Spyware-Warnung, NCSC

Spyware-Warnung: NCSC, FBI und AIVD warnen vor iranischer CHOSEN BRICK

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Britische, US-amerikanische und niederländische Behörden warnen vor CHOSEN BRICK und iranischen Spähangriffen auf Windows-Geräte.

Cyberwarnung: Iran-nahe Spyware zielt auf Dissidenten und Journalisten
Dunkler, industrieller Serverraum mit bläulich leuchtenden Statusleuchten an metallischen Serverschränken. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsbehörden aus Großbritannien, den Vereinigten Staaten und den Niederlanden haben eine gemeinsame Cybersecurity-Warnung vor iranisch verknüpfter Spyware herausgegeben.

Wie aus Berichten hervorgeht, richtet sich der koordinierte Hinweis des britischen National Cyber Security Centre (NCSC), der US-Bundespolizei FBI sowie des niederländischen Geheimdienstes AIVD gegen bösartige Spionageaktivitäten, die gezielt Regimekritiker, Aktivisten und Journalisten ins Visier nehmen.

Nach Erkenntnissen der beteiligten Behörden setzen dem Iran nahestehende Cyberakteure vor allem auf eine Schadsoftware-Familie namens „CHOSEN BRICK“. Die Angreifer nehmen über Messaging-Dienste wie WhatsApp und Telegram Kontakt zu potenziellen Opfern auf.

Mittels gezielter Spear-Phishing-Methoden versuchen sie, Zielpersonen zum Öffnen präparierter Dateien zu bewegen. Gelingt die Infektion, erlangt die Software die vollständige Kontrolle über das jeweilige Gerät.

Umfangreiche Spionagefunktionen auf Windows-Systemen

Die Schadsoftware ist auf Geräte mit dem Betriebssystem Windows ausgelegt und verbleibt auch nach einem Neustart des Systems auf dem Rechner. Einmal installiert, kann das Spionageprogramm eine Vielzahl sensibler Daten abgreifen.

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Dazu zählen Kontakte, E-Mails sowie Chatnachrichten und Kontodaten aus sozialen Medien. Zudem ist die Malware in der Lage, Bildschirmfotos zu erstellen, die Sicherheitseinstellungen des Geräts zu manipulieren und auf das Mikrofon zuzugreifen, um die Umgebung abzuhören.

Das US-amerikanische FBI ordnet den Einsatz dieses Schadprogramms direkt dem iranischen Ministerium für Geheimdienste und Sicherheit (MOIS) zu. Der Hauptzweck der Operationen liege im Diebstahl vertraulicher Informationen sowie in der gezielten Rufschädigung der Betroffenen. Das britische NCSC bewertet die Lage ähnlich und hält es für sehr wahrscheinlich, dass der Iran seine Cyberaktivitäten gezielt nutzt, um Andersdenkende und Regimekritiker zu unterdrücken.

NCSC-Direktor Paul Chichester erklärte in diesem Zusammenhang, Teheran setze digitale Überwachungsmethoden rücksichtslos gegen Dissidenten ein. Nach NCSC-Angaben seien bereits erbeutete Daten von Oppositionellen auf pro-iranischen Internetseiten veröffentlicht worden.

Aktualisierung früherer Warnungen und Verfolgung im Ausland

Die gemeinsame Mitteilung der drei Geheimdienste stellt eine Aktualisierung eines früheren Hinweises des NCSC aus dem März 2026 dar, der sich mit der Gruppierung „Handala Hack“ befasst hatte. Der niederländische Dienst AIVD teilte mit, dass betroffene Personen über die Bedrohung informiert worden seien. Die Gesamtzahl der weltweit oder regional Kompromittierten sei derzeit jedoch unbekannt.

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Die digitale Ausspähung reiht sich in umfassendere Maßnahmen des iranischen Apparats ein, die Kontrolle über Exilanten zu verstärken. Am 14. September 2026 starteten iranische Stellen das Onlineportal „Aladsch“, was übersetzt „Heilung“ bedeutet.

Nach offizieller Darstellung soll die Plattform dem Schutz der nationalen Sicherheit dienen, indem sie Bürgern ermöglicht, im Ausland lebende mutmaßliche Regimekritiker vertraulich zu melden – auch über Social-Media-Kanäle.

Laut den Angaben auf der Portal-Website wurden bereits 600 Personen gemeldet, wobei einzelne Identitäten von Exiliranern veröffentlicht wurden. Schätzungen zufolge leben weltweit rund vier Millionen Menschen mit iranischer Staatsbürgerschaft oder iranischer Migrationsgeschichte im Ausland.

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