Stablecoins, B2B-Zahlungen

Stablecoins: B2B-Zahlungen wachsen um 733 Prozent

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 22:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stablecoins erreichen 2025 im B2B-Zahlungsverkehr 226 Milliarden US-Dollar, bleiben im grenzüberschreitenden Gesamtmarkt aber marginal.

Stablecoins wachsen im B2B, bleiben global jedoch eine Nische
Ein moderner Frachtterminal bei Dämmerung mit gestapelten Metallcontainern, die den internationalen Handel symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Die Bedeutung von Stablecoins für den internationalen Finanzverkehr hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Dennoch zeigt eine Analyse der Marktdaten zum Ende des Jahres 2025, dass diese Technologie im Vergleich zum etablierten Finanzsystem weiterhin eine Nischenrolle einnimmt.

Während das jährliche Volumen der Stablecoin-Zahlungen Ende 2025 auf rund 390 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, entspricht dies lediglich einem Bruchteil von etwa 0,02 Prozent des gesamten Marktes für grenzüberschreitende Zahlungen, der mit 208 Billionen US-Dollar beziffert wird.

Dynamisches Wachstum im B2B-Sektor

Trotz des geringen Gesamtanteils weisen spezifische Segmente eine hohe Dynamik auf. Insbesondere im Bereich der B2B-Zahlungen verzeichneten Experten eine massive Expansion. Zum Ende des Jahres 2025 beliefen sich die Stablecoin-Transaktionen zwischen Unternehmen auf annualisiert rund 226 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 733 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dieses Interesse spiegelt sich auch in der institutionellen Akzeptanz wider. Branchenanalysen zufolge nutzen bereits 13 Prozent der Institutionen Stablecoins aktiv, während 80 Prozent den Einsatz dieser digitalen Assets derzeit prüfen. Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist die Nachfrage in Regionen mit volatilen Lokalwährungen oder eingeschränktem Zugang zu Devisen.

So beobachtete der Zahlungsdienstleister Thunes eine verstärkte Nachfrage nach Stablecoins in Ländern wie Argentinien und Nigeria. In Afrika ist beispielsweise das Unternehmen Yellow Card bereits in mehr als 20 Ländern aktiv, um entsprechende Infrastrukturen bereitzustellen.

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Regulatorische Verschärfung und Bankenabhängigkeit

Das Wachstum des Sektors wird zunehmend von staatlicher Seite begleitet und reglementiert. Im Juli 2025 wurde der sogenannte GENIUS Act unterzeichnet, der Stablecoin-Emittenten bankenähnliche Anforderungen auferlegt. Zudem verschärften Aufsichtsbehörden die Kontrolle bestehender Akteure. So versandte die FTC im März 2026 Warnschreiben an namhafte Zahlungsdienstleister wie PayPal, Stripe, Visa und Mastercard.

Ein zentrales strukturelles Problem bleibt die Abhängigkeit von klassischen Finanzinstituten. Banken fungieren weiterhin als primärer Engpass, da sie die Schnittstellen für den Tausch zwischen Fiat-Währungen und digitalen Assets (On-/Off-Ramps) sowie die Einhaltung von Compliance-Vorgaben steuern.

Die Risiken dieser Abhängigkeit von einzelnen Instituten wurden in der Branche durch die Fälle Silvergate und Signature deutlich, was die Notwendigkeit diversifizierter Bankbeziehungen unterstreicht.

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Infrastrukturausbau und globale Standardisierung

Um die Marktposition zu festigen, investieren Unternehmen verstärkt in die technische Infrastruktur. Ein prominentes Beispiel ist die Übernahme der Plattform Bridge durch Stripe für 1,1 Milliarden US-Dollar, um die eigenen Kapazitäten im Bereich der digitalen Zahlungsabwicklung zu erweitern.

Parallel dazu treiben mehrere Staaten die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen voran, um Stablecoins kontrolliert in das Finanzsystem zu integrieren. In Afrika entwickeln Ghana, Mauritius und Uganda derzeit spezifische Regelwerke. Mauritius veröffentlichte Mitte August 2026 entsprechende Leitlinien, während Ghana die Lizenzierung eines durch den Cedi gestützten Stablecoins prüft.

Uganda arbeitet unterdessen an einem Gesetzesentwurf für Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASP). Diese Schritte deuten auf eine fortschreitende Professionalisierung und regionale Standardisierung des Marktes hin, die über die anfängliche reine Erprobungsphase hinausgeht.

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