Stammzellen-Roboter, Querschnittgelähmte

Stammzellen-Roboter: Querschnittgelähmte Mäuse laufen nach 28 Tagen wieder

03.06.2026 - 10:39:28 | boerse-global.de

Biohybride NPC-Bots aus Stammzellen und Nanopartikeln stellen Nervenverbindungen ohne Implantate wieder her.

Stammzellen-Roboter: Querschnittgelähmte Mäuse laufen nach 28 Tagen wieder - Bild: über boerse-global.de
Stammzellen-Roboter: Querschnittgelähmte Mäuse laufen nach 28 Tagen wieder - Bild: über boerse-global.de

Forschende der ETH Zürich und Universität Zürich haben eine neue Behandlungsmethode für Rückenmarksverletzungen entwickelt. Die sogenannten NPC-Bots sind biohybride Mikroroboter, die Nervenverbindungen wiederherstellen können – ganz ohne implantierte Elektroden.

Die winzigen Helfer kombinieren Stammzellen mit magnetoelektrischen Nanopartikeln. Externe Magnetfelder steuern sie präzise zur verletzten Stelle und regen dort das Nervenwachstum an. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team am Dienstag im Fachjournal Nature Materials.

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Stammzellen auf Nanoreise

Die Mikroroboter sind nur etwa sechs Mikrometer groß. Sie bestehen aus neuralen Vorläuferzellen, die mit magnetoelektrischen Nanopartikeln verbunden sind. Die Idee: Die biologischen Heilungseigenschaften der Zellen mit einer präzisen, technologischen Steuerung kombinieren.

Externe Magnetfelder navigieren die NPC-Bots nicht nur zur Verletzung. Sie stimulieren auch die Nanopartikel. Dadurch entwickeln sich die Nervenzellen weiter, neue Verbindungen wachsen. Ein entscheidender Unterschied zu bisherigen Verfahren: Keine fest implantierten Elektroden mehr nötig.

Mäuse laufen wieder

Die Wirksamkeit testeten die Forschenden an Zebrafischlarven und Mäusen. Bei den Fischen zeigte sich der Erfolg schnell: Bereits nach drei Tagen schwammen die behandelten Tiere wieder normal.

Noch eindrucksvoller waren die Ergebnisse bei Mäusen mit durchtrenntem Rückenmark. Innerhalb von 28 Tagen verbesserte sich die Motorik der querschnittgelähmten Tiere signifikant. Sie zeigten ein normalisiertes Gangbild, bessere Koordination und erkundeten ihre Umgebung aktiv. Histologische Untersuchungen bestätigten: Die Nervenzellen hatten sich im Verletzungsbereich wieder miteinander verbunden.

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Keine Hardware im Körper

Der entscheidende Vorteil: Die Stimulation erfolgt nicht-invasiv. Da Magnetfelder die NPC-Bots aktivieren, ist keine dauerhafte Implantation nötig. Die Mikroroboter arbeiten als mobile Wirkstoffträger – sie bringen Stammzellen punktgenau an die geschädigte Stelle und fördern dort die Zellentwicklung durch lokale Reize.

Die Bots unterstützen die biologische Regeneration, indem sie die Differenzierung der neuralen Vorläuferzellen in funktionale Nervenzellen anleiten. Das Verfahren bietet damit eine technologische Grundlage für neue Therapien in der Neuroregeneration – ohne invasive elektrische Schnittstellen. Die Studie zeigt das enorme Potenzial von Mikrorobotik in der regenerativen Medizin, besonders bei komplexen Verletzungen des zentralen Nervensystems.

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