Speicherpreise, Kontrolle

Speicherpreise außer Kontrolle: DDR5 kostet über 400 Euro

05.06.2026 - 16:40:22 | boerse-global.de

Steigende DDR5-Kosten zwingen Hersteller zur Rückkehr zu DDR4. AMD bringt zudem eine Neuauflage des Ryzen 7 5800X3D für den alten Sockel.

Speicherpreise explodieren: DDR4-Produktion wird hochgefahren
Speicherpreise - Close-up of a DDR4 RAM stick with a blue glow, surrounded by blurred computer hardware components. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Auf der Computex 2026 in Taipeh haben führende Hardware-Hersteller bestätigt, dass sie die Produktion von DDR4-Mainboards und -Speichermodulen massiv hochfahren. Der Grund: DDR5-RAM kostet inzwischen über 400 Euro – ein Preis, den sich Mainstream-Käufer schlicht nicht leisten können.

Der Preis-Schock: Speicherkosten außer Kontrolle

Die Zahlen sind dramatisch. Während DDR5-Riegel im Vorjahr noch rund 100 Euro kosteten, verlangen Händler heute mehr als das Vierfache. Auch DDR4 ist nicht billiger geworden: Von etwa 50 Euro kletterte der Preis auf knapp 200 Euro. Die Folge: Der PC-Markt bricht ein. Marktforscher von IDC rechnen für 2026 mit einem Rückgang der PC-Verkäufe um 20 Prozent. Einige Hersteller melden sogar einen Einbruch der Mainboard-Verkäufe um 37 Prozent – Käufer hoffen auf eine Stabilisierung der Preise.

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Mindestens zwei große Anbieter haben bereits angekündigt, die Produktion von DDR4-Platinen bis mindestens Ende 2027 hochzufahren. Allerdings mit Einschränkungen: Hochleistungs-Chips wie die legendären Samsung-B-Dies werden nicht mehr hergestellt. Neue DDR4-Module werden daher maximal mit DDR4-3600 takten – für Enthusiasten ein herber Rückschlag.

AMD feiert Comeback: Ryzen 7 5800X3D kehrt zurück

Passend zum Trend bringt AMD eine Neuauflage seines Kult-Prozessors auf den Markt. Der Ryzen 7 5800X3D 10th Anniversary Edition erscheint am 25. Juni für 349 Euro und setzt auf den alten AM4-Sockel mit DDR4-Unterstützung.

Die Neuauflage war technisch anspruchsvoll. Wie AMD-Senior-Vice-President David McAfee auf der Computex erklärte, musste der Chip neu entwickelt werden – der ursprüngliche Fertigungsprozess (TSMCs erste Generation des SoIC-Hybrid-Bondings) steht nicht mehr zur Verfügung. Ingenieure portierten das Design auf TSMCs zweite Generation des 3D-V-Cache-Stackings. Die Leistung bleibt identisch: 8 Kerne, 16 Threads und 100 MB Cache.

AMD fährt damit eine klare Zwei-Gleise-Strategie: Während der Hersteller die alte AM4-Plattform für preisbewusste Käufer am Leben hält, hat er zugleich zugesichert, den aktuellen AM5-Sockel bis 2029 zu unterstützen.

KI-Boom verschlingt die Speicherproduktion

Die Ursache der Misere liegt im explosionsartigen Wachstum der Künstlichen Intelligenz. Speicherhersteller lenken ihre Produktionskapazitäten massiv von Verbraucher-DRAM hin zu High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Rechenzentren um.

SK Hynix, mit 58 Prozent Weltmarktanteil bei HBM der dominierende Player, will seine Wafer-Produktionskapazität innerhalb von fünf Jahren verdoppeln. Die Investitionen für 2026 übersteigen umgerechnet 22 Milliarden Euro – allein 12 Milliarden Euro fließen in die neue P&T7-Fabrik in Cheongju. Doch die Anlage ist auf HBM spezialisiert und wird frühestens Ende 2027 den Betrieb aufnehmen.

Die aktuellen Marktdaten von TrendForce zeigen: Die Preise steigen weiter. Eine DDR4-1Gx8-3200-Modul kostete Ende der ersten Juni-Woche im Spotmarkt 34,80 Euro – ein Plus von 3,57 Prozent. Analysten erwarten, dass die hohen Preise mindestens bis 2028 anhalten werden.

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US-Wirtschaft schlägt Alarm: Neun Verbände fordern staatliche Hilfe

Der Speichermangel hat längst die PC-Branche hinter sich gelassen. Ein Bündnis aus neun US-Wirtschaftsverbänden – darunter die Allianz für Automobilinnovation und der Medizintechnikverband – hat sich in einem Brief an das Finanz- und Handelsministerium gewandt. Die Organisationen warnen: Der KI-getriebene Chipmangel gefährde nicht nur Computer, sondern auch die Produktion von Autos und medizinischen Geräten.

Sie fordern den Ausbau heimischer Chip-Produktionskapazitäten. Doch SK-Hynix-Spitzenmanager schätzen, dass die Ungleichgewichte im Speichermarkt bis 2030 anhalten könnten. Für Verbraucher bedeutet das: Günstige Hardware bleibt vorerst ein Wunschtraum.

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