Stablecoins, SEC

Stablecoins: SEC registriert ersten Blockchain-Clearing-Anbieter

01.06.2026 - 05:54:36 | boerse-global.de

Blockchain-Dienstleister wie Paxos und Coinbase treiben stabilecoin-gestützte Firmenzahlungen voran. Die SEC registriert erstmals einen Blockchain-Clearing-Anbieter.

Stablecoins: SEC registriert ersten Blockchain-Clearing-Anbieter - Foto: über boerse-global.de
Stablecoins: SEC registriert ersten Blockchain-Clearing-Anbieter - Foto: über boerse-global.de

Immer mehr Firmen setzen auf stabilecoin-gestützte Systeme, die Gehälter automatisch verzinsen und grenzüberschreitende Transaktionen in Echtzeit abwickeln. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich damit neue Möglichkeiten im internationalen Zahlungsverkehr.

Gehalt mit Zinsgarantie: Paxos bringt Rendite auf die Lohnabrechnung

Bereits im Frühjahr 2026 hat Paxos Labs seine Plattform um eine entscheidende Funktion erweitert. Die Integration von ertragsbringenden Mechanismen in die Lohnplattform Toku ermöglicht es Arbeitnehmern in über 100 Ländern, ab dem Moment des Geldeingangs Zinsen auf ihr Gehalt zu verdienen. Toku verwaltet ein jährliches Lohnvolumen von rund einer Milliarde Euro.

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Der Schritt folgt auf eine Finanzierungsrunde über 11 Millionen Euro für Paxos Labs, die in den Ausbau der Stablecoin-Infrastruktur fließen. Im Fokus steht die "Amplify Suite", die Unternehmen erweiterte Kredit- und Umsatzmöglichkeiten bieten soll. Branchenbeobachter sehen darin den Versuch, Stablecoins wie PYUSD als neue Treiber für Unternehmensfinanzen zu etablieren – Liquidität bleibt im digitalen Ökosystem und wird dort produktiv eingesetzt.

Meilenstein für die Wertpapierabwicklung: SEC registriert Blockchain-Dienstleister

Ein historischer Schritt gelang Ende Mai 2026: Die US-Börsenaufsicht SEC registrierte die Paxos Securities Settlement Company als Clearing-Agentur nach Section 17A. Damit ist Paxos der erste Blockchain-native Anbieter, der als zentrale Verwahrstelle für US-Aktien agieren darf.

Der Registrierung gingen sieben Jahre regulatorischer Abstimmung voraus, darunter eine No-Action-Letter im Jahr 2019 und ein Pilotprogramm 2020 mit Großkonzernen wie AT&T und General Electric. Die Genehmigung ermöglicht die T+0-Abwicklung – Aktiengeschäfte werden noch am selben Tag abgeschlossen, die üblichen mehrtägigen Wartezeiten entfallen.

Coinbase und Nium: USDC-Zahlungen in 190 Ländern

Parallel dazu bauen große Zahlungsdienstleister ihre Kapazitäten für Stablecoin-Auszahlungen massiv aus. Ende Mai 2026 schlossen Coinbase und das Fintech Nium eine Partnerschaft, die USDC-Auszahlungen in über 190 Länder ermöglicht. Das System arbeitet mit Just-in-Time-Abwicklung – Unternehmen müssen keine vorgefinanzierten Konten in verschiedenen Lokalwährungen mehr unterhalten.

Nium, das über mehr als 40 regulatorische Lizenzen verfügt und über 100 Währungen unterstützt, arbeitet zudem mit Circle zusammen, um USDC-Abwicklung in sein breiteres Zahlungsnetzwerk zu integrieren. Dieses Netzwerk wickelt derzeit ein jährliches Transaktionsvolumen von rund 7,7 Milliarden Euro ab.

Ein weiterer Vorstoß kommt von Meta: Ende April 2026 startete der Konzern ein Pilotprogramm für USDC-Auszahlungen an Content-Creator in Kolumbien und den Philippinen über die Blockchains Solana und Polygon. Die Creator Economy, die Goldman Sachs 2023 auf 230 Milliarden Euro schätzte, könnte bis 2027 auf rund 440 Milliarden Euro anwachsen.

China baut nationale Digital-Yuan-Plattform – Visa skaliert Stablecoin-Settlement

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Auch traditionelle Finanzsysteme und nationale Währungen bleiben nicht unberührt. Ende Mai 2026 kündigte die chinesische Zentralbank den Aufbau einer nationalen Clearingstelle für den digitalen Yuan (e-CNY) an – angelehnt an die bestehende UnionPay-Struktur. Die kumulierten e-CNY-Transaktionen erreichten bis November 2025 rund 16,7 Billionen Yuan (etwa 2,3 Billionen Euro). Seit Januar 2026 sind e-CNY-Bestände zudem verzinslich.

Im privaten Sektor weitete Visa im April 2026 seinen Stablecoin-Settlement-Pilot auf neun verschiedene Blockchains aus, darunter Polygon, Base und Canton. Die annualisierte Abwicklungsrate für Stablecoins erreichte bei Visa 6,5 Milliarden Euro – ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Und in Europa: Banking Circle erhielt Mitte April 2026 eine CASP-Lizenz (Crypto Asset Service Provider) und darf nun regulierte Abwicklungsdienste für Circles USDC und Paxos' USDG für institutionelle Kunden anbieten.

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