Squidbleed: 29 Jahre alte Sicherheitslücke gefährdet Millionen
22.06.2026 - 23:28:57 | boerse-global.de
Der Fehler mit dem Namen „Squidbleed" ermöglicht Angreifern das Auslesen von Passwörtern und Sitzungstoken.
Hintergrund der Schwachstelle
Sicherheitsforscher von Calif.io haben eine schwerwiegende Schwachstelle in der weit verbreiteten Proxy-Software Squid aufgespürt. Der Bug existiert seit 1997 und wurde erst jetzt durch den Einsatz einer spezialisierten KI aufgedeckt. Die als CVE-2026-47729 registrierte Lücke trägt den Beinamen „Squidbleed" – eine Anspielung auf den berüchtigten Heartbleed-Exploit von 2014.
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Das Problem liegt im FTP-Parser des Squid Proxy. Durch fehlende Prüfungen im Gateway-Code kommt es zu einem sogenannten Heap-Overread: Der Speicherbereich des Programms gibt Daten preis, die eigentlich geschützt sein sollten. In gemeinsam genutzten Netzwerken können so unverschlüsselte HTTP-Anfragen anderer Proxy-Nutzer ausgelesen werden.
Welche Daten sind betroffen?
Die Sicherheitslücke kann sensible Informationen offenlegen:
- HTTP-Header
- Anmeldedaten (Login-Informationen)
- Sitzungstoken
- API-Schlüssel
Laut Branchenexperten liegt der CVSS-Score bei 6,5 – das entspricht einer mittleren Bedrohungsstufe. Ein Angreifer benötigt Zugriff auf den Proxy sowie einen kontrollierten FTP-Server, um die Speicherleckage auszulösen.
Patch und Gegenmaßnahmen
Die Entwickler haben bereits reagiert: Mit Squid Version 7.6 steht ein Patch zur Verfügung, der eine notwendige Null-Prüfung im Code einführt. Der Fix wurde am 8. Juni 2026 fertiggestellt und ist seit Anfang des Monats verfügbar.
Administratoren sollten umgehend auf Version 7.6 oder höher aktualisieren. Wer den Patch nicht sofort einspielen kann, sollte als Übergangslösung die FTP-Funktionalität in der Proxy-Konfiguration deaktivieren.
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KI als Gamechanger in der Sicherheitsforschung
Die Entdeckung von Squidbleed markiert einen Wendepunkt in der automatisierten Sicherheitsforschung. Das Team von Calif.io nutzte Anthropics Claude Mythos Preview – ein spezialisiertes KI-Modell – um den jahrzehntealten Code zu analysieren. Die KI identifizierte ein Speicherleck, das manuellen Prüfungen und herkömmlichen Scannern über 29 Jahre lang entgangen war.
Dieser Erfolg fällt in eine Zeit intensiver Debatten über die Fähigkeiten moderner KI-Modelle. Während sie sich für defensive Forschung und Fehlerbehebung als äußerst nützlich erweisen, haben jüngste Red-Team-Tests auch Regierungsdiskussionen über Exportkontrollen für leistungsstarke KI-Modelle ausgelöst. Die Sorge: Dieselben Werkzeuge könnten für schnelle Systeminfiltrationen missbraucht werden.
