Bewegungsfreiheit im Alltag. Leitfaden jetzt herunterladen
Auch die Ernährung spielt eine Rolle für das Wohlbefinden in der Schwangerschaft. Zwar steigt der Bedarf an Mikronährstoffen, die Kalorienzufuhr muss jedoch nicht im gleichen Maße wachsen. Mediziner empfehlen eine pflanzenbetonte Kost – und ergänzend Folsäure und Jod, die über Nahrung allein kaum ausreichend aufzunehmen sind. Bis zu 200 mg Koffein täglich gelten weiterhin als unbedenklich.
Prävention rückt zudem in den Fokus: Die Sebastian-Kneipp-Schule in Bad Wörishofen plant Forschungsprojekte zu klassischen Heilverfahren bei hormonell bedingten Beschwerden. Einrichtungsleiter Michael Dodel betont dabei den Stellenwert vorbeugender Maßnahmen. Auch moderne Diagnostik wie Ganganalysen gewinnt an Bedeutung – sie deckt Fehlbelastungen frühzeitig auf, bevor sie sich manifestieren.
