STARKIDS-Studie: Digitales Programm verbessert Gewichtsverlauf nach 12 Monaten
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Kombination aus digitalen Angeboten und regelmäßigen Arztbesuchen kann die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas wirksam unterstützen. Dies belegen die in der Fachzeitschrift The Lancet Regional Health – Europe veröffentlichten Ergebnisse der STARKIDS-Studie, die unter Beteiligung der Universitätsmedizin Magdeburg und des dortigen Studienteams durchgeführt wurde.
Die Untersuchung liefert detaillierte Einblicke in die Wirksamkeit strukturierter Schulungsansätze und zeigt auf, welche Möglichkeiten eine Überführung in die Regelversorgung bietet.
Ergebnisse der STARKIDS-Studie im zeitlichen Verlauf
An der STARKIDS-Studie nahmen insgesamt 559 Kinder und Jugendliche teil. Davon wurden 343 Teilnehmende in die STARKIDS-Gruppe aufgenommen, während 216 junge Patientinnen und Patienten eine Kontrollgruppe bildeten, die eine optimierte Regelversorgung erhielt. Untersucht wurde, inwiefern der interdisziplinäre Ansatz aus E-Health-Elementen und Vor-Ort-Terminen den Gewichtsverlauf der Betroffenen beeinflusst.
Die Erhebungen nach 12 Monaten wiesen messbare Unterschiede zwischen beiden Gruppen auf. In der STARKIDS-Gruppe erzielten 33 % der Teilnehmenden eine klinisch bedeutsame Verbesserung ihres Gewichtsverlaufs. In der Vergleichsgruppe mit optimierter Regelversorgung lag dieser Wert hingegen bei 22 %.
Im weiteren Verlauf glich sich die Entwicklung jedoch an: Nach 18 Monaten betrug der Anteil der Betroffenen mit einer klinisch bedeutsamen Verbesserung 29 % im STARKIDS-Programm, verglichen mit 27 % in der Vergleichsgruppe. Dieser verbleibende Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch nicht signifikant.
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Wirtschaftlicher Nutzen und Empfehlung des Innovationsausschusses
Neben den medizinischen Parametern wurden im Rahmen der STARKIDS-Studie auch gesundheitsökonomische Aspekte beleuchtet. Eine entsprechende Modellrechnung ergab, dass das Programm innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren knapp 2 Euro an gesellschaftlichem Nutzen je investiertem Euro erbringt.
Vor diesem Hintergrund sprach sich der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für eine Ausweitung des Modells aus. Das Gremium empfiehlt, zentrale Bestandteile des STARKIDS-Programms künftig als reguläre Krankenkassenleistung in die Regelversorgung aufzunehmen. Dies gelte insbesondere für die strukturierten Schulungen, die direkt in den Praxen von Kinder- und Jugendärzten durchgeführt werden.
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Reichweite auf Bundes- und Landesebene
Die Daten der STARKIDS-Studie unterstreichen zudem die potenzielle Reichweite der Interventionsform: Bundesweit könnten rund 1 Million Kinder und Jugendliche von dem Programm profitieren.
Auch auf regionaler Ebene wird dem Konzept ein erhebliches Potenzial zugeschrieben. Florian Junne, Mitinitiator der Studie an der Universitätsmedizin Magdeburg, bezifferte die Zielgruppe für Sachsen-Anhalt auf bis zu 20.000 Kinder und Jugendliche, die durch eine entsprechende Implementierung des STARKIDS-Programms Unterstützung finden könnten.
