Stablecoins: DoorDash und Stripe starten Tempo-Zahlungen
01.06.2026 - 01:12:08 | boerse-global.deImmer mehr große Zahlungsdienstleister und Lieferplattformen setzen auf Stablecoins für schnellere und günstigere Transaktionen. Der Trend zur Blockchain-basierten Abwicklung gewinnt rasant an Fahrt.
DoorDash und Stripe setzen auf Tempo-Blockchain
Am 31. Mai 2026 kündigte der Lieferdienst DoorDash die Integration von Stablecoin-Auszahlungen über die Tempo-Blockchain an – ein Layer-1-Netzwerk, das vom Zahlungsriesen Stripe entwickelt wurde. Das System soll schnellere Zahlungen für Fahrer, Händler und Nutzer in über 40 Ländern ermöglichen.
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Die Tempo-Blockchain ging am 18. März 2026 an den Start und besticht durch Abrechnungszeiten unter einer Sekunde bei festen Transaktionsgebühren. Bereits bis zum 30. Mai 2026 wurden 3,9 Millionen Transaktionen von rund 177.000 Adressen verarbeitet. Stripe hatte 2024 die Stablecoin-Plattform Bridge für 1,1 Milliarden US-Dollar (rund eine Milliarde Euro) übernommen und positioniert Tempo nun als spezialisierte Schiene für kommerzielle Zahlungen. DoorDash, das 2025 einen Händlerumsatz von rund 75 Milliarden US-Dollar (etwa 69 Milliarden Euro) erzielte, will mit der Technologie seine globalen Auszahlungsprozesse optimieren.
Banken steigen ein: SoFi als Vorreiter
Die Woche Ende Mai 2026 brachte bedeutende Fortschritte im regulierten Bankensektor. Am 27. Mai 2026 wurde SoFi Technologies zur ersten US-Nationalbank, die einen eigenen Stablecoin – SoFiUSD – in einer Verbraucher-App einführte. Der Token wird von der SoFi Bank ausgegeben, ist vollständig in US-Dollar einlösbar und durch liquide Vermögenswerte gedeckt. Die Marktkapitalisierung auf dem Ethereum-Netzwerk überschritt kurz nach dem Start die Marke von 100 Millionen US-Dollar (rund 92 Millionen Euro).
Parallel dazu erweiterte Cash App von Block am 30. Mai 2026 sein Angebot: Die 59 Millionen monatlich aktiven Nutzer können nun USDC über mehrere Netzwerke senden und empfangen – darunter Solana, Ethereum, Polygon und Arbitrum. Der Dienst wandelt eingehende Zahlungen automatisch in US-Dollar um. Zuvor hatte bereits SoFi Stablecoin-Support für seine 14,7 Millionen Mitglieder über Solana und Ethereum eingeführt.
Visa und Circle bauen Infrastruktur aus
Die technischen Grundlagen für Stablecoin-Zahlungen im großen Stil werden kontinuierlich erweitert. Am 29. April 2026 gab Visa bekannt, seinen Stablecoin-Settlement-Pilot auf neun Blockchains auszuweiten. Neu hinzugekommen sind Arc, Base, Canton, Polygon und Tempo – zusätzlich zu den bestehenden Netzwerken Avalanche, Ethereum, Solana und Stellar. Visa meldete ein annualisiertes Abwicklungsvolumen von sieben Milliarden US-Dollar (rund 6,4 Milliarden Euro) – ein Anstieg um 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Der globale Zahlungsdienstleister Nium und der Stablecoin-Emittent Circle gaben am 27. Mai 2026 eine Partnerschaft bekannt. Nium fungiert als globaler Auszahlungspartner im Circle Payments Network (CPN) und ermöglicht USDC-Abwicklungen in über 190 Ländern und 100 Währungen. Das CPN verzeichnete zum 31. März 2026 ein annualisiertes Transaktionsvolumen von 8,3 Milliarden US-Dollar (rund 7,6 Milliarden Euro).
Im institutionellen Sektor erklärte B2C2, eine Tochter von SBI Holdings, Ende Mai 2026 Solana zum primären Netzwerk für institutionelle Stablecoin-Transaktionen. Die Infrastruktur unterstützt verschiedene Solana-basierte Stablecoins für Kunden wie Standard Chartered und Anchorage Digital.
Regulierung in Europa schreitet voran
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Der regulatorische Rahmen für diese Dienste wird klarer – insbesondere in Europa. Am 15. April 2026 erhielt Banking Circle mit Sitz in Luxemburg die Zulassung als Crypto-Asset Service Provider (CASP) . Das Unternehmen, das ein jährliches Volumen von 1,5 Billionen Euro für 750 Zahlungsdienstleister abwickelt, darf nun regulierte Settlement-Dienste für USDC und seinen eigenen Euro-Stablecoin EURI anbieten.
Creator Economy und Marktausblick
Auch die Creator-Wirtschaft entdeckt Stablecoins: Meta startete am 29. April 2026 ein Pilotprogramm, das über Solana und Polygon USDC-Auszahlungen für Content-Ersteller in Kolumbien und auf den Philippinen ermöglicht. Der Schritt folgt einem breiteren Markttrend: Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erreichten reale Stablecoin-Zahlungen 2025 rund 390 Milliarden US-Dollar (etwa 360 Milliarden Euro). Marktbeobachter vermelden zudem, dass monatliche Transaktionsvolumina für bestimmte Stablecoins wie RLUSD auf großen Zahlungsplattformen die Milliarden-Dollar-Marke überschritten haben.
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