Spyware, BSI

Spyware auf iPhones: BSI rät Betroffenen zu neuem Gerät und neuer Nummer

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das BSI meldet gezielte Angriffsversuche auf Abgeordnete; ob Geräte kompromittiert wurden, ist weiterhin offen.
Ein minimalistisches, ruhiges Büro bei Dämmerung, das ein Gefühl von Privatsphäre und Sicherheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor dem Einsatz hoch entwickelter Spyware auf Mobilgeräten gewarnt. Die Schadprogramme sind in der Lage, vertrauliche Nachrichten mitzulesen sowie Zugangsdaten zu stehlen. Angesichts der Bedrohungslage wies die Behörde auf gezielte Schutzstrategien wie moderne Verschlüsselungstechniken hin.

Weitreichende Zugriffsrechte bei einer Infektion

Wird ein Mobiltelefon kompromittiert, erlangen Angreifer umfassende Kontrolle über das System. Nach Angaben des BSI können Täter auf private Mitteilungen zugreifen – einschließlich der Kommunikation über verschlüsselte Messenger-Dienste. Zudem lassen sich Anruflisten, Kontaktbücher, Kalendereinträge und Standortdaten einsehen. Auch das unbemerkte Einschalten von Mikrofon und Kamera gehört zum Funktionsumfang derartiger Spähsoftware.

Bei den eingesetzten Programmen handelt es sich um kommerziell entwickelte, hochgradig fortgeschrittene Werkzeuge. In der Vergangenheit wurden diese häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen gezielt ausgewählte Zielpersonen verwendet.

Hochleistungs-Spyware wie Pegasus des Herstellers NSO Group demonstriert diese Reichweite: Sie liest verschlüsselte Chats mit, greift Passwörter ab, verfolgt den Aufenthaltsort und aktiviert Sensoren wie Kamera und Mikrofon.

Im alltäglichen privaten umfeld tritt Stalkerware laut BSI hingegen deutlich häufiger auf als staatliche Spähprogramme. Mögliche Indikatoren für eine solche Überwachung sind ein sich ungewöhnlich schnell entleerender Akku, ein auffällig warmes Gerät, ein unerklärlich hoher Datenverbrauch sowie die Existenz unbekannter Anwendungen.

Bundestagsabgeordnete informiert und Zero-Click-Angriffe

Am 3. November 2026 wurde bekannt, dass nach Angaben des BSI mehrere Bundestagsabgeordnete und Personen des öffentlichen Lebens ins Visier geraten sind.

Ein entsprechendes Informationsschreiben der Behörde an Abgeordnete datiert vom 30. Oktober 2026. Das BSI stellte klar, dass derzeit unklar sei, ob eine tatsächliche Kompromittierung oder lediglich ein Angriffsversuch vorliege. Für die Mehrheit der iPhone-Nutzer stufte die Behörde das Gesamtrisiko als gering ein.

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Wie am 3. November 2026 berichtet wurde, riet das BSI Betroffenen dennoch, vorsorglich von einem Befall auszugehen; ob Angriffe erfolgreich verliefen und Daten kopiert wurden, bleibt unklar.

Die Zahl der betroffenen Geräte sowie die Identität der Täter sind bisher nicht bekannt. Dem Sicherheitsforscher Costin Raiu zufolge gab es in den Protokollen bislang keine Hinweise auf eine tatsächliche Kompromittierung.

Die Angreifer setzen teilweise auf sogenannte Zero-Day-Sicherheitslücken und Zero-Click-Methoden. Bei diesen Verfahren erfolgt eine Infektion vollkommen ohne Zutun der betroffenen Personen; den Angreifern genügte hierfür lediglich die Telefonnummer des Ziels.

Entsprechende Warnhinweise wurden an gezielt ausgewählte Nutzer in 99 Ländern verschickt. Seit 2021 hat Apple Nutzer in mehr als 150 Ländern gewarnt. Das BSI wies darauf hin, dass eine echte Warnung von Apple die Empfänger niemals dazu auffordert, auf Links zu klicken.

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Handlungsempfehlungen der Sicherheitsexperten

Zur Abwehr empfiehlt das BSI das unverzügliche Einspielen von System-Updates sowie das Beziehen von Anwendungen ausschließlich aus offiziellen App-Stores. Apple-Nutzern wird die dauerhafte Aktivierung des sogenannten Blockierungsmodus geraten.

Nach Angaben des Herstellers gab es bislang keinen erfolgreichen Angriff auf Geräte, bei denen dieser Schutzmodus aktiv war. Hilfesuchenden steht zudem die Digital Security Helpline der Organisation Access Now offen.

Am 3. November 2026 riet das BSI Betroffenen im konkreten Verdachtsfall zu weitreichenden Schritten: Neben sofortigen Software-Updates und dem dauerhaften Blockierungsmodus sollten Nutzer im Zweifel ein neues Mobilgerät mit geänderter Telefonnummer anschaffen und dieses ohne ein vollständiges Backup einrichten.

Zudem sollten Online-Konten zurückgesetzt, Passwörter erneuert, die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert und neue PINs für Signal und WhatsApp vergeben werden.

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