SPRIND, KI-Labore

SPRIND startet 125-Millionen-Euro-Wettbewerb für KI-Labore der nächsten Generation

04.05.2026 - 13:08:55 | boerse-global.de

Die Bundesagentur SPRIND fördert mit 125 Millionen Euro radikal neue KI-Architekturen, um Europas Technologie-Souveränität zu stärken.

SPRIND startet 125-Millionen-Euro-Wettbewerb für KI-Labore der nächsten Generation - Foto: über boerse-global.de
SPRIND startet 125-Millionen-Euro-Wettbewerb für KI-Labore der nächsten Generation - Foto: über boerse-global.de

Die deutsche Agentur für Sprunginnovationen will mit der „Next Frontier AI Challenge“ europäische KI-Spitzenforschung in marktfähige Unternehmen verwandeln.

Bewerbungen sind ab sofort möglich: Die SPRIND (Bundesagentur für Sprunginnovationen) hat ein Fördervolumen von 125 Millionen Euro ausgeschrieben, um völlig neue KI-Architekturen zu entwickeln. Das Ziel: Europas Labore an die Weltspitze bringen – weg von inkrementellen Verbesserungen, hin zum nächsten großen Technologiesprung.

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Drei Phasen, bis zu 26,5 Millionen Euro pro Team

Der Wettbewerb ist als 24-monatiger, mehrstufiger Prozess angelegt. In der ersten Phase, die im Juli beginnt, werden bis zu zehn Teams ausgewählt. Jedes erhält bis zu drei Millionen Euro – und zwar als nicht verwässerndes Eigenkapital, ein entscheidender Vorteil für junge Forschergruppen. Die Aufgabe: technische Machbarkeitsnachweise liefern, etwa experimentelle Prototypen oder Belege für neue Skalierungsdimensionen.

Eine internationale Expertenjury entscheidet dann über den weiteren Verlauf. In Phase zwei kommen bis zu sechs Teams weiter, die jeweils bis zu acht Millionen Euro für produktionsreife Prozesse erhalten. Die drei Sieger-Labore teilen sich in der Schlussphase jeweils bis zu 15,5 Millionen Euro. Insgesamt kann ein Team über die gesamte Laufzeit auf rund 26,5 Millionen Euro kommen.

Das ambitionierte Endziel: Bis Herbst 2028 sollen die drei verbleibenden Labore so weit sein, dass sie eine Anschlussfinanzierung von rund einer Milliarde Euro einwerben können – vergleichbar mit großen Series-A-Runden in den USA.

Abschied vom Transformer-Prinzip

Die SPRIND macht klar: Wer sich bewirbt, soll nicht versuchen, mit den aktuellen Marktführern gleichzuziehen. Stattdessen geht es um die „nächste architektonische S-Kurve“ – den paradigmatischen Sprung, der auf die aktuelle Generation großer Sprachmodelle folgt. Viele Experten sehen diese nämlich an den Grenzen der Dateneffizienz und Ressourcenintensität.

Gefördert werden daher radikal neue Ansätze:
- Effizientere Trainingsmethoden
- Alternative Lernparadigmen wie kausales Lernen oder föderiertes Lernen für besseren Datenschutz
- Biohybride Systeme, die KI mit physischer Robotik verbinden
- Disruptive agentenbasierte Systeme

Der strategische Hintergrund: „Souveräne KI“ für Europa. Die Abhängigkeit von Technologiestapeln US-amerikanischer oder chinesischer Konzerne soll reduziert werden. Gleichzeitig betont die Agentur, dass die zivile Ausrichtung zunehmend Technologien mit doppeltem Verwendungszweck berücksichtigen muss – etwa für Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung oder Industrie.

Dr. Jano Costard: „Europa produziert exzellente Talente – aber keine Weltfirmen“

Der Leiter des Challenge-Bereichs bei SPRIND, Dr. Jano Costard, bringt das Kernproblem auf den Punkt: Europa habe herausragende KI-Fachkräfte, schaffe es aber nicht, daraus Weltmarktführer zu formen. Die Next Frontier AI Challenge soll genau diese Lücke schließen – durch Kapital, operative Unterstützung, rechtliche Rahmenbedingungen und Zugang zu Hochleistungsrechnern.

Der Wettbewerb ist Teil des breiteren KI-Aktionsplans der Bundesregierung. Erst im Frühjahr hatte das Bundesforschungsministerium (BMBF) ein 31,6-Millionen-Euro-Paket für KI in der Hochschulverwaltung bewilligt. Auch deutsche Startups wie SPREAD AI und Sereact konnten zuletzt signifikante private Finanzierungsrunden abschließen.

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Bewerbungsfrist: 1. Juni 2026

Der Auswahlprozess ist straff getaktet. Bewerbungsschluss ist der 1. Juni 2026. Die vielversprechendsten Teams pitchen dann am 24. und 25. Juni vor der Jury. Die ersten zehn ausgewählten Labore sollen innerhalb von sieben Monaten erste technische Nachweise liefern – ein Tempo, das an die Arbeitsgeschwindigkeit privater Spitzenlabore angelehnt ist.

Analyse: 125 Millionen – viel Geld, aber nicht genug?

Im internationalen Vergleich ist das Budget von 125 Millionen Euro für eine öffentliche Agentur beachtlich. Gemessen an den Milliardeninvestitionen in US-amerikanische Labore bleibt es jedoch bescheiden. Die SPRIND setzt daher bewusst auf die Qualität der technischen Wetten statt auf schiere Kapitalmacht. Ein Durchbruch bei einer neuen Architektur könnte die Ressourcenvorteile der aktuellen Marktführer schlagartig entwerten.

Der Fokus auf nicht verwässernde Finanzierung ist ein entscheidender Unterschied zu privaten Investoren. Teams können ihre Basistechnologie entwickeln, ohne sofortigen Druck in Richtung Exit oder Verwässerung ihrer Anteile. Das entspricht dem Modell der SPRIND, die 2019 gegründet wurde, um Projekte zu finanzieren, deren technisches Risiko für private Investoren zu hoch – deren Marktpotenzial aber zu spezifisch für klassische akademische Förderung ist.

Ob das Modell aufgeht, wird sich zeigen. Der Erfolg des Wettbewerbs bemisst sich letztlich daran, ob die geförderten Labore bis 2028 die angestrebte Milliarde Euro privates Folgekapital einsammeln können. Die Namen der zehn ausgewählten Teams werden nach den Jury-Sitzungen Ende Juni bekannt gegeben.

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