Sportaktivität, Barrieren

Sportaktivität in der EU: 38% trainieren regelmäßig, Barrieren bleiben

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine EU-Erhebung zeigt mehr regelmäßige Bewegung, zugleich bleiben Zeitmangel und soziale Unterschiede zentrale Hürden für sportliche Teilhabe.

EU-Eurobarometer: Mehr Menschen treiben regelmäßig Sport
Ein sonniger Stadtpark mit einem geschwungenen Kiesweg, der durch eine grüne Landschaft führt. Illustration mit AI erstellt.

Die Bevölkerung in der Europäischen Union bewegt sich wieder mehr. Wie die Europäische Kommission im Rahmen des sechsten Eurobarometers zu Sport und körperlicher Aktivität mitteilte, treiben EU-weit 38 Prozent der Menschen mehrmals pro Woche Sport. Dies entspricht einem Zuwachs von 6 Prozentpunkten im Vergleich zur Erhebung von 2022. Weitere 9 Prozent sind fast täglich aktiv, was einem Plus von 3 Prozentpunkten entspricht.

Parallel dazu sank der Anteil derjenigen, die nie Sport treiben, von 45 Prozent im Jahr 2022 auf nun 39 Prozent. Für die Untersuchung wurden im April und Mai insgesamt 26.508 Menschen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten befragt.

Mehr Bewegung im Alltag und beliebte Trainingsorte

Ein auffälliger Trend zeigt sich bei der Alltagsbewegung: Laut den Erhebungsdaten gaben am 22. September 2026 veröffentlichte Berichte an, dass inzwischen 72 Prozent der Befragten mindestens 10 Minuten am Stück zu Fuß gehen – im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 16 Prozent.

Auch die Orte für sportliche Aktivitäten verändern sich. Parks und Außenbereiche bleiben mit 47 Prozent stabil die meistgenutzten Orte. Gleichzeitig legten Fitnesseinrichtungen von 33 Prozent auf 39 Prozent zu. Den stärksten Anstieg verzeichnete jedoch das aktive Pendeln: Der Anteil der Menschen, die ihren Arbeits- oder Ausbildungsweg für Bewegung nutzen, kletterte von 24 Prozent auf 37 Prozent.

Motive, Barrieren und monatliche Ausgaben

Als Hauptantrieb für sportliche Betätigung nennen 44 Prozent der Befragten die körperliche Gesundheit, gefolgt von Entspannung mit 39 Prozent und psychischer Gesundheit mit 26 Prozent. Werden Entspannung und mentale Aspekte zusammengefasst, erreichen sie einen Wert von 65 Prozent.

EU-weit sehen zudem 93 Prozent der Teilnehmenden die psychische Gesundheit durch Sport gefördert, 86 Prozent betonen den Wert für die Gemeinschaft und 85 Prozent heben das Wohlbefinden von Benachteiligten hervor.

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Die größte Hürde bleibt der Zeitmangel, auch wenn dieser Grund mit 37 Prozent um 4 Prozentpunkte gegenüber 2022 zurückging. Es folgen fehlende Motivation mit 26 Prozent sowie gesundheitliche Einschränkungen oder Verletzungen mit 15 Prozent.

Die finanziellen Kosten wurden von 12 Prozent als Hindernis genannt, was einem Anstieg um 2 Prozentpunkte entspricht. Beim Budget halten sich viele Europäer zurück: 52 Prozent geben monatlich unter 20 Euro für Sport aus, 23 Prozent zahlen zwischen 20 und 50 Euro, und lediglich 7 Prozent investieren mehr als 75 Euro.

Soziale Kluft und regionale Unterschiede

Trotz des Gesamtanstiegs bestehen erhebliche demografische und geografische Unterschiede. In Finnland sind 21 Prozent und in Dänemark 20 Prozent der Bürger täglich aktiv; in beiden Ländern treiben jeweils 59 Prozent mehrmals pro Woche Sport. Dagegen geben in Portugal 68 Prozent sowie in Griechenland und Rumänien jeweils 66 Prozent an, nie Sport zu treiben.

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In Rumänien stieg der Anteil der Nichtsportler sogar um 3 Prozentpunkte gegenüber 2022, während nur 7 Prozent fast täglich und 16 Prozent mehrmals wöchentlich aktiv sind. Von den dort Aktiven trainieren 42 Prozent unter einer Stunde pro Woche, und 18 Prozent erreichen mindestens drei Stunden.

Zwar gehen in Rumänien 78 Prozent an vier bis sieben Tagen pro Woche mindestens 10 Minuten zu Fuß – ein Anstieg um 20 Prozentpunkte – und 29 Prozent verzeichnen fast täglich Alltagsaktivität (+24 Prozentpunkte), doch sehen lediglich 51 Prozent viele Bewegungsmöglichkeiten vor Ort (EU-Schnitt: 76 Prozent). Zudem gaben 61 Prozent der Befragten in Rumänien an, dass lokale Behörden zu wenig unternehmen (+7 Prozentpunkte).

Die Erhebung verdeutlicht zudem einen starken sozialen Gradienten: Unter Personen mit einem Bildungsweg bis mindestens zum 20. Lebensjahr treiben 59 Prozent mehrmals pro Woche Sport, gegenüber 23 Prozent bei denjenigen, die ihre Schulbildung mit 15 Jahren oder früher beendeten.

Finanziell stark belastete Personen gaben zu 54 Prozent an, nie Sport zu treiben, verglichen mit 26 Prozent bei Befragten ohne finanzielle Sorgen. Bei den 15- bis 24-Jährigen sind 73 Prozent mehrmals pro Woche aktiv, während es bei den über 75-Jährigen 25 Prozent sind. Geschlechterunterschiede fallen hingegen gering aus.

Roxana Mînzatu, Vizepräsidentin der EU-Kommission für soziale Rechte, wies darauf hin, dass die Teilhabe derzeit noch zu stark von Einkommen, Alter und Bildung abhängt. Erforderlich sei ein wohnortnaher Zugang zu bezahlbarem Sport und sicheren Bewegungsräumen.

Europäische Initiativen zur Sportförderung

Die Veröffentlichung der Eurobarometer-Ergebnisse erfolgte im Vorfeld der Europäischen Woche des Sports 2026. Diese seit 2015 bestehende Kampagne findet vom 23. bis 30. September 2026 unter dem Motto „#BeActive Your Way“ statt und wird am 23. September in Dublin eröffnet.

Die Initiative schließt auch Partner im Westbalkan und in der östlichen Nachbarschaft ein. Für dieses Jahr plant die Europäische Kommission zudem eine Mitteilung zum europäischen Sportmodell.

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