Starship, Technologies

Starship Technologies knackt 10-Millionen-Marke bei Roboter-Lieferungen

03.05.2026 - 20:53:46 | boerse-global.de

Starship Technologies erreicht zehn Millionen autonome Lieferungen, während Vandalismus und Verbote die Branche belasten. Serve Robotics legt am 7. Mai Quartalszahlen vor.

Starship Technologies knackt 10-Millionen-Marke bei Roboter-Lieferungen - Foto: über boerse-global.de
Starship Technologies knackt 10-Millionen-Marke bei Roboter-Lieferungen - Foto: über boerse-global.de

**

Starship Technologies hat nach eigenen Angaben die Marke von zehn Millionen autonomen Lieferungen geknackt. Ein Erfolg, der zeigt: Die Technologie ist bereit für den Masseneinsatz. Doch während die Roboter immer smarter werden, wächst der Widerstand in der Bevölkerung. Vandalismus, Verbote und uneinheitliche Gesetze bremsen die Branche aus. Am 7. Mai legt mit Serve Robotics ein weiterer Player seine Quartalszahlen vor – ein wichtiger Stimmungstest für die Zukunft der Lieferroboter.

Anzeige

Der Einsatz von Lieferrobotern und KI-Systemen im öffentlichen Raum bringt komplexe rechtliche Anforderungen mit sich, die seit August 2024 bereits unmittelbar gelten. Sichern Sie Ihr Unternehmen rechtzeitig ab und informieren Sie sich im kostenlosen E-Book über Risikoklassen, Dokumentationspflichten und wichtige Übergangsfristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Zehn Millionen Lieferungen und 22 Millionen Kilometer Daten

Starship Technologies gab am 28. April bekannt, dass seine Flotte von über 3000 Robotern in rund 300 Standorten in acht Ländern unterwegs ist – darunter die USA, Großbritannien und Deutschland. Die Roboter haben mehr als 22 Millionen Kilometer an Betriebsdaten gesammelt und bewältigen täglich über 125.000 Straßenüberquerungen. Ahti Heinla, CEO von Starship, sieht den Meilenstein als Beweis dafür, dass die Technologie das Pilotstadium hinter sich gelassen hat.

Auch die Konkurrenz zieht nach. Serve Robotics hat nach eigenen Angaben über 2000 Roboter in mehreren US-Märkten im Einsatz. Das Unternehmen, das 2021 von Uber abgespalten wurde, beliefert inzwischen mehr als 3600 Restaurant-Partner und erreicht eine Bevölkerung von rund drei Millionen Menschen. Auf der NVIDIA GTC 2026 präsentierte Serve Anfang April einen neuen konversationsfähigen Roboter namens Maggie, der über T-Mobiles 5G-Advanced-Netz und Edge-Computing in Echtzeit mit Passanten kommunizieren kann.

„Anti-Roboter-Stimmung" – Vandalismus und Verbote nehmen zu

Doch der technische Fortschritt hat eine Kehrseite. Seit Ende März häufen sich Berichte über Vandalismus: Roboter werden getreten, umgestoßen oder sogar auseinandergenommen. In sozialen Medien und lokalen Nachrichten ist von einer wachsenden „Anti-Roboter-Stimmung" die Rede. Kritiker beklagen die „Kolonisierung" öffentlicher Gehwege.

In Chicago sammelte eine Petition im März über 3000 Unterschriften für ein Verbot von Gehwegrobotern. Die Unterzeichner fordern mehr Sicherheit für Fußgänger und kritisieren die zunehmende Verstellung des öffentlichen Raums. Auch an der University of Notre Dame boykottieren Studierende die Maschinen. Besonders ältere Menschen und Menschen mit Mobiligungseinschränkungen fühlten sich durch die Roboter gefährdet.

Anzeige

Wer neue Technologien wie KI einsetzt oder entwickelt, sollte die rechtlichen Fallstricke nicht unterschätzen, da Compliance-Fehler empfindliche Strafen nach sich ziehen können. Dieser kostenlose Praxisleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen und hilft Ihrer IT-Abteilung, rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben. Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act kostenlos herunterladen

Die Unternehmen reagieren mit „persönlichkeitsgetriebenem" Design. Serve Robotics stattet seine Roboter mit digitalen Augen, Blinkanimationen und Namen wie Deja oder Niska aus. Die Software führt „Höflichkeitsgesten" aus – sie verlangsamt die Fahrt, wenn sich ein Mensch nähert, und dreht das Chassis leicht, um die beabsichtigte Richtung anzuzeigen. Doch das reicht offenbar nicht. Am 14. April verhängte die Stadt Glendale ein Moratorium für Lieferroboter, um einen umfassenden Rechtsrahmen zu entwickeln. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Toronto und San Francisco.

Flickenteppich der Gesetze – USA hinken hinterher

Die Regulierung von Lieferrobotern gleicht einem Flickenteppich. Mehr als 25 US-Bundesstaaten haben Gesetze erlassen, die den Einsatz von „Personal Delivery Devices" erlauben. Die Vorschriften legen meist Gewichtsgrenzen zwischen 45 und 55 Kilogramm sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen von rund zehn Kilometern pro Stunde fest.

Im März 2026 verabschiedete Georgia ein Gesetz, das die zulässige Höchstgeschwindigkeit von rund sechs auf elf Kilometer pro Stunde erhöht. Andere Städte wie Jackson in Wyoming und Knoxville in Tennessee haben dagegen ein Totalverbot verhängt. Diese Zersplitterung erschwert die Skalierung erheblich, da Betreiber für jede Stadt einzeln verhandeln müssen.

Forscher des Center for Data Innovation kamen Ende März zu dem Schluss, dass die USA bei der Einführung von Lieferrobotern hinter China zurückfallen. Während US-Bundesstaaten oft ohne nationale Aufsicht agieren, haben chinesische Städte wie Peking detaillierte Sicherheits- und Teststandards eingeführt – inklusive „intelligenter Gehwege" mit Straßensensoren zur Navigation. In den USA werden Roboter in manchen Bundesstaaten als Fußgänger, in anderen als Kraftfahrzeuge eingestuft – mit erheblichen Folgen für Versicherung und Haftung.

Profitabilität bleibt die große Unbekannte

Die größte Herausforderung für die Branche bleibt die Frage nach der Rentabilität. Starship sicherte sich Ende 2025 zwar 50 Millionen Euro in einer Series-C-Finanzierungsrunde, doch der Sektor ist kapitalintensiv. Serve Robotics wird für das erste Quartal 2026 voraussichtlich einen Verlust von rund 0,57 Euro pro Aktie ausweisen, bei erwarteten Einnahmen von 2,7 Millionen Euro.

Zwar senken die Roboter die Arbeitskosten im Vergleich zu traditionellen Liefermethoden um bis zu 40 Prozent, doch die hohen Kosten für Wartung, Fernüberwachung und Forschung belasten die Margen. Die Unternehmen setzen daher zunehmend auf sekundäre Einnahmequellen. Serve Robotics hat begonnen, Daten über Gehwegzustände, beschädigte Bordsteine und Beinahe-Unfälle an Verkehrsbehörden weiterzugeben – ein Modell, das die Roboter zu mobilen Sensoren für die Infrastrukturwartung macht.

Der globale Markt für autonome Lieferroboter wird für 2026 auf rund 923,5 Millionen Euro geschätzt, mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von 26,8 Prozent bis 2033. Starship will seine Flotte bis 2027 auf über 12.000 Roboter ausbauen, Serve Robotics strebt den vollen Betrieb in 20 Städten bis Mitte 2026 an. Ob diese Pläne aufgehen, hängt entscheidend davon ab, ob die Branche den Spagat zwischen technologischem Fortschritt und gesellschaftlicher Akzeptanz schafft. Die Zahlen von Serve Robotics am 7. Mai werden zeigen, ob die Investoren weiter an die Zukunft der Lieferroboter glauben.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69274734 |