Speichermangel, Nvidia

Speichermangel: Nvidia reaktiviert GeForce RTX 30 ab Juli

11.06.2026 - 22:36:40 | boerse-global.de

Wegen anhaltender Speicherknappheit bringt Nvidia ältere Grafikkarten zurück. Auch AMD-Modelle aus 2016 werden neu aufgelegt.

Speichermangel: Nvidia reaktiviert RTX-30-Serie ab Juli 2026
Speichermangel - Close-up of a modern graphics card (GPU) with intricate heatsinks and circuit board details, illuminated by subtle blue and purple light. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der anhaltende Speichermangel in der Halbleiterindustrie zwingt Grafikkartenhersteller zu ungewöhnlichen Schritten: Sie reanimieren veraltete Hardware, um den Markt zu versorgen. Ab Juli 2026 kommen Modelle der GeForce RTX-30-Serie zurück in den Handel – zunächst für den asiatischen Markt.

Rückkehr der Ampere-Architektur

Der Hersteller Manli hat neue Versionen der GeForce RTX 3060 und RTX 3050 auf Basis der vier Jahre alten Ampere-Architektur angekündigt. Die neue RTX 3060 kommt mit 12 Gigabyte GDDR6-Speicher, 3.584 CUDA-Kernen und einer Leistungsaufnahme von 170 Watt. Die kleinere RTX 3050 bietet sechs Gigabyte Speicher bei lediglich 70 Watt – und kommt ganz ohne zusätzlichen PCIe-Stromanschluss aus.

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Die Auslieferung der „alten" Karten beginnt im Juli. Grund ist die angespannte Versorgungslage bei neueren Generationen.

Sechs HDMI-Anschlüsse für Profis

Doch nicht nur Nvidia setzt auf Altbewährtes. Auf der Computex 2026 präsentierte der Hersteller MaxSun eine Neuauflage der Radeon RX 580 – ein Modell mit Polaris-Architektur aus dem Jahr 2016.

Die Karte namens MS-RX580 2048SP 6H 8G ist speziell für Multi-Display-Umgebungen wie Kontrollräume konzipiert. Sie bietet sechs HDMI-Anschlüsse, die jeweils 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde liefern. Ein spezieller Treiber verzichtet auf Spieloptimierungen und fokussiert sich auf professionelle Anwendungen.

Nächste HighEnd-Generation unter Druck

Die Speicherknappheit trifft selbst die Spitzenmodelle. Branchenberichten zufolge hat Nvidia die Speicherkapazität seines Vera-Rubin-Superchips halbiert – von 192 auf 96 Gigabyte. Grund: ein kritischer Mangel an LPDDR5X-Modulen.

Die Analysten von TrendForce warnen: Die LPDRAM-Versorgung könnte 2027 nur rund 60 Prozent des Marktbedarfs decken. KI-Server werden bis zum Ende des Jahrzehnts zum Hauptabnehmer dieses Speicherformats.

Auch die Gerüchteküche um die kommende RTX-50-Super-Serie brodelt. Branchenbeobachter spekulieren, dass diese Karten auf 3-GB-GDDR7-Module setzen könnten – eine RTX 5080 Super käme dann auf bis zu 24 Gigabyte. Die RTX-60-Serie wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.

Branche rechnet mit Engpässen bis 2030

Die Führungsetagen der Hardwarebranche schlagen Alarm. Der Co-CEO von ASUS erklärte, Gespräche mit großen Speicherherstellern deuteten darauf hin, dass der Mangel bis 2030 anhalten könnte. Die aktuelle Nachfrage von Cloud-Anbietern liege dreimal höher als 2025.

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Die Unternehmen reagieren mit langfristigen Verträgen und neuen Fabriken:

  • Biwin sicherte sich in einem Milliarden-Deal feste Preise für NAND-Flash-Speicher zur SSD-Produktion.
  • SK Group plant eine KI-Fabrik in Korea bis 2027, eine zweite in Japan soll zwischen 2028 und 2029 folgen.
  • Nvidia selbst meldet trotz Lieferproblemen starke Zahlen: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte der Konzern einen Umsatz von umgerechnet rund 75 Milliarden Euro – ein Plus von 85 Prozent im Jahresvergleich.

Bis neue Fertigungsanlagen ans Netz gehen, bleibt die Wiederbelebung alter Architekturen wie Ampere und Polaris ein Notnagel. Für Verbraucher und gewerbliche Kunden bedeutet das: Wer keine Geduld hat, bekommt bald wieder Hardware von gestern – aber immerhin funktionierende.

de | wissenschaft | 69523093 |