Stablecoin-Kartenzahlungen: Visas Volumen verfünfzehnfacht
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 18:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zahlungsdienstleister Visa forciert den Ausbau seiner Infrastruktur für Stablecoin-basierte Kartenzahlungen massiv. Wie Moon Sung-gil von Visa Korea am 11. September 2026 in Seoul mitteilte, hat sich das entsprechende Zahlungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr etwa verfünfzehnfacht. Den Angaben zufolge verdoppelt sich das Volumen bei Stablecoin-Kartenzahlungen derzeit alle sechs Monate.
Skalierung und neue Industriestandards
Die Dynamik im Bereich der digitalen Währungen spiegelt sich auch in den allgemeinen Transaktionszahlen wider. Seit Ende 2024 haben sich die monatlichen Stablecoin-Transaktionen im Jahresvergleich etwa verdoppelt und erreichten in der Spitze einen Wert von rund 1,8 Billionen US-Dollar.
Um die technische Basis zu vereinheitlichen, engagiert sich Visa in einem offenen Standard, dem mehr als 180 Mitglieder angehören, darunter Schwergewichte wie BlackRock, Standard Chartered und Stripe. Noch vor Ende des laufenden Jahres ist der Start von OUSD geplant, wobei Emission und Rücknahme gebührenfrei erfolgen sollen.
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wies Visa für das Stablecoin-Settlement eine annualisierte Run-Rate von über 20 Milliarden US-Dollar aus, was ebenfalls einer Steigerung um das Fünfzehnfache gegenüber dem Vorjahr entspricht. Aktuell sind mehr als 160 Stablecoin-Kartenprogramme aktiv, deren Zahlungsvolumen im Jahresvergleich um 200 Prozent zunahm.
Innovative Kreditlösungen und Settlement-Daten
Parallel zum Ausbau der Zahlungswege erweitert Visa sein Angebot um Finanzierungsinstrumente. Am 8. September 2026 startete das Unternehmen die Initiative Credit Coop, einen Stablecoin-Revolvingkredit für Kartenherausgeber, der durch Settlement-Forderungen besichert ist.
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Laut Angaben von Visa gegenüber Credit Coop vom 19. August 2026 beläuft sich das kumulierte Settlement-Volumen seit 2023 auf über 2,5 Milliarden US-Dollar. In diesem Zeitraum seien bei rund 3.000 Auszahlungen und 9.000 Rückzahlungen keine Ausfälle verzeichnet worden.
Innerhalb dieses Ökosystems verzeichnete der Partner Rain ein Volumen von etwa 2 Milliarden US-Dollar bei 2.000 Inanspruchnahmen und 7.000 Rückzahlungen. Zudem schloss das Unternehmen Karta eine Finanzierungsrunde über 140 Millionen US-Dollar ab, an der sich Galaxy Ventures und CIM beteiligten.
Integration in das klassische Bankwesen
Mehrere Finanzinstitute gaben am 9. September 2026 Fortschritte bei der Integration von Stablecoin-Lösungen bekannt. Die MVB Financial Corp. nimmt an einem Pilotprojekt für Visa Direct teil, um Stablecoin-basiertes Funding und Settlement für Push-to-Card-Auszahlungen zu testen. Dabei werden Stablecoins als Abwicklungsschicht innerhalb der bestehenden Bankinfrastruktur genutzt.
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Die U.S. Bank meldete den erfolgreichen Abschluss eines Live-Pilotprojekts mit dem USBDC-Stablecoin auf dem Stellar-Netzwerk, bei dem Zahlungen zwischen eigenen Einheiten in Nordamerika und Europa sowie Funktionen wie Minting und Redemption erprobt wurden.
Auch im Bereich der Auslandsüberweisungen wächst das Angebot. Nubank startete am 10. September 2026 in den USA das Multi-Währungs-Konto Nu Global, das Einlagen in USDC und EURC ermöglicht. Das Institut zielt damit auf den 800 Milliarden US-Dollar schweren Remittance-Markt ab. MoneyGram wiederum führte am selben Tag eine erste USDC-gestützte virtuelle Visa-Karte in Kolumbien ein.
Wettbewerb und technologische Modernisierung
Während Visa die Infrastruktur ausbaut, verzeichnen auch Wettbewerber signifikantes Wachstum. Berichten vom 12. September 2026 zufolge stieg die Zirkulation des Stablecoins RLUSD von Ripple auf 2,4 Milliarden US-Dollar, wobei die tägliche Aktivität mit 750 Millionen US-Dollar mehr als dreimal so hoch liegt wie zu Jahresbeginn. Ripple Treasury wickelt jährlich Transaktionen im Wert von etwa 13 Billionen US-Dollar ab und plant eine MiCA-konforme Ausgabe in Europa.
Zusätzlich treiben technologische Innovationen die Effizienz voran. OpenAI veröffentlichte am 11. September 2026 ChatGPT for Financial Services auf Basis von GPT-6 Astra, um Investment Banking und Equity Research zu unterstützen. Gleichzeitig implementiert AWS Multi-Agent-KI-Systeme zur automatisierten Risikobewertung im Finanzsektor, um regulatorische Anforderungen wie die EU-DORA-Richtlinie effizienter zu erfüllen.
