Stablecoins, Visa

Stablecoins: Meta, Visa und Cash App treiben globale Zahlungen voran

31.05.2026 - 21:30:29 | boerse-global.de

Tech- und Finanzriesen setzen auf Stablecoins für schnelle, günstige Auszahlungen in der Creator Economy. Meta startet Pilot mit USDC.

Stablecoins: Meta, Visa und Cash App treiben globale Zahlungen voran - Foto: über boerse-global.de
Stablecoins: Meta, Visa und Cash App treiben globale Zahlungen voran - Foto: über boerse-global.de

Die großen Tech- und Finanzkonzerne rüsten auf: Stablecoins werden zum zentralen Werkzeug für schnelle, günstige grenzüberschreitende Zahlungen in der globalen Creator Economy. Meta, Circle und Visa treiben die Integration massiv voran.

Meta startet Pilotprojekt für Creator-Auszahlungen

Seit dem 29. April 2026 testet Meta die Auszahlung von USDC an ausgewählte Content-Ersteller auf Facebook und Instagram. Der Pilot läuft zunächst in Kolumbien und auf den Philippinen – zwei Märkten, in denen schnelle und kostengünstige Überweisungen besonders gefragt sind.

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Die Auszahlungen erfolgen über die Blockchains Solana und Polygon. Stripe fungiert als primärer Zahlungsabwickler. Die Creator können die Gelder in gängigen Wallets wie MetaMask, Phantom oder Binance empfangen.

Der Schritt ist bemerkenswert: Erst 2022 hatte Meta sein eigenes Digitalwährungsprojekt Diem nach massiven regulatorischen Hürden eingestellt. Diesmal setzt der Konzern nicht auf eine eigene Münze, sondern auf den etablierten Stablecoin USDC, dessen Marktkapitalisierung im ersten Quartal 2026 auf rund 78 Milliarden US-Dollar (etwa 72 Milliarden Euro) angewachsen ist.

Aktuell fehlt noch die integrierte Umwandlung in Fiat-Währungen – Creator müssen dafür externe Börsen nutzen. Doch die Pläne sind ambitioniert: Eine Ausweitung auf mehr als 160 Märkte ist bereits in der Pipeline.

Ein Milliardenmarkt nimmt Form an

Die Zahlen sprechen für sich: Goldman Sachs prognostiziert, dass die Creator Economy von 250 Milliarden US-Dollar (2023) auf 480 Milliarden US-Dollar (etwa 442 Milliarden Euro) im Jahr 2027 wachsen wird. Meta allein zahlte 2025 rund 3 Milliarden US-Dollar an seine Creator aus – ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Rechnung der Analysten ist simpel: Würden Stablecoins nur zehn Prozent des gesamten Creator-Marktes erobern, flössen jährlich Dutzende Milliarden Dollar über diese Schiene.

Fintech-Partnerschaften treiben die Infrastruktur

Parallel zum Meta-Pilot bauen Finanzdienstleister die nötige Infrastruktur aus. Am 27. Mai 2026 gaben Circle und Nium eine Partnerschaft bekannt: Nium wird globaler Auszahlungspartner im Circle Payments Network (CPN). Institutionelle Kunden können damit USDC-Transaktionen in lokalen Währungen in über 190 Ländern und 100 verschiedenen Währungen abwickeln. Das CPN meldete zum 31. März 2026 ein annualisiertes Transaktionsvolumen von 8,3 Milliarden US-Dollar.

Auch große Retail-Plattformen ziehen nach. SoFi führte am 27. Mai 2026 einen eigenen, von der Bank emittierten Stablecoin (SoFiUSD) auf Ethereum und Solana für seine 15 Millionen Mitglieder ein. Cash App mit seinen 59 Millionen monatlich aktiven Nutzern erweiterte die USDC-Unterstützung und erlaubt nun die automatische Konvertierung zwischen USDC und US-Dollar auf gleich vier Netzwerken: Solana, Ethereum, Polygon und Arbitrum.

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Das Fintech-Unternehmen NALA sicherte sich zudem 50 Millionen US-Dollar (rund 46 Millionen Euro) in einer Kreditlinie von Investoren, darunter MUFG und Mars Growth Capital. Das Geld soll in den Aufbau von Stablecoin-Zahlungskorridoren zwischen Europa, den USA und mehreren afrikanischen Ländern wie Kenia und Ghana fließen.

Visa und DoorDash: Stablecoins im Massenzahlungsverkehr

Selbst traditionelle Zahlungsnetzwerke setzen nun voll auf die digitale Währung. Visa gab am 29. April 2026 bekannt, dass sein Stablecoin-Settlement-Pilot nun neun verschiedene Blockchains unterstützt – darunter Base, Polygon und Tempo. Die annualisierte Abwicklungsrate für Stablecoins liegt bei 7 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Visa verwaltet aktuell über 130 Kartenprogramme, die an Stablecoins gekoppelt sind, und das in mehr als 50 Ländern.

Im Lieferdienst-Sektor integriert DoorDash Stablecoin-Rails für grenzüberschreitende Händlerzahlungen – über Stripe's Tempo-Blockchain. Das System verspricht Abwicklungszeiten unter einer Sekunde bei festen Gebühren. Eine massive Veränderung für ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr fast 75 Milliarden US-Dollar an Transaktionen abwickelte.

Regulierung als Treiber

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beziffert die realen Stablecoin-Zahlungen im Jahr 2025 auf rund 390 Milliarden US-Dollar. Dieser Wachstumskurs wird durch neue regulatorische Rahmenwerke gestützt – etwa den GENIUS Act in den USA, der die institutionelle Entwicklung im Bereich digitaler Vermögenswerte weiter vorantreibt.

Die Botschaft ist klar: Stablecoins sind kein Nischenphänomen mehr. Sie werden zur ernstzunehmenden Zahlungsinfrastruktur für eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsformen der Gegenwart.

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