Mobilität, Verkehr

Digitaler Assistent für inklusive Mobilität

07.05.2026 - 17:35:00 | pressetext.de

St. Pölten - Ein neues Projekt der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten untersucht, wie Menschen mit Behinderung oder körperlicher Beeinträchtigung barrierefreier mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein können. Im Projekt soll ein Prototyp für einen digitalen Assistenten entstehen. Die St. Pöltner Fritz Schöggl Privatstiftung unterstützt das Projekt mit 150.000 Euro.

Assistent für inklusive Mobilität - Foto: USTP / Florian Stix über pressetext.de
Assistent für inklusive Mobilität - Foto: USTP / Florian Stix über pressetext.de

Das Projekt mit dem Titel "EMIU Exklusiv Mobil – Inklusiv Unterwegs" entwickelt eine Hilfe für eine barrierearme, echtzeitnahe, individuelle Mobilitätsplanung und -umsetzung im Alltag.

"Auch wenn im Rahmen der Mobilitätswende der öffentliche Personennahverkehr durch technische Neuerungen an Attraktivität gewonnen hat, stehen Menschen mit Behinderungen oder körperlicher Beeinträchtigung weiterhin vor verschiedenen Herausforderungen. Das führt zu Schwierigkeiten im Alltag", sagt Projektleiterin Alexandra Anderluh vom Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der USTP.

Solche Hürden sind etwa physische und bauliche Barrieren wie defekte oder fehlende Aufzüge, fehlende taktile Leitsysteme und nicht barrierefreie Haltestellen, sensorische Barrieren wie fehlende akustische oder ausschließlich visuelle Anzeigen oder unzureichende Kontraste sowie kognitive und psychische Herausforderungen bei komplexen Umstiegssituationen oder Stress bei kurzfristigen Änderungen.

Assistent soll helfen

Im Projekt entwirft Anderluh mit ihren Kolleg*innen einen Prototyp für einen elektronischen Assistenten, der Menschen mit Behinderung unterstützen soll. Dafür soll das bereits bestehende Assistenzsystem "Home Assistant" passend weiterentwickelt werden.

Diese bereits etablierte quelloffene Software soll öffentlich zugängliche Echtzeit-Daten etwa zu Abfahrtszeiten, Störungen, Aufzugsausfällen und Wetter zusammenfassen und leicht nutzbar darstellen. Menschen, die den Assistenten nutzen, sollen die Darstellungen an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können. Dazu gehören etwa Licht- und Textsignale für Hörbeeinträchtigte oder eine Sprachausgabe für Sehbeeinträchtigte. Der Assistent soll sowohl daheim als auch unterwegs über das Smartphone dazu beitragen, sicher, stressfrei und barrierearm zum Ziel zu gelangen.

Das Projektteam will den Prototypen im Projekt mit beeinträchtigten Menschen testen. Der Prototyp soll Mobilitätsanbieter*innen die Möglichkeit bieten, darauf aufbauend ihr Service zu erweitern.

Unterstützung für wichtigen Forschungsbereich

Die Förderung des ausgewählten Projekts erfolgt durch die Fritz Schöggl Privatstiftung. Fritz Schöggl (1931–2024) war eine prägende Persönlichkeit der Stadt St. Pölten: leitender Mitarbeiter der NÖ Gebietskrankenkasse, langjähriges Mitglied des Gemeinderats und Stadtsenats sowie zentraler Gestalter des Krankenhauses und sozialer Einrichtungen. Er engagierte sich zudem stark im Sportbereich. Für seine umfangreichen Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich und den Ehrenring der Stadt. 2008 brachte er sein Vermögen in eine Privatstiftung ein, deren Vorstand nun ein Forschungs- und Innovationsprojekt der USTP fördert.

"Dem Stifter Fritz Schöggl lag stets am Herzen, Menschen mit Beeinträchtigungen zu unterstützen. Dieses Projekt öffnet – im wahrsten Sinne des Wortes – Türen: Barrierefreies Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird ein Stück weiter Realität", sagt Helmut Schebesta für die Fritz Schöggl Privatstiftung.

"Das Projekt fügt sich in eine Reihe mehrerer an unserer Hochschule bisher abgewickelter Forschungsprojekte zum Thema inklusive Mobilität. Unsere Forscher*innen haben hier in den letzten Jahren bereits wesentliche Kompetenz aufgebaut und der Bereich zeigt den großen Nutzen unserer angewandten Forschung zu Fragestellungen und für Lösungen von Problemen im Alltag. Es freut mich und ich bedanke mich sehr herzlich, dass die Fritz Schöggl Privatstiftung dieses wichtige Thema und Projekt unterstützt", sagt USTP-Geschäftsführer Hannes Raffaseder.

Das Projekt soll von Oktober 2026 bis Dezember 2027 laufen.

Mehr zum Projekt demnächst auf research.ustp.at ( https://research.ustp.at/ )

Home Assistant: https://www.home-assistant.io

Forderung nach gesicherter Forschungsfinanzierung und Promotionsrecht

Die Österreichische Fachhochschulkonferenz (FHK) spricht sich für eine gesicherte Forschungsfinanzierung und ein Promotionsrecht für Fachhochschulen / Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (FH/HAW) in Österreich aus. Die USTP unterstützt diese Forderung. FH/HAW leisten mit ihrer regionalen Vernetzung und der praxisnahen, an zentralen Zukunftsfragen ausgerichteten Forschung einen wesentlichen Beitrag zur Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Doktorand*innen treiben dabei Innovationen voran und bringen diese in Wirtschaft, Industrie und KMU zur Anwendung. Ein Promotionsrecht sowie eine nachhaltige Forschungsfinanzierung sind entscheidend, um diese Wirkung weiter zu stärken und die Überführung von Forschung in konkrete Anwendungen gezielt zu fördern.

Über die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten (vormals Fachhochschule St. Pölten) steht für innovative Lehre, wirkungsvolle angewandte Forschung und – als leitende Hochschule der European-University-Allianz E³UDRES² – für gelebte Europeanness. Als USTP – University of Applied Sciences St. Pölten unterstreicht sie ihre wachsende Internationalität und ihre Rolle als dynamischer Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation – regional, national und in ganz Europa. Mehr als 4.000 Studierende erhalten in zahlreichen Bachelor- und Master-Studiengängen sowie berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen eine praxisorientierte Ausbildung in den Themenbereichen Medien, Kommunikation, Management, Digitale Technologien, Informatik & KI, Security, Bahntechnologie, Gesundheit und Soziales. Lehre und Forschung sind dabei eng verzahnt.

Pressetext und Fotos zum Download verfügbar unter https://www.ustp.at/de/presse

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(Ende)

Aussender: USTP – University of Applied Sciences St. Pölten Ansprechpartner: Mark Hammer Tel.: 02742 313 228 - 269 E-Mail: mark.hammer@ustp.at Website: www.ustp.at

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