Statine, Glaukom

Statine und Glaukom: Beobachtungsstudie zeigt 15 Prozent weniger Neuerkrankungen

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Beobachtungsstudie verknüpft Statine mit weniger Glaukom-Neuerkrankungen und Folgeeingriffen; ein ursächlicher Effekt ist damit nicht belegt.

Statine und Glaukom: Studie zeigt geringeres Erkrankungsrisiko
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum in einer Augenarztpraxis mit einer Untersuchungseinheit bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Einnahme von Statinen ist mit einem um 15 Prozent verringerten Risiko für das Auftreten eines primären Offenwinkelglaukoms verbunden. Dies geht aus einer Beobachtungsstudie der University of California, San Diego hervor, die am 6. Oktober 2026 im Fachjournal British Journal of Ophthalmology online veröffentlicht wurde.

Die Analyse liefert detaillierte Einblicke in den potenziellen Nutzen der verbreiteten Cholesterinsenker für die Augengesundheit und untersucht zugleich den Krankheitsverlauf bei bereits diagnostizierten Patienten.

Groß angelegte Kohortenanalyse über zwei Jahrzehnte

Als Grundlage für die Untersuchung diente den Wissenschaftlern eine weltweite Datenbank, die Daten von 165 Millionen Personen umfasst. Im Rahmen der primären Analyse verglichen die Forscher über 210.000 Personen, die Statine einnahmen, mit einer Kontrollgruppe von 210.000 gematchten Personen ohne entsprechende Medikation. Der betrachtete Zeitraum erstreckte sich von August 2006 bis August 2026.

Die Auswertung nach einer Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren ergab bei den Statin-Nutzern 4.771 Neuerkrankungen an einem primären Offenwinkelglaukom, was einem Anteil von 2,3 Prozent entspricht. In der Kontrollgruppe wurden im selben Zeitraum 5.491 Diagnosen erfasst, was einer Quote von 2,6 Prozent entspricht. Auch nach zehn Jahren hielt das geringere Risiko für eine Glaukomdiagnose in der Statin-Gruppe an.

Geringerer Bedarf an Folgeeingriffen bei bestehender Erkrankung

Neben der Neuauftrittsrate analysierten die Wissenschaftler in einer separaten Auswertung die Verläufe von Personen mit einer bereits bestehenden Glaukomerkrankung. Dabei wurden über 30.000 Glaukompatienten, die Statine einnahmen, mit fast 250.000 Patienten ohne Statineinnahme verglichen.

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Nach fünf Jahren zeigte sich bei den mit Statinen behandelten Betroffenen ein deutlich reduzierter Bedarf an therapeutischen Interventionen. Das Risiko für eine traditionelle inzisionale Glaukomchirurgie war um 36 Prozent geringer.

Bei der minimalinvasiven Glaukomchirurgie (MIGS) lag die Risikoreduktion bei 55 Prozent und bei der selektiven Lasertrabekuloplastik (SLT) bei 60 Prozent. Zudem wiesen Patienten mit Statintherapie ein um 12 Prozent geringeres Risiko auf, auf drucksenkende Augentropfen angewiesen zu sein.

Methodische Grenzen und Ausblick

Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betonen die Autoren der Studie die methodischen Rahmenbedingungen der Untersuchung. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen die Ergebnisse keine direkten Rückschlüsse auf kausale Wirkungszusammenhänge zu.

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Zudem lagen den Forschern keine individuellen klinischen Detaildaten vor, etwa zum exakten Augeninnendruck oder zu spezifischen Operationstechniken. Um die beobachteten Schutzwirkungen zu überprüfen und therapeutische Empfehlungen abzuleiten, sind randomisierte kontrollierte Studien erforderlich.

Die Suche nach präventiven Ansätzen gewinnt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zunehmend an Relevanz. Allein im Vereinigten Königreich leben schätzungsweise 700.000 Menschen mit einem Glaukom. Modellrechnungen des University College London (UCL) gehen davon aus, dass diese Zahl bis zum Jahr 2060 auf 1,6 Millionen ansteigen könnte.

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