Steam Linux-Client: Valve stellt native 64-Bit-Version als Beta bereit
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 17:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Spieleentwickler und Plattformbetreiber Valve hat am 15. Oktober 2026 den Steam-Linux-Client im Rahmen der Steam Client Beta als native 64-Bit-Anwendung bereitgestellt.
Die neue Version läuft innerhalb des Steam Runtime Containers, womit das Unternehmen eine einheitlichere und konsistentere Nutzererfahrung über verschiedene Linux-Distributionen hinweg anstrebt. Trotz des Wechsels auf die modernere Systemarchitektur bedeutet dieser Schritt jedoch keine vollständige Abkehr von älteren 32-Bit-Bibliotheken.
Multilib-Unterstützung bleibt für native Spiele unverzichtbar
Wie Valve kurz nach dem Start der Testphase in einem Dokument zu den Systemanforderungen mitteilte, müssen x86_64-Systeme weiterhin Multilib mit 32- und 64-Bit-Bibliotheken sowie entsprechenden Grafiktreibern unterstützen.
Umgebungen, die ausschließlich auf 64-Bit- oder 32-Bit-Komponenten setzen, gelten ausdrücklich als nicht unterstützt. Das Ziel der Umstellung liege darin, den Umfang der benötigten 32-Bit-Bibliotheken spürbar zu reduzieren, nicht jedoch darin, diese vollständig aus dem System zu entfernen.
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Valve-Ingenieur Andres Rodriguez erläuterte die technischen Hintergründe im Rahmen des Fehlerberichts Issue #13015. Demnach bleibe i386-Multilib zwingend erforderlich, da ältere native 32-Bit-Spiele für Linux zwingend auf einen funktionierenden 32-Bit-Grafiktreiber-Stack angewiesen seien. Reine 64-Bit-Installationen auf Basis der x86_64-Architektur könnten diese Titel daher nicht ausführen.
Auch Journalist Chris Steven vom Magazin MIXED griff diese Erklärung am 16. Oktober 2026 auf und berichtete unter Berufung auf Rodriguez, dass der Betrieb nativer 32-Bit-Linux-Spiele und deren Grafiktreiberstrukturen eine reine 64-Bit-Umgebung weiterhin ausschließe.
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Detaillierte Mindestanforderungen für Linux-Distributionen
Das von Valve herausgegebene Anforderungsprofil definiert konkrete technische Kriterien für die Nutzung des Beta-Clients. Zu den Mindestvoraussetzungen zählen eine Version der C-Standard-Bibliothek glibc von mindestens 2.31 sowie ein Linux-Kernel ab Version 5.6. Auf Hardware-Ebene setzt Valve einen x86_64-Prozessor voraus, der die Befehlssatzerweiterungen CMPXCHG16B und SSE3 unterstützt. Zudem müssen grundlegende Schnittstellen wie D-Bus sowie eine funktionierende Grafikunterstützung via OpenGL oder Vulkan bereitstehen.
Weitere Bedingungen betreffen die Rechteverwaltung und die Audioarchitektur. Das zugrundeliegende Betriebssystem muss unprivilegierte Nutzer- und Mount-Namespaces für die Isolation im Container unterstützen. Für die Tonausgabe verlangt der Client zwingend PulseAudio oder pipewire-pulse, andere Audiosysteme sind nicht vorgesehen. Für die grafische Bildschirmausgabe setzt die Beta-Software zudem das Vorhandensein von X11 oder Xwayland voraus.
Wann die neue 64-Bit-Fassung den Beta-Status verlassen und in die allgemeine Verteilung übergehen wird, bleibt abzuwarten. Ein Termin für die Veröffentlichung der stabilen Client-Version wurde bislang nicht genannt.
