Speicherkrise, Sommer

Speicherkrise Sommer 2026: RAM- und SSD-Preise steigen um 130%

22.06.2026 - 20:55:27 | boerse-global.de

Die globale Speicherknappheit treibt RAM- und SSD-Preise massiv. Analysten sehen in den aktuellen Rabattaktionen die letzte Chance für günstige Hardware.

Speicherkrise 2026: RAM- und SSD-Preise steigen rasant
Speicherkrise - A close-up, dramatic shot of a single RAM stick, symbolizing the memory shortage in the computing market. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Branchenanalysten von Gartner und TrendForce warnen: Die Konzentration auf High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Anwendungen hat die Produktion von Consumer-DRAM massiv eingeschränkt. Die Folgen sind in allen Preissegmenten spürbar – von High-End-DDR5-Modulen bis hin zu veralteten DDR2-Bausteinen.

Sommer-Rabatte als letzte Chance?

Diese Woche starten mehrere große Händler ihre Aktionswochen – für Verbraucher ein kritisches Zeitfenster. Walmart und Best Buy eröffneten am 22. Juni ihre „Walmart Deals" und „Tech Fest", die bis zum 28. Juni laufen. Amazon und Target ziehen mit „Prime Day" und „Circle Deal Days" vom 23. bis 26. Juni nach.

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Analysten sehen darin womöglich die letzte Gelegenheit für günstige Komponenten im Jahr 2026. Die Samsung 990 Pro 2TB NVMe SSD erreichte mit 369,99 Euro einen historischen Tiefststand, der AMD Ryzen 7 9800X3D war in Großbritannien für umgerechnet knapp 400 Euro zu haben. Doch diese Einzelangebote täuschen über den Gesamttrend hinweg: RAM- und SSD-Preise sollen bis Jahresende um 130 Prozent steigen.

DDR2 erlebt unerwartetes Comeback

Selbst die ältesten noch produzierten Standards bleiben nicht verschont. Die Vertragspreise für DDR2-Speicher stiegen im zweiten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent. Für das dritte Quartal prognostiziert TrendForce einen weiteren Anstieg um 35 bis 40 Prozent.

Der Grund: Hersteller weichen auf ältere Standards aus, da DDR4 und DDR3 knapp werden. Während Winbond die DDR2-Produktion zugunsten margenstärkerer Produkte zurückgefahren hat, baut ESMT die Fertigung aus, um die Nachfrage zu bedienen. Seit Ende 2025 haben sich die DRAM-Preise in vielen Kategorien mehr als verdoppelt.

Hardware-Hersteller unter Druck

Die explodierenden Speicherkosten verändern die Kalkulation von PCs und Smartphones grundlegend. HP meldet, dass Speicher inzwischen 35 Prozent der gesamten PC-Herstellungskosten ausmacht – bisher waren es 15 bis 18 Prozent. Nothing-CEO Carl Pei beziffert den RAM-Anteil an den Smartphone-Kosten auf über 50 Prozent.

Die großen Technologiekonzerne reagieren bereits:

  • AMD verbuchte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 3,94 Milliarden Euro im Client- und Gaming-Bereich – ein Plus von 23 Prozent zum Vorjahr, aber ein Minus von neun Prozent zum Vorquartal. Für die zweite Jahreshälfte droht ein Rückgang der Gaming-Erlöse um über 20 Prozent.
  • Apple hat die MacBook-Preise um bis zu 400 Euro angehoben, wie CEO Tim Cook Mitte Juni einräumte.
  • Sony und Microsoft haben die Preise für PlayStation 5 und Xbox erhöht.

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Bundle-Angebote als Ausweg

Einzelne 32-GB-DDR5-Kits kosteten Anfang Juni knapp 375 Euro. Hardware-Tester raten daher zu Komplettangeboten. Micro Center schnürt etwa ein Paket aus AMD Ryzen 7 9800X3D, MSI B850-Mainboard und 32 GB DDR5-RAM für rund 1.066 Euro – günstiger als Einzelkauf.

Die Marktforscher von IDC registrieren bereits einen Rückgang der PC-Verkäufe um 11,3 Prozent. Und Besserung ist nicht in Sicht: Neue Fabrikkapazitäten werden frühestens Ende 2027 erwartet. Das bedeutet: Auch der Black Friday 2026 wird unter dem Zeichen der Speicherkrise stehen.

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