Stanford-Studie, EP2-Blockade

Stanford-Studie: EP2-Blockade hält 59 von 71 Blutproteinen jung

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 08:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei alten Mäusen verbesserten EP2-Blockade und CMA-Aktivierung Zellreinigung und Gewebemarker; eine klinische Prüfung am Menschen fehlt.

EP2-Blockade bei Mäusen: Weniger Entzündung und geschützte Organe
Mikroskopische Aufnahme von biologischem Gewebe mit organischen Strukturen in Blau- und Bernsteintönen. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung werfen neues Licht auf zelluläre Alterungsprozesse in lebenswichtigen Organen. Im Zentrum der wissenschaftlichen Untersuchungen stehen gewebsständige Makrophagen, deren regulierende Funktion mit fortschreitendem Alter zunehmend abnimmt.

Eine im Fachjournal Science veröffentlichte Untersuchung von Stanford Medicine zeigt, dass die Signalübertragung über den EP2-Rezeptor in diesen Immunzellen eine zentrale Rolle bei chronischen Entzündungen und strukturellen Gewebeschäden spielt.

Bei alternden Mäusen beeinträchtigt die EP2-Signalgebung in den Fresszellen die Beseitigung seneszenter Neutrophiler. Die Ansammlung dieser gealterten Immunzellen treibt wiederum Entzündungsprozesse und Funktionsverluste im gesamten Körper voran.

Blockade des EP2-Rezeptors verbessert zelluläre Beseitigung

Für ihre Versuche untersuchten die Fachleute von Stanford Medicine junge Mäuse im Alter von 6–8 Monaten sowie alte Tiere im Alter von 23–25 Monaten. Durch die gezielte genetische Ausschaltung oder eine pharmakologische Blockade des EP2-Rezeptors in gewebsständigen Makrophagen verbesserte sich die Efferocytose, also die Beseitigung seneszenter Neutrophiler. Als Folge schwächten sich altersbedingte Entzündungsmarker ab, während die Gewebestruktur von Herz, Leber und Gehirn erhalten blieb.

Zudem zeigte die Blutanalyse tiefgreifende molekulare Effekte: Von 71 altersveränderten Blutproteinen verblieben bei alten Mäusen nach der EP2-Ausschaltung in den gewebsständigen Makrophagen 59 Werte auf einem jugendlichen Niveau. In weiteren Testreihen wurde ein experimenteller EP2-Hemmer über 2 Monate hinweg bei 22 Monate alten Mäusen verabreicht.

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Diese Maßnahme brachte die Neutrophilenzahlen wieder in Richtung jugendlicher Werte. Daten aus menschlichen Leber- und Herzzellen wiesen vergleichbare Muster auf. Die Forschenden betonen jedoch, dass es sich um rein präklinische Resultate handelt. Es erfolgte keine klinische Prüfung am Menschen, und ein zugelassenes selektives EP2-Medikament existiert bislang nicht.

Ergänzende Mechanismen der Autophagie im Alter

Neben der EP2-Signalgebung stehen auch andere zelluläre Reinigungsmechanismen der Fresszellen im Fokus der Forschung. Eine am 5. Oktober 2026 im Fachjournal Nature Aging erschienene präklinische Studie des Albert Einstein College of Medicine untersuchte die Chaperon-vermittelte Autophagie (CMA).

Den Erkenntnissen zufolge beeinträchtigt ein altersbedingter Rückgang dieser Autophagieform in Makrophagen und seneszenten Zellen ebenfalls den regulären Abbau gealterter Zellstrukturen.

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Bei alten Mäusen verringerte eine tägliche orale Gabe des experimentellen CMA-Aktivators CA77.1 über 5 Monate hinweg seneszente Zellen in mehreren Organen und dämpfte Anzeichen von Entzündung und Gewebefibrose. In einem Mausmodell für akute Lungenverletzungen konnte eine frühzeitig verabreichte CA77.1-Behandlung das Ausmaß von Fibrose und Seneszenz ebenfalls eindämmen.

Zwar zeigten Lungenproben von Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose eine reduzierte CMA, dies stellt jedoch lediglich eine Beobachtung dar. Klinische Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten für CA77.1 fehlen bislang; die Publikation weist zudem auf bestehende kommerzielle Interessen und ein erteiltes US-Patent für den Wirkstoff hin.

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