Statine, LDL

Statine: LDL sinkt um bis zu 50 Prozent, doch die Ernährung bleibt wichtig

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Statine senken LDL, ersetzen aber keine ausgewogene Kost; Fachleute raten zu ballaststoffreichen Lebensmitteln und weniger gesättigten Fetten.
Frisches Gemüse und Nüsse auf einem Holzschneidebrett in einer hellen Küche als Symbol für eine gesunde Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere medizinische Ratgeber und Kardiologen widmen sich der Frage, inwieweit die medikamentöse Behandlung mit Statinen eine Lockerung von Diätvorschriften erlaubt und welche Nahrungsmittel trotz der Therapie gemieden werden sollten. Fachleute betonen übereinstimmend, dass die lipidsenkenden Präparate zwar die Laborwerte verbessern, eine ausgewogene Ernährung jedoch keineswegs überflüssig machen.

Wirkungsweise und Grenzen der Lipidsenkung

Kardiologen heben hervor, dass Statine den LDL-Cholesterinspiegel je nach Präparat und Dosierung um etwa 30 bis 50 Prozent oder mehr senken können. Die Medikamente hemmen die körpereigene Produktion in der Leber durch die Blockade eines Schlüsselenzyms, wodurch das Organ vermehrt LDL aus dem Blut aufnimmt und die Zirkulation des schädlichen Cholesterins um 30 Prozent bis 50 Prozent verringert wird.

Der Kardiologe Juan Carlos Rozo vom Houston Methodist The Woodlands Hospital verweist in diesem Zusammenhang auf Wirkstoffe wie Atorvastatin (Lipitor), Rosuvastatin (Crestor) und Simvastatin (Zocor), welche gezielt das Enzym HMG-CoA-Reduktase blockieren.

Allerdings unterstreichen Mediziner auch die klaren Grenzen der Pharmakotherapie. Kardiologen weisen darauf hin, dass Statine lediglich einen einzelnen Risikofaktor adressieren und weder Blutdruck noch Blutzucker oder Triglyceride senken.

Auch Dr. Bereliani betont, dass ein Statin ausschließlich das LDL-Cholesterin reduziert, während Faktoren wie das Körpergewicht, der Blutdruck, eine Insulinresistenz, Triglyceride oder Entzündungen davon unberührt bleiben.

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Schutzfunktion statt Freibrief

Aus diesem Grund vergleicht Rozo Statine mit einem Sicherheitsgurt im Straßenverkehr: Sie böten einen wichtigen Schutz, stellten jedoch keinen Freibrief dar, beliebig zu essen. Dem schließen sich Kardiologen an und unterstreichen, dass sich medikamentöse Therapie und bewusste Kost zwingend ergänzen müssen.

Eine gelegentliche Genussmahlzeit, wie etwa ein Burger oder eine Pizza etwa einmal pro Woche in vernünftigen Portionsgrößen, gelte als unbedenklich. Sie dürfe jedoch nicht zu einer dauerhaften Gewohnheit werden, da Statine kein rücksichtsloses Ernährungsverhalten kompensieren können.

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Empfohlene Kostformen und kritische Fette

Als Basis für den Alltag empfehlen Kardiologen eine ballaststoffreiche Kost mit Hafer, Hülsenfrüchten wie Bohnen und Linsen sowie reichlich Gemüse, Obst, Nüssen, Olivenöl und fettem Fisch. Gleichzeitig sollte der Konsum von frittierten Produkten, verarbeitetem Fleisch, Weißbrot, weißem Reis und Gebäck reduziert werden.

Besondere Zurückhaltung mahnen Experten bei gesättigten Fettsäuren an. Nach Angaben von Rozo lassen Nahrungsmittel wie Butter, Vollfett-Milchprodukte, Wurst, Speck sowie Ribeye-Steaks das LDL-Cholesterin ansteigen.

Kardiologen warnen davor, dass hohe LDL-Werte infolge des Konsums von Butter, fettem Fleisch und Vollmilchprodukten die Plaquebildung in den Gefäßen begünstigen. Eine übermäßige Ablagerung in den Arterienwänden steigert laut Rozo und weiteren Fachleuten das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle.

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