Starmer nutzt Auto-Lösch-WhatsApp: Mandelson-Akten zu 99% gelöscht
02.06.2026 - 18:20:53 | boerse-global.deDie britische Regierung bestätigte am heutigen Dienstag, dass Premierminister Keir Starmer die automatische Löschfunktion von WhatsApp verwendet. Die Enthüllung folgt auf die Veröffentlichung tausender Regierungsdokumente zur umstrittenen Ernennung von Lord Mandelson zum Botschafter in Washington.
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Die Mandelson-Akten: Tausende Seiten, aber kaum Inhalte
Am Montag veröffentlichte die Regierung mehr als 1.000 Seiten interner Dokumente – eine der größten Aktenfreigaben seit der Chilcot-Untersuchung zum Irakkrieg. Die sogenannten Mandelson-Akten sollten Licht ins Dunkel der Botschafter-Ernennung bringen.
Doch die Enttäuschung war groß: Von der gesamten Korrespondenz zwischen Starmer und Mandelson fand sich nur eine einzige Seite mit iMessage-Nachrichten aus dem Jahr 2024. Der Rest? Verschwunden – gelöscht durch automatische Funktionen.
Erlaubt, aber umstritten
Die Regierung verteidigt die Praxis. Ein Sprecher betonte am Dienstag, dass verschwindende Nachrichten – die Texte nach 24 Stunden, sieben oder 90 Tagen automatisch löschen – unter den geltenden Richtlinien erlaubt seien. Entscheidend sei nur, dass die Aufzeichnungspflicht für wichtige Regierungsgeschäfte nicht beeinträchtigt werde.
Trotz dieser Verteidigungshaltung kündigte Downing Street eine Überprüfung der Praxis an. Kritiker warnen: Wenn Spitzenbeamte systematisch ihre Kommunikation löschen, entstehen gefährliche Lücken in der historischen und rechtlichen Dokumentation von Regierungsentscheidungen.
Mehrere Minister haben Nachrichten verloren
Die Mandelson-Akten offenbaren ein Muster: Auch andere Schlüsselfiguren der Regierung können ihre Nachrichtenverläufe nicht mehr vorlegen. Darren Jones, Chefsekretär des Finanzministeriums, räumte ein, dass einige seiner Kommunikationen fehlen – auch er nutzte die Löschfunktion.
Andere Lücken haben kriminelle Ursachen: Die WhatsApp-Nachrichten von Minister Nick Thomas-Symonds gingen verloren, nachdem sein Mobiltelefon am 15. Oktober 2025 gestohlen wurde. Auch die Nachrichten von Morgan McSweeney, dem ehemaligen Stabschef von Downing Street, sind nach einem separaten Diebstahl nicht mehr auffindbar.
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Mandelson verweigert Herausgabe privater Chats
Die Dokumente zeigen zudem Spannungen zwischen dem Kabinettsamt und Lord Mandelson. Am 31. März 2026 forderte das Amt den designierten Botschafter förmlich auf, WhatsApp-Nachrichten von seinem privaten Gerät zur Verfügung zu stellen – jene, die sich auf seine diplomatische Ernennung bezogen.
Mandelson lehnte ab. Seine Begründung: Eine laufende separate Untersuchung hindere ihn an der Herausgabe privater Korrespondenz.
Interne Querelen und Sicherheitsbedenken
Die freigegebenen Memos zeichnen das Bild einer zerstrittenen Regierung. In mehreren Nachrichten kritisierte Mandelson den Premierminister scharf – bemängelte mangelnden Schwung und beschrieb das Team in Downing Street als „belagert". Weitere Dokumente enthüllten interne Auseinandersetzungen über Sozialkürzungen sowie Sicherheitsbedenken, die während des Überprüfungsprozesses für den Botschafterposten aufkamen.
Die Affäre wirft grundlegende Fragen auf: Wie transparent kann eine Regierung sein, deren Kommunikation systematisch verschwindet? Und was genau steht in den gelöschten Nachrichten – das will nun nicht nur die Opposition wissen.
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