SplitVPN-Datenleck: 58 Millionen Logs widersprechen No-Logs-Versprechen
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der VPN-Anbieter SplitVPN, der früher unter dem Namen NotVPN firmierte, ist Ziel eines massiven Sicherheitsvorfalls geworden. Berichten von IT-Sicherheitsexperten zufolge wurden hunderte Millionen Datensätze aus einer internen Datenbank des Unternehmens im Internet veröffentlicht. Besonders brisant ist der Fund von rund 58 Millionen Verbindungslogs, die dem erklärten Datenschutzversprechen des Anbieters, keine Protokolle über das Nutzerverhalten zu führen, direkt widersprechen.
Umfangreiches Datenpaket in Hackerforum aufgetaucht
Die Sicherheitslücke wurde öffentlich bekannt, nachdem ein Nutzer unter dem Pseudonym vhacker51 eine 17 Gigabyte umfassende SQL-Datenbank in einem einschlägigen Untergrundforum hochgeladen hatte. Branchenanalysten von Bitdefender und Mysterium bestätigten den Vorfall nach einer Analyse der Daten. Die geleakte Datenbank umfasst demnach einen Zeitraum von Juni 2025 bis zum 21. Juli 2026.
Der Datensatz ist nach vorliegenden Informationen weitreichend: Er enthält 23,4 Millionen Nutzerdatensätze sowie 13,6 Millionen Gerätedatensätze. Hinzu kommen 2,6 Millionen Zahlungsdatensätze. Während vollständige Kreditkartennummern laut den Sicherheitsanalysen nicht kompromittiert wurden, befinden sich unter den geleakten Informationen maskierte Kartendaten, E-Mail-Adressen, IP-Adressen und Geräte-IDs. Auch Standortdaten, Abonnement-Details und Token für wiederkehrende Zahlungen sind Teil des Datenpakets.
Widerspruch zum Datenschutzversprechen
Der schwerwiegendste Aspekt des Lecks betrifft die 58 Millionen Verbindungslogs. Diese wurden laut technischen Analysen in einer Tabelle namens „deviceProxy“ gespeichert. Die Einträge dokumentieren detailliert die Verbindungen zwischen Nutzergeräten und den VPN-Servern, inklusive präziser Zeitstempel. Diese Praxis steht im direkten Widerspruch zur sogenannten No-Logs-Policy, mit der SplitVPN um Kunden wirbt. Solche Garantien sollen eigentlich sicherstellen, dass keine Rückschlüsse auf die Online-Aktivitäten oder die Verbindungszeiten der Nutzer möglich sind.
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Zusätzlich zu den Kundendaten wurden auch Informationen über die interne Administration des Dienstes bekannt. Die Datenbank enthielt die Zugangsdaten von fünf Administrator-Accounts mit den Namen pavel, valerii, maria, andrei und vladislav. Die dazugehörigen Passwörter waren zwar als bcrypt-Hashes verschlüsselt, stellen aber dennoch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Betroffene Regionen und Handlungsempfehlungen
Die Nutzerbasis von SplitVPN konzentriert sich laut Marktbeobachtern von SC World insbesondere auf Länder, in denen Internetzensur und Überwachung eine große Rolle spielen, darunter Russland, der Iran, Indien und Myanmar. Für Nutzer in diesen Regionen könnte die Offenlegung von Verbindungsdaten und IP-Adressen über die rein digitale Sicherheit hinausgehende Konsequenzen haben.
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Sicherheitsexperten raten allen Kunden des Dienstes dringend dazu, ihre Passwörter umgehend zu ändern. Sofern möglich, sollte eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktiviert werden, um die Konten zusätzlich abzusichern. Da auch Informationen zu Zahlungsmodalitäten und E-Mail-Adressen im Umlauf sind, wird zudem empfohlen, Kontobewegungen auf verdächtige Aktivitäten zu prüfen und verstärkt auf Phishing-Versuche zu achten, die die gestohlenen Daten für glaubwürdige Täuschungsmanöver nutzen könnten.
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