Stablecoin-Krise, Millionen

Stablecoin-Krise: 80 Millionen Dollar Hack bei Resolv Labs

08.06.2026 - 02:22:30 | boerse-global.de

Über 328 Millionen Euro Verlust durch Brücken-Hacks im ersten Halbjahr 2026. Resolv Labs, YieldBlox und Apyx Finance sind betroffen.

Stablecoin-Krise: Hacks und Kursstürze erschüttern den Sektor
Stablecoin-Krise - A shadowy figure in a dark hoodie typing on a laptop, surrounded by abstract digital currency symbols and broken chains. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Allein durch Brücken-Hacks gingen im ersten Halbjahr 2026 über 328 Millionen Euro verloren.

Exploit bei Resolv Labs: 80 Millionen Dollar gestohlen

Ein schwerer Sicherheitsvorfall erschüttert die Krypto-Welt. Am 7. Juni 2026 nutzte ein Angreifer eine Schwachstelle im USR-Counter-Vertrag von Resolv Labs aus. Mit einer Einlage von nur 200.000 Dollar konnte er rund 80 Millionen Dollar in USR-Token prägen. Die Folge: Der Kurs des Stablecoins stürzte um 74,2 Prozent auf 0,257 Dollar ab. Zwar erholte sich der Preis später auf etwa 0,85 Dollar – der Vertrauensverlust bleibt jedoch enorm.

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Die Sicherheitslücke hatte mehrere Ursachen: Fehlende Oracle-Überprüfungen, fehlende Mint-Limits und eine einzige externe Adresse (EOA) mit Prägerechten. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt das Protokoll rund 95 Millionen Dollar an Vermögenswerten – bei Verbindlichkeiten von 173 Millionen Dollar. Ein finanzielles Ungleichgewicht, das Fragen zur Nachhaltigkeit des Projekts aufwirft.

YieldBlox auf dem Stellar-Netzwerk: Oracle-Manipulation

Auch das Stellar-Ökosystem blieb nicht verschont. Der YieldBlox-Kreditpool verlor Anfang Juni über 10 Millionen Dollar durch eine Oracle-Manipulation. Angreifer trieben den Preis des USTRY-Tokens von 1,05 auf über 100 Dollar in die Höhe. Rund 48 Millionen XLM konnten zwar eingefroren werden, doch der Täter erbeutete 61 Millionen XLM und 1 Million USDC.

Apyx Finance: Bitcoin-Rutsch zieht Stablecoin mit

Ein weiterer Stabilitätsverlust traf den apxUSD-Stablecoin von Apyx Finance. Am 4. Juni 2026 fiel der Kurs auf 0,90 bis 0,93 Dollar. Ursache war der Wertverfall von STRC-Vorzugsaktien, die als Sicherheit dienen. Auslöser: Der Bitcoin-Kurs war unter die Marke von 63.000 Dollar gefallen.

Regulatorischer Druck: HTX delistet USD1

Nicht nur technische Angriffe, auch politische Entwicklungen setzen den Markt unter Druck. Am 7. Juni 2026 begann die Kryptobörse HTX mit dem Delisting des USD1-Stablecoins. Hintergrund: Das World Liberty Financial (WLFI)-Projekt fror HTX-verbundene Adressen ein – unter Berufung auf britische Sanktionen.

Großbritannien hatte Huobi Global S.A. bereits am 26. Mai 2026 sanktioniert. Der Vorwurf: Die Plattform habe über das A7-Netzwerk und Garantex Sanktionsumgehungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar ermöglicht. HTX wehrt sich: Die eingefrorenen Gelder gehörten einzelnen Nutzern, nicht sanktionierten Stellen. Die Börse wandelt USD1-Bestände nun im Verhältnis 1:1 in USDT um.

A7A5: Russland-gebundener Stablecoin wächst trotz Sanktionen

Ein besonderer Fall ist der A7A5-Stablecoin, der an den russischen Rubel gekoppelt ist. Seit seiner Einführung im Januar 2025 wuchs die Zahl der Halter von 13.000 auf 29.000 im Mai 2026. Das kumulierte Transaktionsvolumen übersteigt 110 Milliarden Dollar. Damit hält A7A5 rund 43 Prozent des globalen Marktes für Nicht-Dollar-Stablecoins. Das 19. EU-Sanktionspaket hat den Token im Visier – doch das Wachstum scheint bisher kaum gebremst.

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Portfolio-Verluste und Rückholaktionen

Nicht nur Protokolle, auch Anlagestrategien geraten unter Druck. Der USDC-Vault von PiggyBank verzeichnete am 6. Juni 2026 einen Verlust von 15 Prozent. Grund waren Fehler in einer Basis-Trading-Strategie mit dem LAB-Token. Ein außerbörslicher Kauf gesperrter LAB-Token wurde zwar mit 1,35 Millionen Dollar bewertet – die Mittel bleiben jedoch bis Mitte August 2026 illiquide.

Parallel laufen die Rückholaktionen für den Kelp-DAO-Vorfall vom April 2026. Dabei waren rund 293 Millionen Dollar gestohlen worden. Am 7. Juni 2026 liquidierte Aave 13.000 ETH des Angreifers auf Ethereum und Arbitrum und überwies die Gelder an ein Recovery-Multisig. Die juristische Aufarbeitung läuft: Der Arbitrum-DAO prüft die Freigabe weiterer 30.765 ETH, die nach dem ursprünglichen Angriff eingefroren worden waren.

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