Speiseöle: Tagesrhythmus bestimmt, ob Fett schadet oder hilft
25.06.2026 - 14:04:26 | boerse-global.de
Doch welches Fett ist wirklich gesund? Aktuelle Studien liefern neue Erkenntnisse.
Die Wahl des richtigen Öls hängt vom Fettsäureprofil und der Hitzestabilität ab. Kaltgepresste Öle gehören in die kalte Küche, raffinierte Varianten vertragen hohe Temperaturen. Rapsöl gilt als Allrounder – dank seines guten Verhältnisses von Omega-3 zu Omega-6. Olivenöl punktet mit einfach ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien.
Gezielte Öl-Wahl bei Entzündungen
Bei Beschwerden wie Schuppenflechte raten Experten zu einer speziellen Auswahl. Die antientzündliche Ernährung sollte Omega-3-Quellen wie Leinöl, Weizenkeimöl oder fetten Seefisch bevorzugen. Gleichzeitig gilt es, Arachidonsäure aus tierischen Produkten und Omega-6-Quellen wie klassisches Sonnenblumenöl zu reduzieren.
Eine Besonderheit ist High-Oleic-Sonnenblumenöl. Durch Züchtung enthält es mehr Ölsäure und bleibt auch beim Braten stabil.
DHA-Studie enttäuscht – Timing zählt
Neue Forschungsergebnisse stellen die Wirksamkeit mancher Supplemente infrage. Eine Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Probanden zwischen 55 und 80 Jahren gab zwei Jahre lang täglich 2.000 mg DHA. Der DHA-Spiegel im Gehirn stieg um 17 Prozent. Doch das Gedächtnis profitierte nicht – auch der kognitive Abbau bei Alzheimer-Risiko ließ sich nicht bremsen.
Ihr Fett-Timing entscheidet mit über Ihre Gesundheit. Forscher fanden heraus: 1.386 Gene im Fettgewebe folgen einem Tagesrhythmus – ein fettreiches Frühstück verbessert die Insulinsensitivität, abendliches Fett aktiviert Entzündungsgene. Mit dem kostenlosen Tagesrhythmus-Check sehen Sie, wann welches Fett für Sie optimal ist. Tagesrhythmus-Check per E-Mail anfordern
Spannender sind Erkenntnisse zum Nährstoff-Timing. Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung und der Charité fanden heraus: 1.386 Gene im Fettgewebe folgen einem Tagesrhythmus. Bei 29 übergewichtigen Männern verbesserte ein fettreiches Frühstück mit kohlenhydratreichem Abendessen die Insulinsensitivität. Eine fettreiche Mahlzeit am Abend aktivierte dagegen Entzündungsgene.
„Natural Wegovy“: Trend mit Kalorienfalle
Ein neuer Ernährungstrend verspricht Hilfe beim Abnehmen: gekochte Eier mit Olivenöl zum Frühstück. Die Kombination soll die Ausschüttung des Sättigungshormons GLP-1 anregen – ähnlich wie Abnehmspritzen. Ernährungsberaterin Sophie Brünke warnt jedoch vor überzogenen Hoffnungen. Die natürliche Hormonausschüttung sei nicht mit Medikamenten vergleichbar. Zudem liefert ein Esslöffel Öl rund 90 Kilokalorien.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt parallel mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse senken das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ökologischer Fußabdruck der Ölproduktion
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Die globale Speiseölproduktion belastet die Umwelt massiv. Eine Studie in Nature Food analysierte Daten von 1995 bis 2020: Ölpalmen, Soja und Kokosnüsse verursachen 75 Prozent der Biodiversitätsschäden durch Ölpflanzen. Über die Hälfte dieser Effekte geht auf Konsum außerhalb der Anbauländer zurück – etwa in der EU, den USA oder China.
In Deutschland liegt die Selbstversorgungsrate bei Speiseölen bei nur rund 33 Prozent. Mehr als 60 Prozent des Sonnenblumenöls stammen aus der Ukraine. Die Schweiz zeigt, wie es anders geht: Die Rapsproduktion stieg 2025 auf 83.400 Tonnen – ein Plus von zwölf Prozent. Damit deckt das Land rund 78 Prozent seines Bedarfs an Rapsöl aus eigener Produktion.
