Sportstättenkrise: 35 Milliarden Euro Sanierungsstau bei Bädern
01.06.2026 - 22:49:14 | boerse-global.deAllein bei Schwimmbädern schätzen Experten den Nachholbedarf auf rund 35 Milliarden Euro. Ohne massive Investitionen droht jedes fünfte Bad innerhalb von fünf Jahren zu schließen. Die Folge: Ein bundesweiter Trend zu Ersatzneubauten und energetischen Sanierungen.
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Kommunen setzen auf Neubau statt Sanierung
Viele Städte entscheiden sich für einen radikalen Neubau. Die Reparatur veralteter Anlagen wäre oft teurer. In Heiligenhaus startete Ende Mai 2026 die letzte Freibadsaison im Heljensbad. Ab Ende September folgt der Teilabriss von Hallen- und Freibad. Ein Multifunktionsneubau soll bis Oktober 2028 entstehen und die jährlichen Verluste von 1,4 Millionen Euro drücken. Das Gesamtprojekt ist Teil eines städtebaulichen Konzepts mit 31 Millionen Euro Fördervolumen.
Ähnliche Großprojekte laufen in Maintal und Plauen. In Maintal entsteht bis 2027 ein Bad mit sechs Becken und Solaranlagen – Kosten: bis zu 45 Millionen Euro. Der Bund beteiligt sich mit sechs Millionen Euro. In Plauen beschloss der Stadtrat Anfang Juni 2026 einen 16,5 Millionen Euro teuren Anbau ans Stadtbad. Als Modellkommune erhält die Stadt 14 Millionen Euro vom Bund. Ziel: Moderne Technik senkt die Folgekosten.
Sanierte Hallen für Schul- und Vereinssport
Auch Mehrzweck- und Turnhallen stehen im Fokus. In Minden öffnete Anfang Juni 2026 die Kampa-Halle nach fast drei Jahren Sanierung wieder. Die Kosten für die Instandsetzung: rund 22 Millionen Euro. In der Wetterau ging Ende Mai 2026 die Sport- und Festhalle Dorn-Assenheim nach einer Investition von drei Millionen Euro wieder in Betrieb. Im Vordergrund standen Brandschutzmängel und der Austausch einer alten Ölheizung gegen eine moderne Pellet-Anlage.
Weitere Förderungen zeigen die Bedeutung der Infrastruktur für den ländlichen Raum. Die Gemeinde Wölfersheim-Södel erhält für die Sanierung einer Drei-Feld-Sporthalle 3,15 Millionen Euro vom Bund. In Elsterwerda wurde eine Turnhalle für 450.000 Euro mit neuem Sportboden und LED-Beleuchtung ausgestattet.
Ökologie und neue Verwaltungsstrukturen
Die Modernisierung von Sportstätten integriert zunehmend ökologische Aspekte. In der niederländischen Provinz Overijssel wurde im Mai 2026 ein Förderprogramm erweitert. Es unterstützt Vereine bei der Begrünung ihrer Anlagen gegen Hitzestress und Regenwasserprobleme. In Osnabrück schließt der örtliche BikeTower Anfang Juni 2026 kurzzeitig für die Einführung einer neuen App-gesteuerten Systemlösung.
Baden-Württemberg hat die Zuständigkeit für das Sportwesen vom Kultus- ins Bauministerium verlegt. Das Ministerium sieht darin eine Chance für stärkeren Fokus auf den Sportstättenbau. Sportverbände befürchten dagegen unübersichtliche Zuständigkeiten. Flankiert wird die Umstrukturierung durch eine Erhöhung der jährlichen Landesförderung um knapp 20 Millionen Euro im Rahmen des Solidarpakts Sport V.
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Neue Freiluftanlagen gehen in Betrieb
Auch Außensportanlagen werden fertiggestellt. In Grevenbroich-Neurath wurde Ende Mai 2026 eine runderneuerte Sportanlage mit Kunstrasenplatz freigegeben. Der Umbau war nötig geworden, weil benachbarte Tagebauflächen geflutet wurden. Im österreichischen Wels stehen im Volksgarten neue Anlagen für Calisthenics und Beachvolleyball kurz vor der Eröffnung. Der Start ist für Anfang Juli 2026 geplant.
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