Spreewälder, Meerrettich

Spreewälder Meerrettich: Vier Betriebe starten die Ernte von 100 Tonnen

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 19:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vier Betriebe ernten auf unveränderter Fläche; Trockenheit erschwert den Anbau, zwei Verarbeiter veredeln die Wurzeln regional.
Frisch geerntete Meerrettichwurzeln liegen auf dunkler, feuchter Erde auf einem Acker im Spreewald. Illustration mit AI erstellt.

Im Spreewald hat bei vier Betrieben die Ernte der traditionsreichen Meerrettichwurzel begonnen. Nach Angaben des Spreewaldvereins umfasst das Areal in der Region rund zehn Hektar und bleibt damit im Vergleich zu den Vorjahren unverändert.

Für die laufende Saison rechnet der Verein mit einem Gesamtertrag von etwa 100 Tonnen. Die Sonderkultur besitzt einen besonderen Stellenwert für die regionale Landwirtschaft: Bereits seit 1999 ist der Spreewälder Meerrettich als geschützte geographische Angabe (g.g.A.) durch ein EU-Siegel zertifiziert.

Herausfordernde Witterung und strenge Qualitätsanforderungen

Der Anbau im Spreewald war zuletzt durch anhaltende Trockenheit geprägt, was sich ungünstig auf die Entwicklung der Bestände ausgewirkt hat. Bedingt durch fehlenden Regen und tief ausgetrocknete Böden gestaltet sich der Gemüseanbau in der Region – wozu neben dem Meerrettich beispielsweise auch der Spargel zählt – zunehmend schwieriger.

Einen wesentlichen Anteil an der regionalen Produktion trägt der Betrieb von Marcel Mich aus Klein Radden. Dieser bewirtschaftet rund fünf Hektar und stellt damit etwa die Hälfte der gesamten Spreewälder Meerrettichfläche.

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Bei der Rodung der Wurzeln kommt es maßgeblich auf die Wuchsstärke an, da der Markt vor allem Wurzeln mit großem Durchmesser verlangt. Als Qualitätskriterium für die Einstufung als sogenannte A-Ware gilt, dass das obere Wurzeldrittel eine Dicke von über 25 Millimetern aufweisen muss. Generell gilt bei Meerrettich: Je dicker die geerntete Wurzel ausfällt, desto höher werden die Qualität sowie die Schärfe des Endprodukts bewertet.

Weiterverarbeitung durch spezialisierte Traditionsbetriebe

Nach dem Einholen der Ernte werden die Wurzeln zunächst geputzt und nach ihren Dimensionen sortiert. Anschließend gelangt die Ware direkt zur weiteren Veredelung an zwei spezialisierte Verarbeitungsbetriebe in Lübbenau. Dazu zählen die RABE Spreewälder Konserven im Ortsteil Boblitz sowie die Meerrettichreiberei Koal im Ortsteil Lehde.

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Nur Wurzeln mit über 25 Millimetern im oberen Drittel gelten als A-Ware — und die Wertschöpfung hängt an wenigen Verarbeitern. Wer hier mehr Spielraum will, braucht eine klare Vermarktungs-Strategie für g.g.A.-Spezialitäten. Die Checkliste zeigt, wie Sie Qualität belegen und Abnehmer überzeugen. Vermarktungs-Checkliste jetzt sichern

Beide Betriebe stellen jeweils zehn unterschiedliche Sorten her, um die geschützte Spezialität für den Handel aufzubereiten. Das Sortiment der Verarbeiter deckt ein breites Geschmacksspektrum ab: Neben der klassischen puren Zubereitung werden unter anderem Rezepturen mit Sahne, Apfel, Preiselbeere und Ingwer angeboten. Durch diese Veredelungsschritte bleibt die Wertschöpfungskette der geschützten Spreewälder Wurzel vollständig in der Region verankert.

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