Starship-Testflug: SpaceX-Rakete soll früher zur Erde zurückkehren
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Raketensystem Starship des Raumfahrtunternehmens SpaceX ist am Montagmorgen Ortszeit von einem Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Texas zu seinem 14. Testflug gestartet.
Rückkehr früher als geplant
Ursprünglich war eine rund zehnstündige Mission vorgesehen. Dabei sollte Starship in eine Erdumlaufbahn einlenken und die Erde insgesamt etwa sechsmal umrunden.
Nach ersten Informationen von SpaceX klappte das Einlenken in die Umlaufbahn planmäßig. Rund eine Stunde nach dem Start teilte das Unternehmen jedoch mit, die Rakete bereits nach etwa drei Stunden aus der Umlaufbahn zurückholen zu wollen.
Kontrollierter Absturz im Pazifik
Ein Grund für die Änderung wurde zunächst nicht genannt. Starship sollte kontrolliert im Pazifik niedergehen.
Bei dem Flug sollten nach Angaben von SpaceX erstmals Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt werden. Die Satelliten sollen nach dem Aussetzen ihre Antennen ausklappen, Solarpaneele entfalten und Verbindungen zur Erde sowie zu anderen Starlink-Satelliten herstellen.
Größer als die Freiheitsstatue
Das Raketensystem besteht aus dem etwa 70 Meter langen Booster Super Heavy und der rund 50 Meter langen oberen Stufe, die ebenfalls Starship genannt wird. Beide Teile sind für eine Wiederverwendung nach der Rückkehr zur Erde ausgelegt.
Die NASA will mit Starship Astronauten zum Mond schicken. SpaceX verfolgt zudem das Ziel, eines Tages den Mars zu erreichen.
Frühere Tests mit Rückschlägen
Der erste Testflug im April 2023 endete nach wenigen Minuten mit einer Explosion. Bei weiteren Tests erreichte die obere Stufe das All und landete kontrolliert im Indischen Ozean. Mehrere Flüge blieben jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Testflug als wichtiger Entwicklungsschritt
Der 14. Starship-Testflug markiert einen weiteren Schritt beim Versuch, ein vollständig wiederverwendbares Schwerlast-Raketensystem zu entwickeln. Anders als bei herkömmlichen Trägerraketen sollen sowohl der Booster als auch die Oberstufe nach der Rückkehr zur Erde erneut eingesetzt werden können. Das könnte Starts langfristig schneller und kostengünstiger machen, setzt aber zuverlässige Rückkehr- und Landeverfahren voraus.
Die geplante Erdumrundung und das erstmalige Aussetzen von Starlink-V3-Satelliten verbinden dabei zwei Ziele: SpaceX will die Flugfähigkeit des Systems unter realen Bedingungen erproben und zugleich technische Abläufe für künftige Nutzlasten testen. Die Satelliten sollen nach dem Aussetzen eigenständig Antennen und Solarpaneele entfalten und ihre Kommunikationsverbindungen aufbauen.
Bedeutung für Mondmissionen und Starlink
Für die US-Raumfahrt ist Starship auch deshalb relevant, weil die NASA das System für bemannte Mondmissionen im Rahmen des Artemis-Programms einsetzen will. Jeder Test liefert Daten zu Triebwerken, Hitzeschutz, Navigation, Wiederverwendung und kontrolliertem Wiedereintritt. Ein früherer Rückflug zur Erde verkürzt den vorgesehenen Ablauf dieses Tests, ändert aber nichts daran, dass zentrale Flug- und Aussetzmanöver erprobt werden.
Für Leser in Deutschland bleibt vor allem die technologische Größenordnung bemerkenswert: Das System überragt die Freiheitsstatue und soll künftig große Nutzlasten transportieren. Zugleich zeigen die bisherigen Flüge, dass die Entwicklung mit Rückschlägen verbunden ist. Der aktuelle Testflug ist daher ein Baustein in einem langfristigen Programm, nicht bereits der Nachweis eines regulären Raumtransports.
